Hinweise zur Lösung der Aufgabe 3.1
-
Wie lautet die
gewöhnliche Differentialgleichung,
in die die Poissongleichung im Fall von Kugelsymmetrie der
Ladungsverteilung übergeht?
-
Gib die
Lösungsstrategie
für das Beispiel (i) an.
-
Wie lautet also die Lösung für das Beispiel (i) im
Außenbereich?
-
Bestimme die Lösung im
Innenbereich.
-
Notiere die
gesamte Lösung
für das Beispiel (i).
-
Man erkennt, dass das
so berechnete Potential
für
nicht
definiert ist. Erläutere diesen Punkt.
-
Diskutiere die
Radialabhängigkeit
des Potentials, vergleiche diese mit der
Radialabhängigkeit des elektrischen Feldes.
-
Berechne die in dem elektrischen Feld
gespeicherte Energie
auf zwei verschiedene
Weisen.
-
Wie ist die
Diskrepanz
zwischen den Resultaten für die zwei Optionen zur Angabe der Energiedichte
des elektrischen Feldes zu erklären?
-
Wie berechnet man das
Potential
für die Ladungsverteilung
am geschicktesten?
-
Berechne die
allgemeine Lösung
der Radialgleichung für
.
-
Bestimme die
Integrationskonstanten.
-
Unterscheiden
sich die Integrationskonstanten wenn man eine
Kugel mit endlichem Radius betrachtet?
-
Diskutiere das
Gesamtpotential
der Ladungsverteilung (ii) und das
zugehörige elektrische Feld.
-
Betrachte die
Energiedichte und den Energieinhalt
des Feldes mit Hilfe
der zwei zitierten Formeln.
Werkzeuge
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<Elektrodynamik und spezielle Relativitätstheorie, Aufgabensammlung> R. Dreizler C. Lüdde
2005
3.1 Antwort zu H1
Der Laplaceoperator in der Poissongleichung
wird in Kugelkoordinaten dargestellt. Hängt das Potential nur von der
Radialkoordinate ab (was aufgrund der Symmetrie für
gegeben ist), so reduziert sich diese partielle
Differentialgleichung auf die gewöhnliche Differentialgleichung
Gib die
Lösungsstrategie
für das Beispiel (i) an.
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3.1 Antwort zu H2
Man bestimmt zunächst die allgemeine Lösung der Poissongleichung in
dem Gebiet
und der Laplacegleichung für
. Da diese
Differentialgleichungen hier gewöhnliche Differentialgleichungen
zweiter Ordnung darstellen, enthält jede der Lösungen zwei
Integrationskonstanten. Diese werden folgendermaßen bestimmt:

Wie?
Im Außenbereich benutzt man die Randbedingung für
und die Aussage, dass
für jede Kugelfläche mit Radius
gelten muss. Die
Integrationskonstanten der Lösung im Innenbereich werden über die
Anschlussbedingungen

Welche?
- Stetigkeit des Potentials für
- Stetigkeit des Betrags des Feldes (der Normalenableitung des
Potentials) für
bestimmt.
Wie lautet also die Lösung für das Beispiel (i) im
Außenbereich?
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3.1 Antwort zu H3
Aus der Differentialgleichung
erhält man in zwei Schritten durch direkte Integration
Die Randbedingung für
erfordert
, die
Bedingung über die eingeschlossene Ladung
. Die
eingeschlossene Ladung ist, wie in Aufg. 2.1 berechnet,
Bestimme die Lösung im
Innenbereich.
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3.1 Antwort zu H4
Die allgemeine Lösung der Differentialgleichung
kann ebenfalls in zwei direkten Integrationsschritten gewonnen werden:
Die Bedingungen zur Festlegung der Integrationskonstanten
ergeben das einfache, lineare Gleichungssystem
Die zweite Gleichung erfordert
, aus der ersten Gleichung folgt
dann
Notiere die
gesamte Lösung
für das Beispiel (i).
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3.1 Antwort zu H5
Die Gesamtlösung ist
wobei
die in einer Kugel mit Radius
eingeschlossene Ladung ist.
Man erkennt, dass das
so berechnete Potential
für
nicht
definiert ist. Erläutere diesen Punkt.
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3.1 Antwort zu H6
Die Ladungsdichte ist für diesen Parameterwert
, also
singulär im Zentrum der Ladungskugel. Die Schwierigkeit liegt
darin, dass die Schritte zur Bestimmung der Lösung im Innenbereich für
diesen Fall nicht sorgfältig genug durchgeführt wurden. Nach dem
ersten (Integrations-) Schritt findet man einen Term proportional zu
so dass man im zweiten Schritt
erhält. Die Bestimmung der Integrationskonstanten ergibt in diesem
Fall
so dass man für
das Potential
notieren muss.
Diskutiere die
Radialabhängigkeit
des Potentials, vergleiche diese mit der
Radialabhängigkeit des elektrischen Feldes.
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3.1 Antwort zu H7
Ist der Parameter
, so ist die eingeschlossene Ladung für alle Werte
von
positiv. Die folgenden Aussagen beziehen sich auf diese
Situation, sie können für negative Werte von A entsprechend umgeschrieben
werden.
Das Potential fällt im Innenbereich für
von einem
endlichen Wert
gemäß einem Potenzgesetz
bis zu dem Wert
ab
(siehe Abb. 0.1 mit
in beliebigen Einheiten).
Abbildung 0.1:
Das elektrische Potential der Ladungsverteilung
für verschiedene Werte des Parameters
 |
Der Abfall ist linear für
(braune Kurve).
An der Stelle
schließt sich das Punktladungspotential
an. Für
(blaue Kurve) steigt das Potential
im Innenbereich ab der Stelle
logarithmisch an und divergiert an der
Stelle
.
