Die Entdeckung

Die Mondscheibe auf den Schirmen wurde immer größer. Bald würde sie die Reste des schwarzen Himmels völlig verdrängt haben, zumindest auf dem vorderen Schirm.

Sonderbar, das Summen war verstummt. Pirx sah zur Seite – und erstarrte.

Auf der erhabenen Fläche der Sicherung saß eine der beiden Fliegen und putzte sich die Flügel, die andere machte ihr währenddessen den Hof. Ein paar Millimeter weiter glänzte das nächste Kabel. Die Isolierung endete ein wenig höher – alle vier Kabel lagen frei. Jedes von ihnen war beinahe so stark wie ein Bleistift. Dass die Spannung noch nicht allzu hoch war – tausend Volt –, gab es zwischen den Kabeln nur geringe Abstände – jeweils nur sieben Millimeter. Pirx wußte zufällig, daß es genau sieben Millimeter waren. Sie hatten einmal die gesamte elektrische Installation auseinandergenommen, und er hatte sich vom Assistenten Unverschämtheiten anhören müssen, weil er die Abstände zwischen den Leitungen nicht kannte.

Die Fliege hatte inzwischen von ihrem Lieblingsspiel abgelassen und kroch jetzt auf der bloßen Leitung entlang. Das schadete ihr nicht, aber wenn es sie gelüstete, auf die zweite zu kriechen ... Offenbar verspürte sie gerade diese Lust, denn nun brummte sie und setzte sich ganz außen auf die Kupferader – so, als ob es in dem ganzen Steuerraum keinen anderen Platz gegeben hätt'. Pirx überlegte fieberhaft. Wenn sie nun die Vorderbeine auf die erste und die Hinterbeine auf die zweite Leitung stellt, dann ... Ja, was eigentlich? Im schlimmsten Fall würde es einen Kurzschluß geben, aber die Fliege war wohl noch nicht groß genug, um einen Kurzschluß zu verursachen.