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Aufgabe 1:  Eine Autovermietung

 

 

Struktur dieser Seite:

1.1   Beschreibung des Gegenstandsbereichs

1.2   Konzeptionelles Datenmodell

1.3   Transformation in das logische Datenschema

1.4   Physisches Datenmodell des PowerDesigner 16.5

1.5   Datenbank-Struktur für Access 2016

 

 

1.1                  Beschreibung des Gegenstandsbereichs

 

Ein Autovermietungs-Unternehmen hat in Murkelstadt (unikaler Stadtcode „MUR“, 12.000 Einwohner) noch keine Vermietsta­tion, betreibt aber beispielsweise in Gigantow (Stadtcode „GIG“, 675.000 Einwohner) bereits fünf Vermietstationen. Die Ver­miet­sta­­tionen, die in ein und derselben Stadt liegen, werden durch eine laufende Nummer voneinan­der unterschieden. Die Ver­miet­station in Gigantow mit der laufenden Nummer 3 befindet sich in der Rie­senstraße 100 (PLZ 98765); sie hat 13 Mitarbeiter.

 

Das Unternehmen vermietet Autos grundsätzlich nur nach vorhe­riger Reservierung. Bei einer Re­servie­rung, die stets von genau einer Vermietstation vorgenommen wird, kann der Kunde, über den Name und Anschrift gespeichert werden und der durch sei­ne Füh­rerschein-Nummer identifiziert werden kann, eine Auto­ka­te­gorie auswählen. Die Autokategorie „A“ hat einen Grundtarif von 45 Euro/Tag und einen Kilo­meter­preis von 0,25 Euro/km. Sie umfasst unter anderen die Auto­typen „Seat Arosa“ (Benzin­verbrauch 5,0 l/100 km) und „Fiat Cinquecento“ (Benzin­ver­brauch 4,5 l/100 km). Zu jedem Autotyp werden die Extra­aus­stat­tungen gespeichert, die für diesen Auto­typ prinzipiell möglich sind. Für einen „Seat Arosa“ ist beispielsweise die Extra­aus­stat­tung „Schie­­be­dach“ für einen Aufpreis von 9 Euro/Tag erhält­lich. Für den „Fiat Cinquecento“ beträgt der Aufpreis für die Ex­tra­­aus­stattung „Schiebedach“ 10 Euro/Tag. Jede Vermietstation ver­gibt für die von ihr vorgenommenen Reservierungen jeweils eine lau­fende Nummer. Für jede dieser Reservie­rungen wird das ge­wünsch­te An­fangs- und Enddatum festgehal­ten.

 

Eine Reservierung kann zu einem Mietvertrag führen, der bei der Übergabe eines Autos abgeschlossen wird. Ein Mietvertrag ist dann durch die zugehörige Reservierung eindeutig gekennzeich­net. Zum Mietvertrag wird der Kilometerstand bei der Übergabe und später der Kilometerstand bei der Rückgabe festgehalten. Außer­dem wird festgelegt, welches konkrete Auto Gegenstand des Miet­­vertrags ist. Da es sehr häufig vorkommt, dass Reser­vierun­gen nicht zu einem Mietvertrag führen, sollen lediglich für die tat­sächlich zustande gekommenen Miet­verträge die Mietver­trags­da­ten gespei­chert werden.

 

Die Autos des Unternehmens werden durch ihr polizeiliches Kenn­zeichen voneinander unterschieden. Zu je­dem Auto muss er­sichtlich sein, welchen Kilometerstand es hat (diese Angabe wird jeweils bei ei­ner Rückgabe aktualisiert), welche Farbe es hat, zu wel­chem Autotyp es gehört und von welcher Vermiet­sta­tion es ge­ra­de verwaltet wird. Außerdem wird festgehalten, über welche Ex­tra­ausstat­tungen es verfügt.

 

Weiterhin ist zu beachten:

 

·       Eine gerade erst eingerichtete Vermietstation verwaltet noch kei­n Auto und hat noch keine Reser­vierung vorge­nommen.

·             

·        Ein Kunde wird erst dann gespeichert, wenn er die erste Re­servierung vorgenommen hat.

 

·       Es ist möglich, dass eine Autokategorie, die stets mindestens drei Autotypen umfasst, noch bei keiner Reservie­rung ge­wünscht wurde.

