3.9 Das Potential eines Quaders als Randwertaufgabe

Endlich steht hier ein Potentialproblem zu Diskussion, das von der üblichen Symmetrie abweicht. Eine Diskussion mit Hilfe von kartesischen Koordinaten ist hier gefragt. Die allgemeine Lösung der Laplacegleichung muss hier erarbeitet und die Entwicklungskoeffizienten mittels der vorgegebenen Randbedingungen bestimmt werden. Die Randbedingungen beinhalten die Vorgabe von Potentialwerten auf den Quaderflächen auf der einen, sowie die Vorgabe einer Flächenladungsverteilung auf der anderen Seite. Konzeptuell ist dies ein Vorgriff auf Kap. 4, in dem der erste Typ von Randwertaufgaben als Dirichletproblem, der zweite (indirekt) als Neumannproblem bezeichnet wird. Das Lösungsverfahren selbst wurde aber schon in Kap. 3 dargestellt.

Aufgabenstellung

Bestimme das Potential in einem Quader mit den Kantenlängen in -Richtung (Abb. 0.1)

Abbildung 0.1: Der Quader


durch Lösung der Laplacegleichung in kartesischen Koordinaten für die folgenden Randbedingungen
(i)
Das Potential hat den Wert Null auf allen Seitenflächen
außer der Deckelfläche (), für die das Potential die Form


annehmen soll (Abb. 0.2).

Abbildung 0.2: Randbedingung (i) auf der Deckelfläche


(ii)
Die Potentialvorgabe entspricht dem Fall (i) für die Seitenflächen jedoch soll nun die Bodenfläche () den Wert , die Deckelfläche den Wert annehmen (Abb. 0.3).

Abbildung 0.3: Zur Randbedingung (ii) Gesamtansicht


(iii)
Alle Flächen des Quaders sind ladungsfrei, auf der Deckelfläche ist die Ladung


als Flächenladung verteilt. Die Flächenladungsdichte ist also


Rechne im CGS System.

Fragen zur schrittweisen Gewinnung der Lösung



Lösung
Aufruf der Lösung


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<Elektrodynamik und spezielle Relativitätstheorie, Aufgabensammlung>  R.  Dreizler C.  Lüdde     2005