Hinweise zur Lösung der Aufgabe 5.6
  1. Fasse die Grundgleichungen der Magnetostatik   bei Anwesenheit von magnetisierter Materie zusammen.
  2. Welche Konsequenzen ergeben sich aus der mikroskopischen Materialgleichung   für das Sprungverhalten der Feldstärke an Grenzflächen.
  3. Zeige, dass die magnetische Feldstärke   durch ein Skalarpotential dargestellt werden kann, falls keine wahren Ströme vorhanden sind.
  4. Durch welche Gleichung wird das magnetische Skalarpotential   bestimmt? Gib die Lösung dieser Gleichung für einfache Randbedingungen an.
  5. Stelle für den Eisenstab die vorgegebene Magnetisierung   mittels einer Gleichung dar.
  6. Bestimme die allgemeine Lösung der Differentialgleichung   für das Skalarpotential, die die Randbedingungen erfüllt. Nutze die Geometrie.
  7. Welche Bedingungen erlauben die Bestimmung der speziellen Lösung   für das Skalarpotential in dem vorgegebenen Problem?
  8. Setze die Bedingungen für das - und das -Feld   um.
  9. Notiere das Endergebnis   für die Felder. Kommentiere.



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5.6 Antwort zu H1



Die Magnetostatik wird bei Anwesenheit von magnetisierter Materie durch die Gleichungen




charakterisiert. Die magnetische Induktion und die magnetische Feldstärke sind durch die Magnetisierung des vorhandenen Materials verknüpft



   Welche Konsequenzen ergeben sich aus der mikroskopischen Materialgleichung   für das Sprungverhalten der Feldstärke an Grenzflächen.


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5.6 Antwort zu H2



Aus der mikroskopischen Materialgleichung folgt die Relation


die Quellen der Feldstärke sind durch die Quellen der Magnetisierung bestimmt. Mit der Hilfe des Gaußtheorems ergibt sich aus dieser Relation z.B. die Aussage, dass die Normalkomponente der Feldstärke an Grenzflächen von magnetisiertem Material (1) und unmagnetisierter Materie (2) einen Sprung macht



   Zeige, dass die magnetische Feldstärke   durch ein Skalarpotential dargestellt werden kann, falls keine wahren Ströme vorhanden sind.


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5.6 Antwort zu H3



Sind keine wahren Ströme in dem Raumgebiet von Interesse vorhanden, so gilt die Aussage


anhand derer man die Feldstärke durch ein magnetisches Skalarpotential darstellen kann



   Durch welche Gleichung wird das magnetische Skalarpotential   bestimmt? Gib die Lösung dieser Gleichung für einfache Randbedingungen an.


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5.6 Antwort zu H4



Geht man mit dem Ansatz


in die Gleichung für die Divergenz der Feldstärke ein, so erhält man


eine Poissongleichung zur Bestimmung des magnetischen Skalarpotentials. Eine formale Lösung für den Fall von einfachen Randbedingungen (siehe Kap. 3.1)


ist



   Stelle für den Eisenstab die vorgegebene Magnetisierung   mittels einer Gleichung dar.


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5.6 Antwort zu H5



In der Aufgabe ist eine konstante Magnetisierung vorgegeben, bei geeigneter Wahl des Koordinatensystems


innerhalb des Zylinders (s. Abb. 0.1).

Abbildung 0.1: Koordinatensystem


Ansonsten treten weder wahre Ströme noch zeitlich veränderliche elektrische Felder auf. Die Magnetisierung kann in ebenen Polarkoordinaten in der Form



   Welcher Form?











































angegeben werden, so dass man für die Divergenz der Magnetisierung



   Berechne die Divergenz










































erhält. ist nur auf der Oberfläche des Zylinders von Null verschieden. Aus diesem Grund kann man in den Gebieten und die Lösungen der Laplacegleichung


betrachten, die für in geeigneter Weise zu verknüpfen sind.

   Bestimme die allgemeine Lösung der Differentialgleichung   für das Skalarpotential, die die Randbedingungen erfüllt. Nutze die Geometrie.


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5.6 Antwort zu H6



Die Translationssymmetrie in Richtung der Zylinderachse bedingt ein zweidimensionales Problem. Infolge der Zylinderymmetrie des Problems wird eine Lösung der Laplacegleichung in ebenen Polarkoordinaten gesucht. Die partielle Differentialgleichung


separiert mit dem Ansatz


in die gewöhnlichen Differentialgleichungen




Die Periodizitätsbedingung an die Winkelfunktion lässt nur ganzzahlige Werte der Separationskonstanten zu. Die Fundamentallösungen der Winkelgleichung sind (siehe Kap. 3.3 (3.25))


Wählt man wie oben angegeben als Richtung der vorgegebenen Magnetisierung die -Richtung, so liegt Spiegelsymmetrie bezüglich dieser Achse vor (Abb. 0.2).

Abbildung 0.2: Symmetrie des Problems


Für das vorliegende Problem ist nur die Lösungsschar


von Interesse. Die Lösungen der Radialgleichung, die man für mit dem Ansatz bestimmt, sind


Die Lösung mit ist


Um die Randbedingungen




zu erfüllen, muss man als Lösung der partiellen Differentialgleichung




ansetzen.

   Welche Bedingungen erlauben die Bestimmung der speziellen Lösung   für das Skalarpotential in dem vorgegebenen Problem?


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5.6 Antwort zu H7



Zur Bestimmung der Entwicklungskoeffizienten der allgemeinen Lösung dienen die Anschlussbedingungen für :



   Welche?








































Die magnetische Induktion ist mit und der Magnetisierung durch




verknüpft.

   Setze die Bedingungen für das - und das -Feld   um.


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5.6 Antwort zu H8



Zur Angabe von


ist die Berechnung der folgenden Ableitungen notwendig




Stetigkeit der Tangentialkomponente (-Komponente) erfordert


bzw.



Nebenrechnung
Diese Bedingung folgt auch aus der Forderung der Stetigkeit des skalaren Magnetpotentials für


(mit da die ansonsten frei wählbare Konstante durch festgelegt wurde. Die Komponenten der magnetischen Induktion sind ( )




Die Forderung nach der Stetigkeit der Normalkomponente (der -Komponente) ergibt für


Zusammen mit der Relation folgt


Für gilt


Es folgt somit wegen der vorherigen Bedingung



   Notiere das Endergebnis   für die Felder. Kommentiere.


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5.6 Antwort zu H9



Damit kann man als Endergebnis notieren




Für Stellen mit springt die Normalkomponente von um den Betrag Das Außenfeld fällt mit ab.




Hier springt die Tangentialkomponente an den Stellen mit um den Betrag Die Variation der Feldkomponenten (ohne die trigonometrischen Funktionen) wird in Abb. 0.3 und 0.4) gezeigt.


Abbildung 0.3: Variation von und (Radialkomponente) mit


Abbildung 0.4: Variation von und (Winkelkomponente) mit



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