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Aufgabe 3:  Ein Schnellbahn-Unternehmen

 

 

Struktur dieser Seite:

3.1   Beschreibung des Gegenstandsbereichs

3.2   Konzeptionelles Datenmodell

3.3   Transformation in das logische Datenschema

3.4   Physisches Datenmodell des PowerDesigner 16.5

3.5   Datenbank-Struktur für Access 2016

 

 

3.1      Beschreibung des Gegenstandsbereichs

 

Das Schnellbahn-Unternehmen der Stadt Ökopolis verfügt über moder­­ne Wagen zur Personenbeförderung, die durch eine uni­kale Wagennummer voneinander unterschieden werden. Der Wagen mit der Nummer W1234 (Baujahr 2015) hat beispiels­weise 50 Sitzplätze und ist bisher 22.200 km gefahren. Mehrere Wagen (minde­stens zwei) gehören gemein­sam zu einem Zug, der durch seine Zugnummer identifiziert wird. Dabei ist jeweils nur die aktuelle Zugzusam­menstel­lung von Interesse. Einige Wa­gen werden in der Reserve gehal­ten. Je­dem Zug ist eine Funk-Frequenz zu­geordnet, über die die Funk­abfertigung auf den Bahnhöfen erfolgt. Außerdem ist für jeden Zug fest­gelegt, auf welchem Bahnhof er nach Betriebs­schluss abgestellt wird. Auf dem Bahnhof „Wald­ruhe“ (unikaler Bahn­hofscode WR, 3 Abstell­gleise) wird bei­spielsweise neben ande­ren Zügen stets der Zug Z111 abgestellt. Es gibt auch Bahnhöfe, die kein ein­ziges Ab­stellgleis haben.

 

Das Unternehmen betreibt ein Gitternetz von Linien, die jeweils in Nord/Süd- bzw. West/Ost-Ausrichtung verlau­fen. Die Linie D (Länge 17 km) hat beispielsweise als Grenzpunkte die Bahnhöfe „Nordend“ und „Süd­wiesen“. Der Bahnhof „Südwiesen“ ist auch Grenzpunkt für die Linie G. Der Bahnhof „Rathaus“ ist für keine Linie Grenzpunkt.

 

Auf einer Linie werden am Tag mehrere Fahrten durchgeführt, die jeweils vom einen Grenzpunkt der Linie zum entgegenge­setz­ten Grenzpunkt führen. Eine einzelne Fahrt ist ge­kenn­zeich­net durch die Linie, den Tag, die Anfangszeit der Fahrt und durch die Fahrtrichtung (NS, SN, WO bzw. OW). Für jede Fahrt soll außerdem ersichtlich sein, mit welchem Zug sie erfolgt ist und wer der Fahrer war. Beispielsweise wurde die Fahrt, die auf der Linie D am 06.06.2016 um 5.30 Uhr begann und in Nord-Süd-Richtung (NS) erfolgte, mit dem Zug Z111 durchgeführt, den Claus Thaler (Personal­nummer 4711, geb. 06.06.66) gefahren hat – und das ausgerechnet an seinem 50. Geburtstag!

 

Auf der Grundlage umfangreicher Sicherheitsvorschriften erfolgt eine regelmäßige „Technische Über­prüfung“ der Wagen des Un­ter­­neh­mens. So wird ein Wagen erst dann in den Bestand auf­ge­nom­men und gespeichert, wenn die erste Technische Überprü­fung erfolgt ist. An einer Technischen Überprü­fung nehmen zwei zu­ge­las­sene Prüfer und ein Fahrer teil. Die verschiedenen Tech­ni­schen Überprü­fungen ein und desselben Wagens werden durch den jeweiligen Prüftag voneinander unterschieden. Bei­spiels­wei­se wurde der Wagen W1234 zum ersten Mal am 05.05.2015 über­prüft. An dieser Prüfung waren der Fahrer Claus Thaler sowie der Prüfer Rudi Ment (Personalnummer 9999) und die Prüferin Lotte Rie (Personalnummer 8888) beteiligt. Es wurde die Prüf­note 2 ver­­geben.

 

Weiterhin ist zu beachten:

 

·       Ein gerade erst zusammengestellter Zug hat noch keine Fahrt ab­so­lviert.

·             

·        Die Linie N wird erst morgen eingeweiht. Auf ihr wurde noch keine Fahrt durchge­führt. Eine Fahrt bleibt auch dann noch gespeichert, wenn der Zug, mit dem sie durchgeführt wurde, schon wieder aufgelöst und in der Datenbank ge­löscht wurde. Wird dagegen eine Linie gelöscht, dann wer­den die auf ihr durchgeführten Fahrten mitgelöscht.

