Hinweise zur Lösung der Aufgabe 4.8
  1. Beschreibe die Ladungssituation   in dem Kondensator, wenn auf die innerste Kugelschale die Ladung und auf die äußerste Kugelschale die Ladung aufgebracht wurde.
  2. Ermittle die elektrischen Felder und die entsprechenden Potentiale   in allen relevanten Raumgebieten. Skizziere den Feld- und Potentialverlauf.
  3. Bestimme die Relation zwischen den Ladungen und die sich aus der Bedingung   ergibt.
  4. Berechne die Kapazität   des Kondensators.
  5. Berechne die Kapazität des Dreischalenkondensators, indem man ihn als Anordnung von zwei parallel geschalteten Kugelkondensatoren   auffasst.
  6. Berechne die Kapazität unter der Voraussetzung, dass die Dicke der mittleren Kugelschale   nicht vernachlässigbar ist. Deute an, wie man den relativen Fehler berechnen würde.
  7. Gib die Potentiale in den Zwischenräumen der Kugelschalen an, wenn diese mit den Dielektrika   bzw. gefüllt werden.
  8. Berechne die Kapazität   des mit Dielektrika gefüllten Kondensators.



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<Elektrodynamik und spezielle Relativitätstheorie, Aufgabensammlung>  R.  Dreizler C.  Lüdde     2005






















































4.8 Antwort zu H1



Wenn auf die innerste und die äußerste Kugelfläche die Ladungen bzw. aufgebracht wurden, fließen die Ladungen auf die mittlere, geerdete Kugelschale. Die Ladung verteilt sich uniform auf der Innenfläche der Zwischenschale, die Ladung auf der Außenfläche (Abb. 0.1).

Abbildung 0.1: Die Ladungsverteilung in dem Kondensator



   Ermittle die elektrischen Felder und die entsprechenden Potentiale   in allen relevanten Raumgebieten. Skizziere den Feld- und Potentialverlauf.


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4.8 Antwort zu H2



Betrachtet man eine Kugel mit dem Radius , die konzentisch zu den Kugelschalen des Kondensators ist, so kann man aufgrund der Symmetrie das Gaußtheorem in der Form


benutzen. Das elektrische Feld (genauer die Normalkomponente des elektrischen Feldes) macht bei dem Durchgang durch eine Ladungsschicht einen Sprung. Das Potential in dem entsprechenden Raumgebiet ist dann


Die Konstanten sind durch die Anschlussbedingungen zu bestimmen. Diese erfordern, dass das Potential im gesamten Raum stetig ist. Schließt der Radius den gesamten Kondensator ein (), so ist die eingeschlossene Ladung gleich Null, das elektrische Feld in dem Außengebiet ebenso. Das Potential ist dann konstant: . Liegt die Gaußkugel zwischen der äußeren und der mittleren Schale, so hat die eingeschlossene Ladung den Wert und das elektrische Feld ist


Daraus ergibt sich das Potential


Die Überlegungen können nach innen fortgesetzt werden. Eine Zusammenfassung der Situation gibt die folgende Tabelle:

                            
                          
                          
                          
                          
                          
Zur Bestimmung der Potentialkonstanten beginnt man mit der Aussage, dass die mittlere Kugelschale geerdet ist. Mit der üblichen Festsetzung ist dann . Anschluss nach außen führt auf


der Anschluss der Potentiale nach innen auf


Die Potentiale innerhalb von und außerhalb von sind abhängig von den jeweiligen Ladungen (und der Geometrie), aber ansonsten konstant. Interessanter sind die Potentiale in den Zwischenräumen der Kugelschalen


und


Die Skizzen für Feld- und Potentialverlauf sind in den Abbildungen 0.2 und 0.3 gezeigt.


Abbildung 0.2: Das elektrische Feld des idealen Kondensators Abbildung 0.3: Das Potential des idealen Kondensators



   Bestimme die Relation zwischen den Ladungen und die sich aus der Bedingung   ergibt.


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4.8 Antwort zu H3



Aus folgt





   Berechne die Kapazität   des Kondensators.


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4.8 Antwort zu H4



Die Kapazität ist der Quotient aus Gesamtladung durch Spannung. Die Spannung in der Kondensatoranordnung ist . Es ist somit




Die Auswertung mit der Option ergibt das gleiche Ergebnis.

Nebenrechnung

   Berechne die Kapazität des Dreischalenkondensators, indem man ihn als Anordnung von zwei parallel geschalteten Kugelkondensatoren   auffasst.


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4.8 Antwort zu H5



Der Dreischalenkondensator besteht aus zwei parallel geschalteten Kugelkondensatoren (Abb. 0.4), dem Kondensator mit und dem Kondensator mit .

Abbildung 0.4: Die Ersatzschaltung


Die Einzelkapazitäten sind




Bei Parallelschaltung ergibt sich die Gesamtkapazität aus der Summe der einzelnen Kapazitäten





   Berechne die Kapazität unter der Voraussetzung, dass die Dicke der mittleren Kugelschale   nicht vernachlässigbar ist. Deute an, wie man den relativen Fehler berechnen würde.


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4.8 Antwort zu H6



Für die Potentiale zwischen den Schalen und sowie und gilt nun


und


Wie zuvor wird über die Relation zwischen den Ladungen und gewonnen und die Kapazität berechnet. Für die Ladungen gilt




Die Kapazität ist in diesem Fall




Zur Angabe des relativen Fehlers entwickelt man bis zu der ersten Ordnung in


Aus der Form


ergibt sich dann der relative Fehler zu



   Gib die Potentiale in den Zwischenräumen der Kugelschalen an, wenn diese mit den Dielektrika   bzw. gefüllt werden.


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4.8 Antwort zu H7



Die Potentiale ändern sich in


und



   Berechne die Kapazität   des mit Dielektrika gefüllten Kondensators.


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4.8 Antwort zu H8



Die Relation zwischen den Ladungen ist nun


so dass man für die Kapazität




erhält. Ist , so findet man .


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