Universität-Gesamthochschule
Siegen
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HIPERLOC
"High Performance and Low Cost"
- Entwicklung einer kostengünstigen Fertigungstechnologie für Multichip-Module und Bausteingehäuse -
Die ständig zunehmende Funktionalität elektronischer Systeme bei gleichzeitiger Miniaturisierung stellt hohe Anforderungen an Technologie und Fertigungsverfahren. Anspruchsvolle Full-Custom-Entwürfe als Einchip-Lösung realisiert, werden zunehmend kostenintensiver und somit für Kleinserien ungeeignet. Gewöhnliche Leiterplattenlösungen hingegen, erfüllen häufig nicht die Anforderungen an Geschwindigkeit, EMV oder minimaler Raumausnutzung.
An dieser Stelle setzt nun die Technologie der sogenannten Multichip-Module (MCM) an. Sie ermöglicht den Aufbau komplexer Systeme auf der Basis von ungehäusten Standardchips unterschiedlichster Funktionen und Technologien, die zusammen auf einem Feinstleitersubstrat kontaktiert werden (Bild 1.1).
Bild 1.1: Beispiel: FPGA-basierter Mikrokontroller realisiert als Multichip-Modul [BK95]
Die Chips werden üblicherweise auf das Substrat geklebt und über feine Drahtbrücken (Wirebonds) elektrisch kontaktiert. Dieses Herstellungsverfahren ist aufgrund seiner relativ einfachen Prozesse am weitesten verbreitet, jedoch technologisch gesehen stark veraltet. Die Kontaktbrücken beanspruchen zu viel Substratplatz, was eine Steigerung der Chipdichte verhindert. Zudem handelt es sich bei dem genannten Kontaktierungsprozeß um einen seriellen Vorgang, der mit steigendem Pin-count der Chips ebenso zeit- wie kostenintensiv wird.
Aus diesem Grund beschäftigt sich die Fachgruppe Technische Informatik mit der Entwicklung einer System-Technologie, die den zunehmenden Leistungsanforderungen der modernen Mikroelektronik gewachsen ist, ohne jedoch unnötig aufwendige und teure Prozesse zu verwenden. Die Analyse gebräuchlicher Substratmaterialien, Substrat- und Gehäusedesigns, Durchkontaktierungsverfahren (Microvias) für Multilayer-Substrate, sowie Kontaktierungsverfahren für Mikrochips führte zu einem Technologiekonzept, das fachgruppenintern unter der Arbeitsbezeichnung "HIPERLOC" (High Performance and Low Cost) geführt wird.
Bild 1.2: Prinzipschnittbild eines MCM-HDI
Bild 1.2 zeigt die prinzipielle HIPERLOC Chip- / Substratanordnung. Die Mikrochips werden oberflächenbündig in das Substrat eingelassen, abgedeckt und durch selektive Metallabscheidung planar ankontaktiert. Das Verfahren ermöglicht den Aufbau sehr flacher, platzsparender MCM, die sich zudem durch einfaches Aufeinanderschichten zu räumlich hochdichten Systemen zusammenfügen lassen.Die dargestellte Kontaktierungsweise stellt die effektivste, da kürzeste Variante aller Verbindungsmethoden überhaupt dar. Eine bereits 1988 von General Electric unter dem Titel: "High Density Interconnect (HDI)" beschriebene und patentierte Variante dieser Methode bedient sich äußerst aufwendiger und kostspieliger Materialien und Fertigungsmethoden, wodurch das Prinzip bis dato noch keine große Marktakzeptanz erfuhr.
Im Gegensatz dazu verfolgt die Fachgruppe Technische Informatik das Ziel, das Prinzip der sehr kurzen Kontaktierungsbrücken mit Hilfe gängiger Leiterplattenmaterialien und -fertigungsprozesse zu realisieren, wodurch zukünftig jeder Leiterplattenhersteller direkt in die Lage versetzt wird, Multichip-Module zu fertigen. Ein weiterer Vorteil der Leiterplattentechnik ist die Herstellung von doppelseitigen Substraten, wodurch die theoretische Komponentendichte der HIPERLOC-Module deutlich > 1 werden kann (Dichte = S aller Bauteilgrundrisse / Substratgrundfläche).
Bild 1.3: Single-chip Modul nach HIPERLOC, U-GH Siegen, Jan. 1999
Bild 1.3 zeigt ein erstes nach HIPERLOC produziertes Modul, bestehend aus einem 4,5 x 8 mm großen Glasfaser-/Epoxydharz-Substrat (FR4), 100 µm breiten Kupferleiterbahnen, einer 50 µm starken Isolationsschicht, 100 µm großen Fotokontaktvias und einem versenkten 2 x 2,5 mm großen Mikrochip.