 

·       Neu eingestellte Fahrer werden zunächst geschult, ehe sie die erste Fahr­t durchführen. Natürlich neh­men sie in dieser Zeit auch keine Technischen Überprüfungen vor. Wenn ein Fahrer oder ein Prüfer das Unternehmen verlässt, dann blei­ben seine Da­ten weiterhin ge­spei­­­chert.

·             

·       Um Personalengpässe zu vermeiden, werden stets einige Prü­fer als „Reserve“ gespeichert, die bisher noch keine Tech­ni­sche Überprüfung durch­geführt haben.

·             

 

 

3.2      Konzeptionelles Datenmodell

 

 

Bemerkungen:

 

·       Da nur die aktuelle Zugzusammenstellung von Interesse ist, kann ein Wagen zu höchstens einem Zug gehören (Kardina­li­tät 1). Andererseits werden Wagen in der Reserve gehalten: sie gehören dann zu keinem Zug (Optionalität).

 

·        Eine einzelne Fahrt ist ge­kenn­zeich­net durch die Linie, den Tag, die Anfangszeit der Fahrt und durch die Fahrtrichtung (NS, SN, WO bzw. OW). Die Identifizierung des Objekttyps „Fahrt“ erfolgt somit durch die Kombination aus der Bezie­hungstyp-Richtung „Fahrt wird durchgeführt auf Linie“ und aus den Eigenschaften „Tag“, „Anfangszeit“ und „Richtung“.

 

·       Eine Fahrt bleibt auch dann noch gespeichert, wenn der Zug, mit dem sie durchgeführt wurde, schon wieder auf­ge­löst und in der Datenbank gelöscht wurde. Deshalb muss es erlaubt sein, dass eine gespeicherte Fahrt mit keinem Zug in Bezie­hung steht. Die Beziehungstyp-Richtung „Fahrt er­folgt mit Zug“ muss also optional sein.

 

·       Da das Auflösen einer Linie das Löschen der auf ihr durch­ge­­führten Fahrten nach sich zieht, steht eine gespeicherte Fahrt stets in Beziehung mit einer Linie. Die Bezie­hungs­­typ-Rich­tung „Fahrt wird durchgeführt auf Linie“ ist deshalb nicht-optional.

 

·       Die Daten eines Mitarbeiters bleiben auch dann noch gespei­chert, wenn er das Unternehmen verlassen hat. Deshalb kön­nen die Bezie­hungstyp-Richtungen „Fahrt wird durchge­führt von Fahrer“ und „Technische Überprüfung erfolgt durch Fah­rer“ als nicht-optional angegeben werden.

 

·       Da ein Wagen erst dann in den Bestand auf­ge­nom­men und gespeichert wird, wenn die erste Technische Überprüfung erfolgt ist, muss die Beziehungstyp-Richtung „Wagen erfährt Technische Überprüfung“ nicht-optional sein.

·             

·       Die Technische Überprüfung wird über ihre Beziehung zum Wagen und durch den Prüftag identifiziert.

 

 

 

3.3      Transformation in das logische Datenschema

 

Zunächst werden die Objekttypen in Tabellen transformiert (Transformationsregel T01). Danach erfolgt die Transformation der Beziehungstyp-Richtungen, die als identifizierende Elemente für die „schwachen“ Objekttypen verwendet wurden (Transforma­tionsregel T02). Im Ergebnis dieser beiden Transformationen ergeben sich die folgenden vorläufigen Tabellen-Typbeschreibun­gen:

 

Wagen ( Wagen-Nr,Baujahr,Sitzplatzanzahl,Fahrstrecke )

Zug ( Zug-Nr,Funkfrequenz )

Bahnhof ( Bahnhofs-Code,Name,Anzahl Abstellgleise )

Linie ( Linien-Bez,Länge )

Fahrt ( ÝLinien-BezÝ+Tag+Anfangszeit+Richtung )

Fahrer ( Personal-Nr,Name,Geburtsdatum )

Technische Überprüfung ( ÝWagen-NrÝ+Tag,Prüfnote )

Prüfer ( Personal-Nr,Name )

 

Dabei wurden folgende Fremdschlüssel in die Primärschlüssel aufgenommen:

 

Primärschlüssel

des Objekttyps

wird aufgenommen in

Primärschlüssel von

Linien-Bez

Linie

Þ

Fahrt

Wagen-Nr

Wagen

Þ

Technische Überprüfung

 

 

Im nächsten Schritt werden die dualen Beziehungstypen in das relationale Datenbank-Modell transformiert (Transformationsre­geln T03 bis T12). Die veränderten Typbeschreibungen sind jeweils durch einen Stern gekennzeichnet:

 

