Hinweise zur Lösung der Aufgabe 4.9
  1. Setze eine allgemeine Form für das Gesamtpotential   in dem Zwischenraum zwischen den geerdeten Kugelschalen an.
  2. Spezifiziere die Einzelpotentiale   des Ansatzes genauer und gib die explizite Form des Gesamtpotentials an.
  3. Implementiere die Randbedingungen und bestimme die vollständige Lösung.  
  4. Betrachte die Grenzfälle   und
  5. Was erwartest Du bezüglich der Konvergenz   der Multipolentwicklung? Betrachte das Zahlenbeispiel und


    und berechne die Faktoren der Legendrepolynome für und für . Kommentiere.
  6. Berechne die induzierte Verteilung von Oberflächenladungen   auf den Kugelschalen und diskutiere das Resultat anhand der Parameter


    für verschiedene Werte von .



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4.9 Antwort zu H1



Das Gesamtpotential kann man durch Superposition eines Punktladungspotentials und eines Potentials, das von den geerdeten Kugelflächen hervorgebracht wird, darstellen



   Spezifiziere die Einzelpotentiale   des Ansatzes genauer und gib die explizite Form des Gesamtpotentials an.


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4.9 Antwort zu H2



Abbildung 0.1: Geometrie des Problems


Wählt man die Richtung von dem Koordinatenursprung zu dem Punkt als die z-Achse, so ist Zylindersymmetrie gegeben. Die Multipolentwicklung des Punktpotentials ist dann


mit und der kleinere/größere der beiden Abstände und vom Koordinatenursprung. Für das Potential, das die zwei Kugelschalen erzeugen, setzt man (infolge der Zylindersymmetrie, die dem Problem durch die Punktladung aufgeprägt wird) eine allgemeine Multipolentwicklung nach den Legendrepolynomen mit unbestimmten Koeffizienten an


Das Gesamtpotential ist dann



   Implementiere die Randbedingungen und bestimme die vollständige Lösung.  


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4.9 Antwort zu H3



Da die beiden Kugelschalen geerdet sind, lauten die Randbedingungen


das Potential verschwindet auf beiden Kugelschalen. Anwendung der Randbedingungen ergibt als Bestimmungsgleichungen für die unbekannten Entwicklungskoeffizienten und




Die Lösung dieses linearen Gleichungssystems lautet




womit das Potential vollständig bestimmt ist.

   Betrachte die Grenzfälle   und


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4.9 Antwort zu H4



Im Grenzfall ist


Für den Raum zwischen den Kugelschalen lautet dann der Ausdruck für das Potential (setze ein und )




Das Potential verschwindet in dem gesamten Zwischenraum. Die Interpretation dieses Ergebnisses ist:



   welche?








































Die Randbedingung kann nur erfüllt werden, wenn auf der inneren Kugelschale an der Stelle ( ) der ursprünglichen Ladung eine Ladung angebracht wird. Die Potentiale der beiden Ladungen kompensieren sich offensichtlich. Im Grenzfall ist


Das Potential V(r) (mit ) verschwindet in dem Zwischenraum ebenfalls.

   Was erwartest Du bezüglich der Konvergenz   der Multipolentwicklung? Betrachte das Zahlenbeispiel und


und berechne die Faktoren der Legendrepolynome für und für . Kommentiere.


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4.9 Antwort zu H5



Die direkteste Methode ist die Auswertung der von abhängigen Funktionen und oder besser von und in




mit




Die erfragten Koeffizienten der Multipolentwicklung sind



Man erkennt, dass die Werte für einen gegebenen Abstand für die ersten Koeffizienten zunächst ansteigen. Für den Kreis, auf dem die Punktladung angebracht ist, steigen die Werte (falls der Wert für nicht aus dem Rahmen fällt) weiter an, während sie für Kreise mit kleineren und größeren Radien für höhere -Werte wieder abfallen. Die Darstellung der Singularität des Punktladungspotentials an der Stelle mit einer Entwicklung, die auf den Koordinatenursprung zugeschnitten ist, führt auf eine langsam (wenn überhaupt) konvergente Reihe. Eine graphische Darstellung der Funktionen und für die angegebenen Radien und -Werte in dem Bereich bis zeigt die Abb. 0.2. Die Kurven entsprechen blau: schwarz: rot:

Abbildung 0.2: Variation von und mit



   Berechne die induzierte Verteilung von Oberflächenladungen   auf den Kugelschalen und diskutiere das Resultat anhand der Parameter


für verschiedene Werte von .


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4.9 Antwort zu H6



Die Verteilung der Oberflächenladungen auf einer Fläche berechnet man anhand der Formel


Die Normalenableitung des Potentials für die innere bzw. die äußere Kugelschale ist nun


Die Normale zeigt in das Innere des Gebietes , das zur Diskussion steht. Im vorliegenden Fall in das Gebiet zwischen den beiden Schalen. Somit erhält man




Die Variation der Ladungsverteilungen mit ist für die -Werte (und ) in den Abb. 0.3, 0.4 und 0.5 für eine Ladung mit Einheiten dargestellt. Die Ladungsverteilung auf der inneren Schale ist durch die grünen Kurven, die auf der äußeren Schale durch die blauen Kurven dargestellt



Abbildung 0.3: Ladungsverteilung für Abbildung 0.4: Ladungsverteilung für


Abbildung 0.5: Ladungsverteilung für




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