·             

·       Ein Autotyp wird in genau eine Autokategorie eingeordnet. Zu einem bereits gespeicherten Autotyp kann das Unter­nehmen noch kein einziges Auto besitzen. Einen Autotyp ohne mögliche Extraausstattungen gibt es zwar nicht, aber ein konkre­tes Auto kann keine der prinzipiell möglichen Ex­traaus­stat­tungen auf­wei­sen. Eine mögliche Ex­tra­­aus­stat­tung kann bei keinem der Autos des Unterneh­mens vorhan­den sein.

·             

·       Ein gerade erst gekauftes Auto wurde noch nicht vermie­tet. Es wird dann aber im Lauf der Zeit vielen Miet­verträgen zu­geord­net. Ein Auto wird zu jedem Zeitpunkt von genau einer Vermietstation verwaltet.

 

 

1.2      Konzeptionelles Datenmodell

 

 

Bemerkungen:

 

·       Da die Vermietsta­tionen, die in ein und derselben Stadt lie­gen, durch eine laufende Nummer voneinan­der unter­schie­den wer­den, erfolgt die Identifizierung des Objekttyps „Ver­­miet­station“ durch die Kombination aus der Beziehungstyp-Rich­tung „Vermietstation liegt in Stadt“ und der Eigenschaft „Sta­tions-Nr“.

 

·        Jede Vermietstation vergibt für die von ihr vorgenommenen Reservierungen eine eigene lau­fende Nummer. Deshalb er­folgt die Iden­tifizierung des Objekttyps „Reservierung“ durch die Kom­­­bination aus der Beziehungstyp-Richtung „Reser­vie­rung wird vorgenommen von Vermietstation“ und der Eigen­schaft „Reservierungs-Nr“.

 

·       Die Beziehungstyp-Richtung „Kunde tätigt Reservierung“ ist nicht-optional, da ein Kunde erst dann gespeichert wird, wenn er die erste Reservierung vorgenommen hat.

 

·       Im vorliegenden Fall ist der 1:C‑Beziehungstyp zwischen „Re­servierung“ und „Mietvertrag“ gerechtfertigt. Die Miet­ver­tragsdaten stellen zusätzliche Angaben für jene (wenigen) Reservierungen dar, bei denen es zu einem Mietvertrag ge­kommen ist. Würde man beide Objekttypen zu einem ein­zi­gen Objekttyp vereinigen, wären die Eigenschaften „Km-Stand bei Übergabe“ und „Km-Stand bei Rückgabe“ häufig mit der NULL-Marke belegt.

 

·       Da ein Mietvertrag durch die zugehörige Reservierung ein­deu­tig gekennzeichnet ist, wird der Objekttyp „Mietvertrag“ allein durch die Beziehungstyp-Rich­tung „Mietvertrag beruht auf  Reservierung“ identifiziert.

 

·       Die Eigenschaft „Extra-Bez“ des Objekttyps „Extraausstat­tung“ kann für verschiedene Autotypen denselben Wert ha­ben (bei­spielsweise „Schiebedach“). Deshalb wird der Ob­jekt­typExtra­ausstattung“ durch die Kombination aus der Beziehungstyp-Richtung „Extraausstattung gehört zu Auto­­typ“ und der Eigenschaft „Extra-Bez“ identifiziert.

 

 

1.3      Transformation in das logische Datenschema

 

Zunächst werden die Objekttypen in Tabellen transformiert (Transformationsregel T01). Danach erfolgt die Transformation der Beziehungstyp-Richtungen, die als identifizierende Elemente für die „schwachen“ Objekttypen verwendet wurden (Transforma­tionsregel T02). Im Ergebnis dieser beiden Transformationen ergeben sich die folgenden vorläufigen Tabellen-Typbeschreibun­gen:

 

 

Stadt ( Stadtcode,Name,Einwohnerzahl )

Vermietstation ( ÝStadtcodeÝ+Stations-Nr,Adresse,Mitarbeiterzahl )

Reservierung ( ÝStadtcode+Stations-NrÝ+Reservierungs-Nr,Anfangsdatum,Enddatum )

Kunde ( Führerschein-Nr,Name,Anschrift )

Autokategorie ( Kategorie-Bez,Grundtarif,Km-Preis )

Autotyp ( Typ-Bez,Benzinverbrauch )

Extraausstattung ( ÝTyp-BezÝ+Extra-Bez,Aufpreis )

Auto ( Pol. Kennzeichen,Km-Stand,Farbe )

Mietvertrag ( ÝStadtcode+Stations-Nr+Reservierungs-NrÝ,Km-Stand bei Übergabe,Km-Stand bei Rückgabe )

 

Dabei wurden folgende Fremdschlüssel in die Primärschlüssel aufgenommen:

