Hinweise zur Lösung der Aufgabe 4.2
-
Welche Gleichung ist infolge der vorgegebenen
Geometrie
zu lösen?
-
Mache einen
Separationsansatz
und gib die allgemeinen Lösungen der separierten
Differentialgleichungen an.
-
Konstruiere die
allgemeine Lösung
der zuständigen partiellen Differentialgleichung.
-
Bestimme die
spezielle Lösung
der partiellen Differentialgleichung anhand der
Randbedingungen.
-
Gib das
elektrische Feld
im Innen- und im Außenraum des Zylinders an.
-
Zerlege das elektrische Feld
in kartesische Komponenten
(unter Beibehaltung der
Polarkoordinaten zur Darstellung dieser Komponenten) und interpretiere
das Ergebnis.
-
Berechne die Verteilung der
Polarisationsladungen in einem Zylinderquerschitt.
-
Betrachte die
Spezialfälle
und
. Kommentiere.
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<Elektrodynamik und spezielle Relativitätstheorie, Aufgabensammlung> R. Dreizler C. Lüdde
2005
4.2 Antwort zu H1
Es liegt ein Problem mit Azimutalsymmetrie vor.
Man wählt die Zylinderachse als
-Achse. Infolge der unendlichen
Ausdehnung des Zylinders kann man sich auf eine dazu senkrechte Ebene
(die
-
Ebene) beschränken. Der Zylinderquerschnitt legt die
Benutzung von ebenen Polarkoordinaten (
,
) nahe, wobei die
Feldrichtung als
-Achse dient (Abb. 0.1).
Abbildung 0.1:
Koordinatenwahl
 |
Es steht somit die Lösung der
zweidimensionalen Laplacegleichung
an.
Mache einen
Separationsansatz
und gib die allgemeinen Lösungen der separierten
Differentialgleichungen an.
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4.2 Antwort zu H2
Separation der Laplacegleichung in ebenen Polarkoordinaten mit
führt auf die gewöhnlichen Differentialgleichungen
Die allgemeinen Lösungen dieser gewöhnlichen Differentialgleichungen
sind (siehe falls notwendig Math.Kap. 3.1.4)
da die Periodizitätsbedingungen
die
Separationskonstante
auf ganze Zahlen
beschränkt.
(Hier wird
auf die Werte
beschränkt.)
Für
ist die Lösung
Konstruiere die
allgemeine Lösung
der zuständigen partiellen Differentialgleichung.
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4.2 Antwort zu H3
Wählt man als Richtung des äußeren Feldes die
-Richtung,
so hat die Lösung die Symmetrie
Da der Ursprung in die Betrachtung einbezogen ist, kommt die
logarithmische Lösung für
nicht in Betracht.
Es ergibt sich somit als Ansatz für die allgemeine Lösung der partiellen
Differentialgleichung, die der Geometrie entspricht
Bestimme die
spezielle Lösung
der partiellen Differentialgleichung anhand der
Randbedingungen.
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4.2 Antwort zu H4
Die Randbedingung für
ist
Diese Bedingung ist erfüllt, wenn
ist.
In dem Außenbereich bleibt also der Ansatz
Für
bleibt das Potential nur endlich, falls
für alle
ist.
Damit hat man im Innenbereich des Zylinders
Die verbleibenden Entwicklungskoeffizienten werden durch die
Forderungen bestimmt
- Das Potential ist auf der Grenzfläche stetig
 |
(1) |
- Die Tangentialkomponente des
-Feldes ist auf der Grenzfläche stetig
- Die Normalkomponente des
-Feldes ist auf der Grenzfläche stetig
Da die Funktionen
und
ein orthogonales
Funktionensystem mit
bilden, können alle Multipolbeiträge individuell verglichen werden. Die
drei Bedingungen ergeben dann die Aussagen
- (1)
- Stetiges Potential (1):
- (2)
- Die Forderung `stetige Tangentialkomponenten` des
-Feldes (2) ergibt die gleichen Aussagen, da
lediglich
durch
ersetzt wird.
- (3)
- Stetige Normalkomponenten des
-Feldes (3):
Zusammen mit der Aussage aus (1) liefert dies
Vergleich mit der Aussage (1) zeigt, dass
ist.
Das Potential des vorgelegten Problems ist somit
Gib das
elektrische Feld
im Innen- und im Außenraum des Zylinders an.
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4.2 Antwort zu H5
Das entsprechende elektrische Feld
hat die Komponenten
Innenfeld:
Außenfeld:
Zerlege das elektrische Feld
in kartesische Komponenten
(unter Beibehaltung der
Polarkoordinaten zur Darstellung dieser Komponenten) und interpretiere
das Ergebnis.
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4.2 Antwort zu H6
Eine andere Sicht gewinnt man durch die Betrachtung der Zerlegung des
Feldes in die kartesischen Koordinatenrichtungen (unter Beibehaltung der
Polarkoordinaten zur Darstellung dieser Komponenten). Es ist
Damit folgt
Im Innern des Zylinders herrscht ein homogenes Feld in
-Richtung,
dessen Stärke um den Faktor
erniedrigt ist.
In dem Außenbereich
wird zu dem homogenen Feld
in der
-Richtung
ein Feld, das durch Polarisationsladungen erzeugt wird, addiert. Dieses
Feld fällt mit dem Abstand wie
ab, hat somit Dipolcharakter.
Berechne die Verteilung der
Polarisationsladungen in einem Zylinderquerschitt.
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4.2 Antwort zu H7
Die Verteilung der Polarisationsladungen berechnet man mit (Kap. 2.2)
zu
Die Dichte der Flächenladungen ist maximal in der
-Richtung
(positiv für
, negativ für
) und nimmt mit dem
Kosinusgesetz auf den Wert Null an den Stellen
ab.
(Abb. 0.2).
Abbildung 0.2:
Ladungsverteilung auf der Zylinderoberfläche als Funktion des
Winkels
(quantitativ)
 |
In der
Animation
wird das Vorzeichen (und die Stärke) der effektiven
Ladung als Funktion des Winkels (Pfeil) angezeigt.
Die Gesamtladung in jeder Ebene parallel zu der
-
Ebene ist
Null.
Es hat nur Ladungstrennung stattgefunden (Abb. 0.3).
Abbildung 0.3:
Ladungsverteilung auf der Zylinderoberfläche als Funktion des
Winkels
(qualitativ)
 |
Betrachte die
Spezialfälle
und
. Kommentiere.
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4.2 Antwort zu H8
Von Interesse sind noch die Spezialfälle
-
zur Überprüfung der Ergebnisse.
Hier folgt
(ohne Material keine Polarisation)
und
-
der Fall eines Metallzylinders mit
sowie
Da
für endliche Werte von
ist, ist die
Polarisation maximal im Fall eines Metalles.
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