Die in diesem Worksheet beschriebenen Prozeduren ermöglichen die näherungsweise Bestimmung von
mithilfe der Methode der einbeschriebenen und umbeschriebenen regelmäßigen Vielecke, über deren (Teil-)Flächeninhalte dann nach Division durch
die Näherung erfolgt. Die umbeschriebenen Vielecke entstehen durch zentrische Streckung aus den einbeschriebenen. Abhängig von der Zahl der Ecken beim Start (üblicherweise Dreiecke oder Vierecke) werden insgesamt fünf Eckenverdopplungen, also z.B. die Folge 3-, 6-, 12-, 24-,48-, 96-Eck bzw. 4-, 8-, 16-, 32-,64-, 128-Eck berechnet und gezeichnet.
Inhaltsverzeichnis
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Graphische Darstellung der einbeschriebenen Vielecke
Die Prozedur e_Vieleck zeichnet den Einheitskreis und einbeschriebene Vielecke, wobei der Startwert (Eckenzahl) übergeben werden muss. Man wird wohl meist mit Dreiecken oder Vierecken beginnen, um die Annäherung auch gut verfolgen zu können. Zur besseren Übersicht wird empfohlen, die Grafik auf Bildschirmgröße aufzuziehen.
> e_Vieleck(5);
Animation !
Weitere Beispiele
> e_Vieleck(4);
Animation !
> e_Vieleck(3);
Animation !
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Graphische Darstellung der umbeschriebenen Vielecke
Die Prozedur u_Vieleck zeichnet den Einheitskreis und umbeschriebene Vielecke, wobei der Startwert (Eckenzahl) = 4 fest eingestellt. wurde. Er kann nicht verändert werden. Zur besseren Übersicht wird empfohlen, die Grafik auf Bildschirmgröße aufzuziehen. Für Vorschläge zur Verallgemeinerung der Prozedur auf beliebige regelmäßige Vielecke wäre ich dankbar
> u_Vieleck();
Animation !
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.
Die Tabelle 1 stellt die Berechnungen mit dem Startwert n = 4 dar. Dazu muss man die Flächeninhalte von
und
kennen. Zur Vereinfachung wird der Radius wie in den Zeichnungen mit r = 1 angenommen. Dann stellen die Folgen der Flächeninhalte direkt die Näherung von
dar. Die Werte wurden gerundet, weil Maple sonst "möglichst genaue" und hier damit unübersichtliche Ergebnisse präsentiert. Tabelle 2 liefert die Werte für den Startwert n = 3.
Tabelle 1:
Tabelle 2:
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Bild mit einbeschriebenen und umbeschriebenen 4- bzw. 8-Ecken
Die Grafik bereitet die Überlegungen der nächsten Sektion vor.
>
with(plots,display,polygonplot):
Kreis:=plot([sin(t), cos(t), t=-Pi..Pi],color=red,thickness=3):
e_Eck_4:=n->[seq([cos(2*Pi*i/n),sin(2*Pi*i/n)],i=1..n)]:
e_Eck_8:=n->[seq([cos(2*Pi*i/(2*n)),sin(2*Pi*i/(2*n))],i=1..2*n)]:
u_Eck_4:=n->[seq([sqrt(2)*cos(2*Pi*i/n),sqrt(2)*sin(2*Pi*i/n)],i=1..n)]:
u_Eck_8:=n->[seq([2^(1/8)*cos(2*Pi*i/(2*n)),2^(1/8)*sin(2*Pi*i/(2*n))],i=1..2*n)]:
Bild1:=polygonplot(e_Eck_4(4),thickness=2):
Bild2:=polygonplot(e_Eck_8(4),thickness=2):
Bild3:=polygonplot(u_Eck_4(4),thickness=2):
Bild4:=polygonplot(u_Eck_8(4),thickness=2):
display(Kreis,Bild1,Bild2,Bild3,Bild4,scaling=constrained);
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Entwicklung der Formeln
Sei
der Flächeninhalt des einbeschriebenen regelmäßigen n-Ecks.
Sei
der Flächeninhalt des umbeschriebenen regelmäßigen n-Ecks.
Man kann sehr schnell erkennen, daß in jedem regelmäßigen Vieleck jeweils gleichartige Dreiecke mit einer Spitze in M (Mittelpunkt des Kreises) betrachtet werden können. Es gilt:
(1)
(2)
(Grundseite:
, Höhe:
)
In beiden Grundformeln ist die Strecke
enthalten und läßt sich daher eliminieren. Dazu wird (1) nach
aufgelöst und in (2) eingesetzt. Man erhält:
(3)
Da die umbeschriebenen Vielecke durch zentrische Streckung aus den einbeschriebenen hervorgehen, gilt für den Streckungsfaktor:
(4)
Bei einer zentrischen Streckung gilt für den Flächeninhalt der Bildfigur:
. Damit folgt für den Flächeninhalt von
:
(5)
Wir setzen nun (5) in (3) ein und erhalten:
(6)
Wie oben läßt sich aus den Eigenschaften der zentrischen Streckung ableiten:
(7)
In dieser Formel muß noch
bestimmt werden. Dies geschieht mit Hilfe von r und
.
S ist Mittelpunkt von
. T ist Mittelpunkt von
. Dann ist
=
.
ist Mittellinie im Dreieck RR*
und damit ist
parallel zu
und senkrecht zu
. Damit wird zur Höhe im rechtwinkligen Dreieck MR*S. In diesem Dreieck kann man damit alle Sätze der Satzgruppe des Pythagoras anwenden, insbesondere den Kathensatz (hier
= qc):
(8)
Zusätzlich gilt (s.o.):
=
,
,
. Damit stellt sich (8) wie folgt dar:
(9)
In dem letzten Ausdruck wird noch
aus (3) ersetzt. Mit
folgt schließlich:
(10)
.
Literatur
Reidt, Wolf, Athen
Elemente der Mathematik Bd. 2
Schroedel 1965