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Dokumentation für den Endanwender |
ZusammenfassungDie vorhergehenden Kapitel haben gezeigt, daß die Probleme, die sich durch eine fehlende hochwertige Dokumentation von Softwaresystemen ergeben, mit Hilfe der zur Verfügung stehenden Werkzeuge angehen lassen. Wie wichtig die Dokumentation von Softwaresystemen ist, dürfte sich insbesondere heute darstellen. Das Millenium-Problem ist ein gutes Beispiel dafür, wie sinnvoll es ist, Software zu dokumentieren, denn jetzt müssen viele Softwaresysteme auf das Jahr 2000 umkonfiguriert werden. Diese Aufgabe stellt sich aber als so gut wie unlösbar heraus, wenn vorher nicht ausreichend dokumentiert wurde. Traurige Realität in der Industrie ist leider immer noch, daß Softwaresysteme erst nach ihrer Fertigstellung dokumentiert werden. Damit ergeben sich jedoch vielfältige Probleme. Eines ist jedoch sicher: Eine Nachdokumentation wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit unvollständig sein. Meist ist sie auch noch unkorrekt und inkonsistent.
Wie man Softwaresysteme durchgängig dokumentieren kann, hat diese Arbeit dargestellt. Sie hat nicht den Anspruch vollständig zu sein, aber sie versucht einen Einblick in die Wichtigkeit und die Möglichkeiten von Softwaredokumentation zu geben.
Entweder läßt man Studenten Software nachdokumentieren, was sehr aufwendig ist, und nur den einen Lerneffekt hat, es besser sofort zu tun, oder man läßt sie Applikationen entwickeln und dokumentieren. Dieser Dokumentationsprozeß endet dann allerdings mit der Fertigstellung des Programmes. Der wichtige Aspekt der Wartung von Softwaresystemen wird dabei noch sehr vernachlässigt. Es gibt keinerlei Motivation Dokumentation für ein Programm zu schreiben, welches nur ein Probeprogramm darstellt, welches nach seiner Entwicklung in der Schublade verschwindet. Die Industrie wird bald schon gezwungen sein, wenn sie die Wiederverwendbarkeit ihrer Software-Komponenten erhöhen will, diese gut zu dokumentieren. Dies hätte 2 große Vorteile:
Johannes Sametinger von der Johannes Kepler Universität in Linz, Österreich, hat sich in seiner Abhandlung "The Role of Documentation in Programmer Training" mit dieser Thematik auseinandergesetzt. Zwischen der Industrie und den Universitäten besteht eine Art Wechselbeziehung: Werden in der Industrie bestimmte Fähigkeiten erwartet, so fließen diese in die Prüfungsordnungen ein und werden gelehrt. Andererseits könnte ein Gebiet wie die Softwaredokumentation auch von den Universitäten in die Industrie getragen werden, wenn es gelingt, die Führungsetagen von den Vorteilen, wie Erhöhung der Produktivität und bessere Wartbarkeit, zu überzeugen.
Die dazu notwendigen Investitionen werden sich als Investitionen in die Zukunft erweisen und dem Unternehmen aufgrund der oben erwähnten Vorteile, bei dem so wichtig gewordenen "Time-to-Market-Faktor" einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz geben.
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Letzte Änderung von René Eßer am 22.06.98 [Informationen]