 

Primärschlüssel

des Objekttyps

wird aufgenommen in

Primärschlüssel von

Stadtcode

Stadt

Þ

Vermietstation

Stadt­code+Stations-Nr

Vermietstation

Þ

Reservierung

Typ-Bez

Autotyp

Þ

Extraausstattung

Stadt­code+Stations-Nr+
Reservierungs-Nr

Reservierung

Þ

Mietvertrag

 

 

Im nächsten Schritt werden die dualen Beziehungstypen in das relationale Datenbank-Modell transformiert (Transformationsre­geln T03 bis T12). Die veränderten Typbeschreibungen sind jeweils durch einen Stern gekennzeichnet:

 

    Stadt ( Stadtcode,Name,Einwohnerzahl )

    Vermietstation ( ÝStadtcodeÝ+Stations-Nr,Adresse,Mitarbeiterzahl )

*  Reservierung ( ÝStadtcode+Stations-NrÝ+Reservierungs-Nr,
                            
ÝFührerschein-NrÝ,ÝKategorie-BezÝ,Anfangsdatum,Enddatum )

    Kunde ( Führerschein-Nr,Name,Anschrift )

    Autokategorie ( Kategorie-Bez,Grundtarif,Km-Preis )

*  Autotyp (Typ-Bez,ÝKategorie-BezÝ,Benzinverbrauch )

    Extraausstattung ( ÝTyp-BezÝ+Extra-Bez,Aufpreis )

*  Auto ( Pol. Kennzeichen,ÝTyp-BezÝ,ÝStadtcode+Stations-NrÝ,Km-Stand,Farbe )

*  Ausstattung ( ÝPol. KennzeichenÝ+ÝTyp-Bez+Extra-BezÝ )

*  Mietvertrag ( ÝStadtcode+Stations-Nr+Reservierungs-NrÝ,ÝPol. KennzeichenÝ,
                         Km-Stand bei Übergabe,Km-Stand bei Rückgabe
)

 

 

Bemerkungen:

 

·       Der 1:N‑Beziehungstyp zwischen „Kunde“ und „Reservie­rung“ kann nur als 1:CN‑Beziehungstyp repräsentiert werden (Trans­formationsregel T09). Es kann also nicht gesichert wer­den, dass ein gespeicherter Kunde wenigstens eine Reservie­rung getätigt hat.

 

·        Ebenso kann der 1:N‑Beziehungstyp zwischen „Auto­ka­te­go­rie“ und „Autotyp“ nur als 1:CN‑Beziehungstyp reprä­sen­tiert wer­den (Transformationsregel T09). Die zusätz­lich gefor­derte Kardinalitäts-Beschränkung kann erst recht nicht formuliert werden. Durch diese Tabellen-Typbeschreibung lässt sich nicht erzwingen, dass eine Autokategorie wenig­stens drei Auto­ty­pen umfasst.

 

·       Ebenso lässt sich der 1:N‑Beziehungstyp zwischen „Autotyp“ und „Extraausstattung“ nur als 1:CN‑Beziehungstyp repräsen­tie­ren (Transformationsregel T09). Die Tabellen-Typ­beschrei­bung lässt es somit – im Wider­spruch zur Rea­lität – zu, dass es zu einem Autotyp keine Extraaus­stat­tung gibt.

 

·       Der 1:C‑Beziehungstyp zwischen „Reservierung“ und „Miet­vertrag“ muss gemäß der Transformationsregel T06 (1:C‑Be­zie­­­­hungstyp mit oft realisierter Optionalität) trans­for­miert wer­den, weil es sehr häufig vorkommt, dass eine Reser­vie­rung nicht zu einem Mietvertrag führt. Deshalb muss der Pri­mär­schlüssel des Objekttyps „Reservierung“ in der Tabelle „Mietvertrag“ als ein eingabe­pflichtiger und unikaler Fremd­schlüs­sel aufge­nom­men werden. Das ist er aber be­reits, weil der „schwache“ Objekttyp „Mietvertrag“ durch die „Reservie­rung“ identifiziert wird.

 

·       Der CM:CN‑Beziehungstyp zwischen „Auto“ und „Extraaus­stat­tung“ wird gemäß der Transformationsregel T12 durch eine Koppeltabelle repräsentiert, die die Bezeichnung “Aus­stat­tung“ erhalten hat.

 

 

 

1.4      Physisches Datenmodell des PowerDesigner 16.5

 

 

 

 

1.5      Datenbank-Struktur für Access 2016

 

 

 

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