In Zusammenarbeit mit dem Labor für Leiterplattenfertigung, dem Fachbereich Chemie und dem Fachbereich Maschinentechnik unserer Hochschule wird derzeit intensiv an der Optimierung der insgesamt 9 unterschiedlichen Prozeßschritte gearbeitet. Die Verwendbarkeit ausgewählter Standardleiterplattenprozesse und -materialien ließ sich bereits erfolgreich nachweisen [BK98]. Derzeit wird das chemisch/physikalische Materialverhalten der Chip-Ankontaktierung eingehender untersucht. An diesen Tätigkeiten sind drei Firmen aktiv beteiligt. Parallel zu den Arbeiten erfolgten mittlerweile zwei Patentanmeldungen [BK96] und [KlSchm97], da sich material- und prozeßbedingt mehrere innovative Ansätze ergaben.
In dem beschriebenen Umfeld sind Studien- und Diplomarbeiten
zu folgenden Themenschwerpunkten möglich:
Grundvoraussetzung: Interesse an der Zusammenarbeit mit "nichtelektrotechnischen" Wissenschaftssparten.
Ansprechpartner: Dipl.-Ing. Bernd
Klose, App.: 4268, Raum H-E009
Wie in der Themenübersicht bereits geschildert, wird mit steigender Komplexität der MCM das Drahtbonden zunehmend zeit- und kostenintesiver. Die vorliegende Studien- / Diplomarbeit soll einen innovativen Ansatz diskutieren, der es ermöglicht, sämtliche Die-Kontaktierungen zeitgleich mit einem Prozeßschritt zu realisieren und zudem ohne Reinraumatmosphäre auszukommen. Zur Überprüfung der Ergebnisse werden zwei Mikrokontroller-MCM, bestehend aus jeweils drei Dice, auf einer Substratfläche von max. 33 x 33 mm2 aufgebaut. Die Funktion wird abschließend in einer bereits existierenden Systemumgebung verifiziert.
Die Arbeiten gliedern sich wie folgt:
Ansprechpartner: Bernd Klose, App.: 4268, Raum H-E009
Ausgehend von den Ergebnissen der o.a. Studien- / Diplomarbeit 1, sollen mehrere Speichermodule (SIMM) realisiert werden, die in ihrer Z-Ausdehnung die Stärke der Substratleiterplatte nicht überschreiten. Die Module setzen sich, je nach Verfügbarkeit der RAM-Dice, aus bis zu 16 Einzelchips zusammen.
Die Arbeiten gliedern sich wie folgt:
Ansprechpartner: Bernd Klose, App.: 4268, Raum H-E009
Ziel der Arbeit ist es, die Kraft, die auf eine metallisierte Kunststoffprobe aufgebracht wird, so zu regeln, daß der Rißverlauf zwischen Metall und Kunststoff beobachtet werden kann. Die für diesen Versuchsaufbau notwendigen mechanischen Einrichtungen sind teilweise vorhanden Zusätzlich werden steuerungsspezifische Vorrichtungen angefertigt.
Die Arbeiten gliedern sich wie folgt:
Prof.-Dr. H. Weiß
Dipl.-Ing. Bernd Klose, App.: 4268, Raum H-E009
Dipl.-Ing. H. Sauer, App. 2154, Raum PB-A226
Hochkomplexe MCM-L nach dem HDI-Verfahren stellen hohe Anforderungen
an die Assemblierungswerkzeuge. D.h., die ungehäusten Mikrochips müssen
auf 10 µm genau in die Substratsenken eingeklebt werden.
Die Fachgruppe verfügt über zwei Mikropositionierer, die
ursprünglich zur Aufnahme von Meßspitzen für den Chiptest
bestimmt waren. Sie können derzeit lediglich manuell per Joysticks
in X-, Y- und Z- Richtung verfahren werden. Da sich auf diese Weise keine
Bewegungsbahnen exakt wiederholen lassen, soll die Ansteuerung der Stellmotoren
zukünftig ergänzend rechnergestützt erfolgen. Das bedeutet,
eine per Joystick vorgefahrene Bewegung wird gespeichert, optimiert und
anschließend automatisch beliebig oft ausgeführt.
