![]() |
|
Bevor die eigentliche Erläuterung der Programmiersprache Java beginnen kann, muss eine Java-Programmierumgebung, bspw. das Java Development Kit (JDK), installiert werden bzw. die Verwendung des Compilers und die Anzeige der programmierten und übersetzten Elemente vorgestellt werden. Installation des Java Development Kits Das Java Development Kit (JDK) ist derzeit in der Version 2 (Code-Name JDK 1.2) für die folgenden Plattformen verfügbar:
Die derzeit aktuelle JDK-Version kann unter den URLs http://java.sun.com oder http://www.javasoft.com kostenlos bezogen werden. Unter diesen URLs findet der Benutzer auch Hinweise, wie die plattformspezifische Installation des JDKs zu erfolgen hat. Nach erfolgreicher Installation sind die folgenden drei Komponenten vorhanden:
In Java steht ein einfaches Werkzeug zur Verfügung, mit dem der Erfolg der Installationsprozedur überprüft werden kann: die Versionsüberprüfung des JDKs. Mittels der Anweisung
java -version erhält man als Ausgabe und damit als Beweis für die Lauffähigkeit von Java
java version "1.2". Setzen von Pfaden Um Java-Applets bzw. Applications ausführen zu können, müssen zwei Pfade gesetzt sein:
In der Variablen Die Variable PATH legt fest, wo die aufzurufenden Kommandos, bspw. java oder javac zu suchen sind. In diesem Beispiel sollte in der Variablen der Wert C:\jdk1.2\bin eingetragen sein, den man mit ECHO %PATH% unter Windows erfragen kann. Ist dies nicht der Fall, so kann der Wert analog zum Setzen der Variablen CLASSPATH mit dem Kommando SET PATH=C:\jdk1.2\bin;%PATH% geändert werden. Dies erfolgt analog für Windows 98 in der Datei autoexec.bat bzw. unter Windows NT in der Systemsteuerung. Die Verwendung des Teilausdrucks %PATH% bewirkt, dass der bisherige Inhalt der Variablen an den neuen Inhalt angehängt wird. Übersetzen von Java-Programmen Java-Programme werden üblicherweise in einem Text-Editor geschrieben. Hierzu können die auf den verschiedenen Betriebssystemen zur Verfügung stehenden Editoren, wie bspw. WordPad oder NotePad unter Windows bzw. emacs oder vi unter UNIX, verwendet werden. JDK umfasst daher auch keinen speziellen Editor zur Java-Programmierung. Es ist allerdings darauf zu achten, dass die Programmdateien das Suffix *.java erhalten, da nur dieses bei der Übersetzung vom Java-Compiler akzeptiert wird. Eine häufig auftretende Fehlerquelle ergibt sich hierbei unter Windows, da viele Editoren bei der Generierung von Textdateien automatisch das Suffix *.txt an den Dateinamen anhängen, das der Java-Compiler nicht versteht. Man muss weiterhin beachten, dass der Name der zu definierenden Klasse dem Dateinamen entspricht. In der folgenden Abbildung muss daher der Dateiname Beispiel1.java lauten. Ein Beispielprogramm, das mit Hilfe eines Editors erstellt werden kann, ist in Abb. 3-1 dargestellt. Die Funktionalität des Applets wurde bereits in Kapitel 1.4 erklärt.
Abb. 3.1: Beispiel-Applet
Abb. 3.2: Beispiel-Applet eingebettet in eine HTML-Seite Zur Anzeige muss das Applet übersetzt werden und in eine HTML-Datei eingebettet werden. Eine einfache HTML-Seite, die diese Funktion erfüllt, ist in Abb. 3-2 dargestellt. Man erkennt, dass der Compiler aus der Programmdatei Beispiel1.java eine Datei Beispiel1.class erzeugt hat und wie diese mit einer ergänzenden Größenangabe in eine HTML-Seite einzubetten ist. Aufgabe des Compilers ist die Übersetzung von Java-Quelltext in Java-Bytecode. Der Aufruf erfolgt nach der Syntax:
javac { Optionen } Dateiname .java
Abb. 3.3: Screenshot des Beispiel-Applets Nach dem Aufruf wird jede in der Quelldatei enthaltene Klasse und Schnittstelle in eine separate Datei mit dem Namen der Klasse bzw. der Schnittstelle und mit der bereits angesprochenen Erweiterung *.class übersetzt. Eine weitere Möglichkeit besteht in folgendem Compiler-Aufruf:
javacg { Optionen } Dateiname .java javacg ist ein weiterer Compiler, der speziell für die Zusammenarbeit mit einem Debugger (jdb) vorgesehen ist. Ein Debugger ist ein spezielles Werkzeug, das die Problemsuche bei der Programmierung stark erleichtert, da hiermit bei der Ausführung an beliebigen Stellen im Code angehalten werden kann und der Inhalt der verwendeten Variablen analysiert werden kann. Dies ist insbesondere dann hilfreich, wenn Fehler vorliegen, die man durch bloßes Ansehen des Quellcodes nicht findet. Die Optionen, die bei der Übersetzung verwendet werden können, sind in Tab. 3-1 wiedergegeben. |
|
|
Tab. 3.1: Optionen des Java-Compilers Nach der Übersetzung des Beispielprogramms ergibt sich das in Abb. 3-3 dargestellt Bild. Java-Interpreter Wie bereits dargestellt, können Java-Programme auch außerhalb eines Browsers ausgeführt werden. Sie werden dann nicht als Applets, sondern als Applications bezeichnet und müssen eine statische Methode, die mittels void main (String[] arg) definiert wird, enthalten. Der Parameter arg enthält hierbei die an die Application zu übergebenden Argumente in Form einer Liste von Zeichenketten. Der Interpreter-Aufruf erfolgt nach folgender Syntax:
java { Optionen } Klassentyp { Argumente } Der Klassentyp gibt hierbei an, welche Klasse auszuführen ist. Analog zur Übersetzung von Applets existiert auch hier ein Aufruf
javag { Optionen } Klassentyp { Argumente } mit dessen Hilfe ein Debugger verwendet werden kann. Wurde die Klasse in einem Paket definiert, so muss sie vollständig mit dem Paketnamen bezeichnet werden. Der Interpreter verwendet dann eine Datei Klassentyp.class des Verzeichnisses, in dem das Paket abgelegt ist. Der Pfadname ergibt sich aus der Zusammensetzung eines der Verzeichnisse, die in der Variablen CLASSPATH angegeben sind und dem in einen Verzeichnisnamen umgewandelten Paketnamen. Wird kein Paket verwendet, so muss sich die *.class-Datei direkt in einem Verzeichnis befinden, das in CLASSPATH angegeben ist. Beim Aufruf von java können die in Tab. 3-2 angegeben Optionen verwendet werden. |
|
|
Tab. 3.2: Optionen des Java-Interpreters java Ein Beispielprogramm einer Application, das mit Hilfe eines Editors erstellt werden kann, ist in Abb. 3-4 dargestellt.
Abb. 3.4: Beispiel-Application Zur Anzeige muss die Application übersetzt werden. Nach der Übersetzung mittels javac wird das Programm folgendermaßen ausgeführt:
java Beispiel2 Als Ausgabe ergibt sich der Satz Dies ist die Ausgabe des Beispiels!. Dies wird durch Verwendung der Methode System.out.println erreicht, deren Aufgabe die Ausgabe von Text im Kommandozeilenfenster ist. |
|
|