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Vorstellung des Lehrbuchs |
Dieses Lehrbuch
wendet sich an Studierende und an Praktiker, die moderne
Informationssysteme nicht nur benutzen, sondern auch ihre Wirkprinzipien
verstehen wollen. Das Buch soll sie insbesondere dazu befähigen, ihr
fachliches Wissen über die Daten, die in einem speziellen Umfeld benötigt
werden, in exakter Weise so aufzubereiten, dass dieses Wissen unmittelbar für
den Datenbankentwurf verwendet werden kann. Das Buch ist für Informatiker,
Wirtschaftsinformatiker, Betriebswirte und sonstige Fachexperten geschrieben,
die – entweder als Haupt- oder als Nebenakteure –
mit dem Entwurf datenbankbasierter Anwendungssysteme konfrontiert sind.
In diesem Buch werden die folgenden
Probleme behandelt:
·
Wie wird ein Datenbank-Anwendungssystem
entwickelt und welche Rolle spielt dabei die Datenmodellierung?
·
Wie gelangt man
von der Analyse der Realität zu deren Darstellung in einem Datenmodell ?
·
Welche
Möglichkeiten zur Strukturierung der Daten bieten die gängigen Datenbank-Modelle ?
·
Wie erfolgt die Transformation
eines Datenmodells in die Struktur einer Datenbank ?
Da sich
dieses Buch als eine Einführung in die Praxis des Datenbankentwurfs
versteht, setzt es keine speziellen Fachkenntnisse voraus. Besonderer Wert
wird auf gute Verständlichkeit gelegt, die durch eine große Zahl
anschaulicher Beispiele gefördert wird. Anhand eines durchgehenden
Beispiels werden alle Etappen des Datenbankentwurfs – von der Beschreibung
der Realität bis hin zur Festlegung der Datenbankstruktur
– ausführlich beschrieben. Jedes Sprachelement, das zur Beschreibung der Datenstrukturen dient, wird durch ein Anwendungsbeispiel
veranschaulicht, das einem Unternehmensbereich oder dem Alltagsleben
entnommen ist.
Als Titel für
dieses Lehrbuch hatte ich ursprünglich vorgesehen: „Datenbankentwurf für Fußgänger“. Was sollte dieser eigenartige
Buchtitel bedeuten? Dieses Buch ist nicht für Leser geschrieben, die es besonders
eilig haben, denen ein flüchtiger Blick auf die Dinge genügt, denen es nicht
darauf ankommt, richtig Bescheid zu wissen, sondern die nur „mitreden“ wollen.
Im Tourismus kennt
man dieses Problem zur Genüge. Touristen werden mit Großstädten – wie London
oder Berlin – während einer Sightseeing-Tour in 2 bis 3 Stunden bekannt
gemacht. Kennen sie dann die Stadt ? Rundreisen durch einen ganzen Kontinent
wie Australien werden in 17 Tagen absolviert. Was weiß der Reisende dann über
„Land und Leute“ ?
Beim
Schreiben eines Lehrbuchs steht man vor demselben Problem: Soll man den Leser
im Eiltempo durch das darzustellende Wissensgebiet jagen ? Er wird dann von Vielem wenig
wissen. Noch schlimmer: Er wird glauben, Ahnung von Dingen zu haben, von
denen er doch nur „eine Ahnung“ hat.
Man
soll nicht glauben, dass der Aufbau eines Datenmodells und seine Transformation
in eine Datenbank-Struktur in einfacher Weise zu bewerkstelligen seien. Es
handelt sich dabei um komplizierte Probleme, die nicht dadurch einfacher
werden, dass man sie vereinfacht darstellt. Wer sich ernsthaft mit dem Entwurf
einer Datenbank beschäftigen möchte, braucht das gesamte dafür erforderliche
Rüstzeug. Bekommt er in einem Lehrbuch nur vereinfachende Bruchstücke
vermittelt, dann muss er ständig zwischen diesen Wissensfragmenten
„interpolieren“ und läuft dabei Gefahr, „Interpolationsfehler“ zu begehen.
Das vorliegende
Lehrbuch ist natürlich nicht das erste Buch über dieses Thema (und ganz gewiss
auch nicht das letzte). Was also will der Autor anders machen als die Autoren
vor ihm ?
Er will den Leser nicht im „Reisebus“ auf der Überholspur durch das Thema führen,
sondern möchte mit ihm als „Fußgänger“ die Landschaft im Schritttempo erkunden.
Der Leser wird sich dann am Ende der „geführten“ Wanderung, wenn er wieder
alleingelassen wird, im durchstreiften Gebiet sicherer bewegen können.
Das Schritttempo
der Wanderung ist aber nicht nur für denjenigen ein Gewinn, der ein unbekanntes
Terrain zum ersten Mal erkundet, sondern auch für den wiederholten Besucher,
ja selbst für den Reiseleiter. Er entdeckt beim „Schlendern“ Details, die auch
er zuvor nicht gesehen hat, und zieht Ansichten in Zweifel, die ihm bisher
als selbstverständlich erschienen sind. In diesem Sinn ist das Buch nicht nur
für „Einsteiger“ geschrieben, sondern kann auch für „alte Hasen“
von Interesse sein.
Fünf Aufgaben
zum Datenbankentwurf sollen den Leser in die Lage versetzen, sein
erworbenes Wissen bei der Bearbeitung von praktischen Beispielen zu erproben.
Der Vergleich mit den ausführlich kommentierten Lösungen ermöglicht eine
individuelle Wissenskontrolle und macht das Buch auch für das Selbststudium
geeignet.
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