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THESIS e.V.
Fragen an unsere Alumni zum Thema Promotion

Dies ist ein Auszug aus einer Umfrage unter Thesis-Mitgliedern, die ihre Doktorarbeit bereits fertiggestellt haben. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse ist erschienen in der Vereinszeitschrift THESE, NR. 33, November 1998, S. 12 - 17.
Was würdest Du heute anders machen?
Zeitmanagement
Eine Gruppe von Antworten betraf vor allem das Zeitmanagement der Promotion: "mehr Zeit am Anfang für die analytische Gliederung des Stoffes aufwenden", "früher zu schreiben beginnen", "zügiger versuchen zum Abschluß zu kommen", "strukturierter und disziplinierter Arbeiten", "etwas kontinuierlicher Arbeiten", "frühere Abstimmung mit Co-Referenten", ganz allgemein "schneller promovieren", aber auch "Ich würde mir selbst weniger Druck machen, in einem festen Zeitraum fertigzuwerden (2 Jahre)."
Doktorvater
Das Verhältnis zum Doktorvater würde aus heutiger Sicht folgendermaßen anders gestaltet: "mehr Unterstützung vom Prof. einfordern", "Meinen Doktorvater so lange nerven, bis er sich mit meinen Fragen auseinandersetzt und Teile liest", "Gespräche mit Prof. immer protokollieren", "mehr Austausch mit dem Doktorvater".
Kontakte
Der Kontakt zu anderen, insbesondere zu Mitstreitern würde von vielen mehr gesucht. "Eine Diskussionsrunde institutionalisieren, bei der alles besprochen werden kann. Ich habe das dann bei THESIS gefunden." Einer räumte ein "weniger auf andere hören" zu wollen.
Veröffentlichung
"Was die Veröffentlichung betrifft, würde ich heute mehr darauf achten, meine Diss. schnell bei irgendeinem Verlag zu veröffentlichen, statt bei einem thematisch passenden oder renommierten Verlag." "Mehr veröffentlichen und reisen." "Bevor ich den ersten Satz tippe, würde ich mir die Formatierungsregeln vom Verlag vornehmen und von Anfang an alles danach ausrichten."
Ausland
Einige würden viel stärker ausländischer Kontakte in das Promotionsprojekt einfliessen lassen, oder im Ausland promovieren bzw. ein Auslandsjahr einschieben.
Was waren Deine besten Entscheidungen? Was würdest Du genauso wieder machen?
Zeitmanagement
Organisation
Auch diese Hinweise betreffen häufig das Zeitmanagement und die Organisation der Doktorarbeit: "Schnell intensiv mit dem Thema beginnen und ohne beruflichen Streß (2Jahre) fertig schreiben." "Einfach anfangen.""Trotz Zeitdruck so lange Forschen, bis das Ergebnis für mich vertretbar und damit wirklich innovativ war." "Zum richtigen Zeitpunkt abzuschließen, und einen klaren Schlußpunkt zu setzen." "Irgendwann die Recherche-Phase willkürlich abgebrochen zu haben und mit dem Schreiben begonnen zu haben." "Nicht so viel Gedanken an die Organisation meines Dissertationsprojektes verschwendet zu haben, sondern darauf vertraut zu haben, daß meine vielen Zettel und meine Gedanken sich mit der Zeit schon ordnen werden."
Betreuung
Als wichtige Ratschläge bezüglich der Betreuung sind herauszustellen: "Mich durch die schwere Erkrankung meines Doktorvaters nicht aus der Ruhe bringen zu lassen." "Kontakt mit Kollegen meines Doktorvaters gehalten zu haben und das Kolloquium des Professors, der nach dem Tod meines Doktorvaters die Betreuung und Begutachtung übernahm, schon zur Zeit der Magisterarbeit regelmäßig besucht zu haben." "Den Doktorvater aus mehreren möglichen auswählen, nach Gesprächen mit ihm und anderen Doktoranden." "Zusammenarbeit mit russischem Gastprofessor (Vollzeitbetreuung)" "Betreuung dort suchen, wo die Leute selbst forschen und international aktiv sind." "Trotz Risiko gegen etablierte Lehrmeinungen angehen." "Selbstbewußt und couragiert eigene Ideen umsetzen, auch gegen den Rat des Chefs." "Doktorvater wechseln."
Kontakte
Bezüglich des Kontaktes zu anderen: "Mit so viel Leuten wie möglich reden, um Anregungen zu bekommen." "Kontakt mit anderen Doktoranden gehalten zu haben und mich jeden Mittag mit einem befreundeten Doktoranden getroffen zu haben sowie mich für sein Diss.-thema interessiert zu haben." "Enger Kontakt zu Praxis." "Kritische Distanz zu anderen Studien, die auch nur mit Wasser kochen, und zu sogenannten Koryphäen."
Thema
Was das Thema betrifft: "Inhaltlich etwas zu machen, was einem liegt.""Ein interdisziplinäres Thema wählen." "Pragmatik im Ansatz.""Viele verschiedene Tätigkeiten (Literatursuche, Experimente im Labor, Reinraumarbeit, Bericht schreiben, Vorträge entwerfen und halten, Werkstattarbeiten, Auswertung der Daten am Computer) in meine Arbeit integrieren." "Die Arbeit in einem richtigem Verlag herauszugeben. Dann wird sie wenigstens wahrgenommen." "Während der Erstellung der Diss. hauptsächlich in dem Land gelebt zu haben, das mit dem Thema der Arbeit verbunden ist."
Finanzierung
Perspektive
Die Finanzierung und Perspektive betreffend: "Keine Uni-Stelle angenommen zu haben, sondern die Finanzierung durch ein Stipendium." "Nicht als "Interne" zu promovieren; Gründe: Zeitersparnis ca. 2-3 Jahre, mehr Geld und relevante Berufserfahrung." "Keine Assistentenstelle gehabt zu haben, sondern in der Praxis gearbeitet zu haben und praktische Erfahrungen zu sammeln." "Eine halbe Assistentenstelle annehmen, um somit eine Kombination aus Uni-und Praxistätigkeit zu haben." "Nebenbei zu arbeiten, um nicht im "wissenschaftlichen Elfenbeinturm" zu stecken." "Ich würde parallel schon in einer Festanstellung arbeiten." "Neben Berufstätigkeit (50% fest angestellt) und Kind, Haus, Garten just for fun promovieren." "Nach der Diss. in der Forschung bleiben."
"Durchhalten", "keinesfalls aufgeben, ganz gleich was kommt"
Zusammenfassung
Zusammfassend sollte festgehalten werden: "Grundeinstellung ist wichtig, keinesfalls aufgeben, ganz gleich was kommt. Mit dieser Haltung schafft man alle." "Durchhalten trotz Probleme." "Sich von akademischen "Getue" nicht beeindrucken lassen." "Auf eigenes technisch-wissenschaftliches Gespür mehr vertrauen, als auf unreflektierte Kommentare vom "großen Meister", "Ziel war Promotion, Ziel war nicht Nobelpreis!!!"
Letzte Änderung: 10.12.98
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