Die Arbeiten gliedern sich wie folgt:
Ansprechpartner: Bernd Klose, App.: 4268, Raum H-E009
Die Metallagen der MCM-Feinstleitersubstrate werden im Anschluß
an die chemische Kupferabscheidung galvanisch nach dem sog. Semiadditiv-Verfahren
verstärkt. D.h., eine optisch negativ strukturierte Isolationsschicht
deckt die chemisch abgeschiedene Metallschicht soweit ab, daß lediglich
die zukünftigen Leiterzüge offenliegen. Bei der folgenden Galvanisierung
kann sich somit das Kupfer auch nur dort entlang abscheiden. Nach dem Entfernen
der Isolationsschicht wird die gesamte Kupferebene gleichmäßig
abgeätzt, bis die Leiterzüge elektrisch voneinander isoliert
sind. Jedoch hat sich gezeigt, daß der Prozeßschritt des partiellen
Galvanisierens ein nicht triviales Problem darstellt. In Abhängigkeit
von der Elektrodenanzahl für die Stromeinspeisung und von der partiellen
Leiterzugdichte der Leiterplatte, ergeben sich für die einzelnen Elektroden
unterschiedliche Stromdichten, die wiederum zu verschieden starken Metallabscheidungen
führen können. Die Leiterzüge werden somit, über die
gesamte Leiterplattenfläche hinweg betrachtet, in verschiedenen Bereichen
auch unterschiedlich dick.
Die Aufgabe der vorliegenden Studien- / Diplomarbeit besteht nun darin,
die oben beschriebene Problematik systematisch zu bearbeiten und zu lösen.
Zu diesem Zweck soll eine Software entwickelt werden, die aus den Geometriedaten
eines Layout-Tools die Leiterzugdichte bzw. die Leiterzugfläche im
Verhältnis zur Leiterplattenfläche berechnet. Ferner soll das
Programm unter Berücksichtigung des galvanisch zulässigen Stromdichtebereichs
die Anzahl der benötigten Elektroden und somit die Layoutpartitionierung
berechnen und optisch darstellen.
Die Arbeiten gliedern sich wie folgt:
Ansprechpartner: Bernd Klose, App.: 4268, Raum H-E009
Die Fachgruppe 'Technische Informatik' befaßt sich u.a. mit der Entwicklung von feldprogrammierbaren Steuerungssystemen (siehe Walter Lang). Für erste Untersuchungen am "realen Objekt" wird derzeit im Rahmen einer Studienarbeit (Rüdiger Six) der Stromlaufplan und das Layout der ersten Prototypen-Leiterplatte entwickelt. Diese Arbeiten finden auf dem im Profibereich weit verbreiteten Entwurfswerkzeug VISULA der Firma Zuken Redac statt. Die vorliegende Studien- bzw. Diplomarbeit HS I soll sich mit der Umsetzung der Layout-Masken in eine Multilayer-Leiterplatte und mit der Bestückung der bereits beschafften Bausteine befassen. Der Multilayer wird extern, in Zusammenarbeit mit der Fa. Richter Elektronik in Schmallenberg gefertigt und stellt für die dortige Prozeßlinie eine realisierbare Herausforderung dar.
Die Arbeiten gliedern sich wie folgt:
Ansprechpartner: Bernd Klose, App.: 4268, Raum H-E009 oder Walter Lang, App.: 3210, Raum H-E006
Die Eingangs beschriebenen Werkstoffuntersuchungen für die Entwicklung des "Siegener" MCM-Konzepts verlangen Meß- und Prüfeinrichtungen, die in der benötigten Form bislang noch nicht existieren. Speziell der Prozeßschritt der Kunststoffmetallisierung hängt sehr stark von der Qualität der Materialoberfläche ab. Aus diesem Grund soll im Rahmen der vorliegenden Studien- bzw. Diplomarbeit ein optoelektronisches Gerät aufgebaut werden, das die Rauheit von reflektierenden Materialoberflächen komparativ bestimmen kann. D.h., ausgehend von einem definierten Muster mit quantitativ bestimmter Rauhheit, soll das zu entwickelnde Gerät die Oberflächenqualität fremder Materialproben durch Vergleich ermitteln. Die prinzipielle Arbeitsweise des Geräts steht bereits fest, so daß lediglich der Aufbau sowie die nötige Kalibrierung durchgeführt werden müssen.