Gilt für den Parameter
(schwarze Kurve),
so ist das Potential an der Stelle
ebenfalls divergent. Der Anstieg folgt jedoch einem Potenzgesetz
.
Das elektrische Feld, das durch die Funktionen
für alle Werte von
beschrieben wird, stimmt (natürlich) mit
dem in Aufg. 2.1 berechneten Feld überein. Im Innenbereich divergiert es
für
, im Außenbereich fällt es mit
schneller als das Potential ab.
Berechne die in dem elektrischen Feld
gespeicherte Energie
auf zwei verschiedene
Weisen.
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3.1 Antwort zu H8
Mögliche Formeln zur Berechnung des Energieinhaltes sind
bzw. im Fall von Kugelsymmetrie
Betrachtet man die zugehörigen radialen Energiedichten, so findet man
für
mit
und für
Man stellt fest, dass die beiden Verteilungen durchaus verschieden sind.
Die Dichte
ist auf das Innere der Ladungskugel konzentriert, die Dichte
ist über den gesamten Raum verteilt. Berechnet man auf der anderen Seite
den gesamten Energieinhalt, so findet man
Der gesamte Energieinhalt ist gleich groß, obschon die Lokalisierung der
Energie grundverschieden ist.
Wie ist die
Diskrepanz
zwischen den Resultaten für die zwei Optionen zur Angabe der Energiedichte
des elektrischen Feldes zu erklären?
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3.1 Antwort zu H9
Die beiden Angaben für die Gesamtenergie gehen (siehe Kap. 4.5) durch die
Anwendung von Integraltheoremen ineinander über. Dadurch ist garantiert,
dass der Wert der Integrale übereinstimmt, nicht aber die jeweiligen
Integranden. Die Definition der elektrischen Energiedichte eines
elektromagnetischen Feldes ist (wie erst in Kap. 6.4 diskutiert wird) die
Form
, bzw. deren Erweiterung falls dielektrische Materialien
vorhanden sind.
Wie berechnet man das
Potential
für die Ladungsverteilung
am geschicktesten?
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3.1 Antwort zu H10
Man beruft sich auf das Superpositionsprinzip, nach dem für
das Potential durch
gegeben ist.
Das Punktladungspotential kann mit
direkt angegeben werden.
Es ist nur noch
durch Lösung der Poissongleichung zu bestimmen.
Berechne die
allgemeine Lösung
der Radialgleichung für
.
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3.1 Antwort zu H11
Die erste Integration von
ergibt (siehe Integraltafel oder benutzte schrittweise partielle
Integration)
Bei dem nächsten Integrationsschritt ist etwas Vorsicht angebracht.
Das Integral
definiert die Exponentialintegralfunktion
(auch Exponentialintegral
genannt). Eine weitere Betrachtung dieser Funktion ist jedoch nicht
notwendig. Da das Integral
nach partieller Integration
ergibt, hebt sich das Exponentialintegral heraus. Die weiteren
Integrationen sind harmlos und liefern
Bestimme die
Integrationskonstanten.
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3.1 Antwort zu H12
Die Standardrandbedingung für unendlich ferne Punkte erfordert (auch hier)
. Die zweite Integrationskonstante wird wieder durch Betrachtung der
eingeschlossenen Ladung (hier innerhalb einer Kugel mit unendlich großem
Radius
) festgelegt. Die eingeschlossene Ladung ist (siehe Aufg. 2.1)
Mit diesem Resultat findet man wegen
die Aussage
. Somit lautet das gesuchte Potential
Unterscheiden
sich die Integrationskonstanten wenn man eine
Kugel mit endlichem Radius betrachtet?
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3.1 Antwort zu H13
Nein! Jede Kugel mit endlichem Radius liefert das gleiche Resultat für das
Potential
. Für eine Kugel mit Radius
ist die eingeschlossene
Ladung
das Oberflächenintegral ist
und man erhält somit das gleiche Resultat wie zuvor.
Diskutiere das
Gesamtpotential
der Ladungsverteilung (ii) und das
zugehörige elektrische Feld.
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3.1 Antwort zu H14
Das Gesamtpotential lautet
Daraus folgt, wie schon in Aufg. 2.1 berechnet, das elektrische Feld
Das Potential zeigt, analog zu dem elektrischen Feld, Punktladungsverhalten
am Koordintenursprung (unabhängig von der Größe des Parameters
), der weitere Verlauf wird durch das abgeschirmte Coulombpotential
(auch unter dem Namen Yukawapotential bekannt) geprägt
(Abb. 0.2).
Je kleiner der Parameter
ist desto stärker ist die Abschirmung,
der entgegengesetzte Grenzfall
entspricht
dem Coulombpotential.
Abbildung 0.2:
Das elektrische Potential des `Wasserstoffproblems` für
zwei Werte des Abschirmparameters
im Vergleich zum Coulombpotential
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Betrachte die
Energiedichte und den Energieinhalt
des Feldes mit Hilfe
der zwei zitierten Formeln.
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3.1 Antwort zu H15
Der Energieinhalt einer Punktladung z.B. am Koordinatenursprung ist
unendlich groß
Aus diesem Grund ist es angemessen, nur den endlichen Anteil der
Ladungsverteilung zu betrachten. Die Formeln
bzw.
ergeben
Wie die Abb. 0.3 (für
) zeigt, sind die radialen
Energiedichten
und
auch im Fall einer
kontinuierlichen Ladungsverteilung verschieden.
Abbildung 0.3:
Energiedichten für das `Wasserstoffproblem'
 |
Der Gesamtenergieinhalt des Feldes ist hingegen wieder gleich groß
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<Elektrodynamik und spezielle Relativitätstheorie, Aufgabensammlung> R. Dreizler C. Lüdde
2005