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Ende gut, alles gut! Wie oft seufzen wir dieses Sprichwort. Und immer wieder trifft es zu. Leider bilden meine Diplomarbeit Konzeption eines Hardware-Musterbuchs am Beispiel Boundary-Scan" und besonders diese letzten Zeilen keine Ausnahme. Wieder einmal bestätigt sich die Regel und es beschäftigen einen die Fragen: Wie sind die letzten Schritte am besten zu bewältigen? Gibt es ein günstiges Entwurfskonzept, das die Arbeit am Ende gelungen abrundet?" [siehe Vorwort]
Ja, es gibt ein solches Konzept: Entwurfsmuster! Sie dokumentieren das langjährige Erfahrungswissen vieler Entwurfs-Experten. Sie werden nicht erfunden, sie werden entdeckt. Sei es in der Architektur, in der Software oder in der Hardware: Entwurfsmuster können zu einer Bereicherung gängiger Entwurfsmethoden werden. Ein Experte entwirft musterorientiert: Er erinnert sich während des Entwurfsprozesses an ähnliche Probleme, die er in der Vergangenheit bereits gelöst hat. Anschließend wendet er die entsprechende Lösung im Kontext seines Entwurfsproblems an. Anzahl und Qualität der Muster eines Experten entscheiden, wann ein Entwurf für gut" befunden werden kann.
Wie wichtig Entwurfsmuster für einen effizienten Entwicklungsprozeß sind, hat die Softwaretechnik längst bewiesen. Es waren keine Theoretiker, die sich Gedanken über ein musterorientiertes Entwerfen gemacht haben nein, es waren Praktiker, die nicht länger auf ein wichtiges Entwurfs(muster)werkzeug warten wollten. Möglichst rationell sollen Anfänger auf das Entwurfsniveau von Experten gebracht werden. Und wer wünscht sich nicht, möglichst schnell ein Experte zu werden?
Das Beispiel des Entwurfsmusters Boundary-Scan hat gezeigt, daß nicht lange nach Entwurfsmustern gesucht werden muß. Zwar hat das Muster durch seine IEEE-Standardisierung gegenüber anderen Mustern einen großen Vorteil, doch sollte dies nicht hinderlich sein, weitere Muster zu identifizieren.
Das Ziel sollte ein Musterbuch sein, daß an die Tradition anderer Musterbücher des letzten Jahrhunderts anknüpft. Sie dokumentierten die Erfahrungen aus vielen Handwerksberufen und waren für die Entwicklung des Handwerks und der Industrie in Deutschland für das 19. Jahrhundert von grundlegender Bedeutung.
Man spürt, daß hier nicht Theoretiker verkauft wurden, sondern ein Praktiker seine Erfahrungen bekannt machte und zwar so bekannt machte, daß sie wiederum leicht in die Praxis umzusetzen waren",
kommentiert Manfred Gerner einen Band aus dem Jahr 1833, dessen Umschlagseite die Abbildung 20 zeigt. Vielleicht kann ein Hardware-Musterbuch für die Chip-Entwicklung des nächsten Jahrhunderts ebenso von zentraler Bedeutung werden. Jedenfalls würden wir dem Ziel näher kommen, einen vollkommenen Hardware-Entwerfer" (vgl. Abbildung 20) zu schaffen. Doch sind wir lieber ein bißchen bescheidener: Auch der Hardware-Entwickler kann den Entwurf durch das Entdecken, Notieren, Standardisieren und Anwenden von Entwurfsmustern vereinfachen. Es kann ein gemeinsames Vokabular geschaffen werden der Hardware-Entwurf neu" gelehrt werden. Die Erstellung eines Musterbuchs auf der Grundlage des Entwurfsmusters Boundary-Scan sollte Anreiz und Aufgabe folgender Arbeiten sein.

Abbildung 20: Umschlagseite ienes Musterbuchs aus dem 19. Jahrhundert
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