Die Arbeiten gliedern sich wie folgt:
Ansprechpartner: Bernd Klose, App.: 4268, Raum H-E009
In Zusammenarbeit mit dem Institut für "Analytische Chemie I" von Prof. Wenclawiak, Fachbereich 8, soll ein preisgünstiges Computersystem entstehen, das in der Lage ist, die analogen Meßsignale eines Konzentrationsmeßsensors (UV-Absorptions-Detektor) und eines Durchflußmessers in digitale Signale zu wandeln und zwecks Visualisierung, einer einfachen graphischen Oberfläche zur Verfügung zu stellen. Die Oberfläche soll für eine Darstellung unter WINDOWS 3.11 programmiert werden und die beiden Meßgrößen in Abhängigkeit vom Zeitverlauf kenntlich machen. Zur Verfügung stehen ein Pentium 100-System, ein Detektor, der analoge Spannungswerte zwischen 0-10 Millivolt bzw. 0-1 Volt liefert und ein Durchflußmesser mit RS232 Schnittstelle. Zur Aufgabe der Studien- / Diplomarbeit gehört es, eine geeignete A/D-Wandlerkarte zu spezifizieren und zu implementieren und die aufgenommenen Meßdaten exemplarisch grafisch darzustellen.
Die Arbeiten gliedern sich wie folgt:
Ansprechpartner: Bernd Klose, App.: 4268, Raum H-E009 bzw. André Wolf, App. 4242, Raum AR-F114
Seit November 1996 besitzt die Fachgruppe 'Technische Informatik' mehrere Lizenzen des Leiterplattenlayout-Systems 'VISULA' der Firma Zuken Redac. Bei diesem Werkzeug handelt es sich um ein professionelles Leiterplatten- und Multichip-Modul-Entwurfsystem, das im industriellen Highend-Bereich weit verbreitet ist. Die Stärke von VISULA liegt darin, daß es nahezu jede Layout-Variante in beliebiger Komplexität zuläßt und unterstützt. Nach bereits erfolgtem Entwurf einer 4-Lagen-Multilayer-Leiterplatte sollen nun die Standardentwurfsregeln der Software für Multichip-Module verifiziert und um die Komponenten des HIPERLOC-Konzepts erweitert werden. Dabei handelt es sich primär um die Integration eines Layers, der die Daten zur Positionierung von Mikrochips, zur Maskenjustage und zur Ansteuerung einer Bohr- und Fräsmaschine liefern soll.
Die Arbeiten gliedern sich wie folgt:
Ansprechpartner: Bernd Klose, App.: 4268, Raum H-E009
Das ausführlich beschriebene HIPERLOC-Konzept wurde bereits teilweise sehr erfolgreich umgesetzt. Um die Justage- und Ankontaktierungsmechanismen von Mikrochips im System besser bewerten zu können, werden Testchips benötigt, die in ihrer Funktion lediglich einfache Verbindungsstrukturen aufweisen. Die praktischen Arbeiten der Chip-Herstellung erfolgen interdisziplinär in den Reinräumen des "Instituts für Halbleiterfertigung" (IHE), die Justage der Chips im Labor für Leiterplattenfertigung (LF) und die Herstellung und Untersuchung der Ankontaktierung im Labor für Oberflächentechnik (LOT).
Die Arbeiten gliedern sich wie folgt:
Ansprechpartner: Bernd Klose, App.: 4268, Raum H-E009
Die U-GH Siegen verfügt über eine eigene Leiterplattenfertigung,
die an den Fachbereich 12 angegliedert ist. Die Qualität der produzierten
Leiterplatten ist dabei gelegentlich stärkeren Schwankungen unterworfen,
da u.a. keine Verbrauchskontrolle der Entwickler- und Ätzbäder
erfolgt.
Um langfristig den Ausschuß zu reduzieren und gleichzeitig die
Qualität und das Auflösungsvermögen der Leiterplatten zu
steigern, sind Maßnahmen gefordert, die signifikante Parameter wie
beispielsweise Säure- / Laugenkonzentration, Temperatur, pH-Wert und
Wasserhärte erfassen und protokollieren. In Kooperation mit der "Analytischen
Chemie I" (Prof. Dr. B. Wenclawiak) entstand bereits im Rahmen einer
Studienarbeit (Elektrotechnik) eine graphische Benutzeroberfläche
mit einer entsprechenden A/D-Wandlerkarte zur Protokollierung von Langzeitmeßvorgängen.
Die Aufgabe der vorliegenden Schwerpunktarbeit (Chemie) besteht nun darin, den Verbrauch der Kupferätze (CuCl2, HCl, H2O2 / 45 °C) und des Entwicklers (Soda / 40 °C) bzw. das Aufkonzentrieren div. Reaktionsprodukte über die Lebensdauer der Bäder zu untersuchen, um anschließend gezielt Meßsensoren konzipieren zu können.
Die Arbeiten gliedern sich wie folgt:
Ansprechpartner: André Wolf, App.: 4242, Raum AR-F 114 oder Bernd Klose, App.: 4268, Raum H-E009
© Uni-GH Siegen. Technische Informatik
(created: 09-May-1996)(last modified: 21-January 1999)