*  Wagen ( Wagen-Nr,ÝZug-NrÝ,Baujahr,Sitzplatzanzahl,Fahrstrecke )

*  Zug ( Zug-Nr,ÝBahnhofs-CodeÝ,Funkfrequenz )

    Bahnhof ( Bahnhofs-Code,Name,Anzahl Abstellgleise )

*  Linienbegrenzung ( ÝBahnhofs-CodeÝ+ÝLinien-BezÝ )

    Linie ( Linien-Bez,Länge )

*  Fahrt ( ÝLinien-BezÝ+Tag+Anfangszeit+Richtung,ÝPersonal-NrÝ,ÝZug-NrÝ  )

    Fahrer ( Personal-Nr,Name,Geburtsdatum )

*  Technische Überprüfung ( ÝWagen-NrÝ+Tag,ÝPersonal-NrÝ,Prüfnote )

*  Prüferaktivität ( ÝWagen-Nr+TagÝ+ÝPersonal-NrÝ )

    Prüfer (Personal-Nr,Name )

 

 

Bemerkungen:

 

·       Der 1:N‑Beziehungstyp zwischen „Wagen“ und „Technische Überprüfung“ kann nur als 1:CN‑Beziehungstyp repräsentiert werden (Transformationsregel T09). Es kann also – entgegen den Sicherheitsbestimmungen – nicht garantiert werden, dass ein gespeicherter Wagen wenigstens eine Technische Über­prü­fung erfahren hat.

·       Der C:N‑Beziehungstyp zwischen „Zug“ und „Wagen“ lässt sich nur als C:CN-Beziehungstyp re­prä­sen­tieren. Die Kardi­nalitäts-Beschränkung ist erst recht nicht darstellbar. Mit der Tabellen-Typbeschreibung kann also nicht verhindert wer­den, dass ein Zug gespeichert wird, der keinen einzigen oder nur einen Wagen hat.

 

Für den C:CN-Beziehungstyp stehen zwei Transformations­regeln zur Verfügung:        

 

a)   Transformationsregel T10 (die meisten Wagen gehören zu einem Zug),

b)  Transformationsregel T11 (die meisten Wagen wer­den in der Reserve gehalten).

 

Sicherlich kann man den Fall a) annehmen. Deshalb wurde keine Koppel-Tabelle eingeführt. Stattdessen wurde in die Tabelle „Wagen“ ein nicht-eingabepflichtiger Verweis auf den „Zug“ aufgenommen (deshalb der Kursivdruck!).

·          Für die Repräsentation des C:CN-Beziehungstyps zwischen „Zug“ und „Fahrt“ stehen dieselben beiden Transformations­regeln zur Verfügung:

a)       Transformationsregel T10 (den meisten Fahrten ist ein gespeicherter Zug zugeordnet),

b)      Transformationsregel T11 (die meisten Fahrten wurden mit einem Zug durchgeführt, der inzwischen schon in der Da­tenbank gelöscht wurde)

Es wurde angenommen, dass die Zug-Zusammenstellungen rela­tiv stabil sind und dass gegebenenfalls Züge, die zwar phy­sisch nicht mehr existieren, in der Datenbank trotzdem noch eine Weile gespeichert bleiben. Deshalb wurde keine Kop­pel-Tabelle eingeführt. Stattdessen wurde in die Tabelle „Fahrt“ ein nicht-eingabepflichtiger Verweis auf den „Zug“ aufgenommen (deshalb der Kursivdruck!).

 

·          Die folgenden M:CN‑Beziehungstypen lassen sich nur unter Seman­tikverlust als CM:CN‑Beziehungstypen – also gemäß der Transforma­tionsregel T12 – repräsentieren:

 

Bahnhof

ßà

Linie

Prüfer

ßà

Technische Überprüfung

 

Die Kardinalitäts-Beschränkungen lassen sich erst recht nicht durchsetzen. Es kann also durch die Tabellen-Typbe­schrei­bun­gen der Koppel-Tabellen „Linienbegrenzung“ bzw. „Prü­fer­aktivität“ nicht gesichert werden, dass

 

Ø   eine Linie genau 2 Bahnhöfe als Grenzpunkte hat (es kann beispielsweise geschehen, dass für eine Linie gar kein, nur ein Bahnhof oder sogar drei Bahnhöfe als Grenzpunkte angegeben werden),

Ø   eine Technische Überprüfung durch genau 2 Prüfer er­folgt (es kann vorkommen, dass ihr kein Prüfer, ein Prüfer oder beispielsweise drei Prüfer zuge­ordnet wer­den).

 

 

 

3.4      Physisches Datenmodell des PowerDesigner 16.5

 

 

 

 

3.5      Datenbank-Struktur für Access 2016

 

 

 

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