Hinweise zur Lösung der Aufgabe 5.6
-
Fasse die Grundgleichungen der
Magnetostatik
bei Anwesenheit von magnetisierter Materie zusammen.
-
Welche Konsequenzen ergeben sich aus der
mikroskopischen Materialgleichung
für das Sprungverhalten der Feldstärke an Grenzflächen.
-
Zeige, dass die
magnetische Feldstärke
durch ein Skalarpotential dargestellt werden kann, falls keine wahren
Ströme vorhanden sind.
-
Durch welche Gleichung wird das
magnetische Skalarpotential
bestimmt? Gib die Lösung dieser Gleichung für einfache
Randbedingungen an.
-
Stelle für den Eisenstab die vorgegebene
Magnetisierung
mittels einer Gleichung dar.
-
Bestimme die allgemeine Lösung der
Differentialgleichung
für das Skalarpotential, die die Randbedingungen erfüllt.
Nutze die Geometrie.
-
Welche Bedingungen erlauben die Bestimmung der
speziellen Lösung
für das Skalarpotential in dem vorgegebenen Problem?
-
Setze die Bedingungen für
das
- und das
-Feld
um.
-
Notiere das
Endergebnis
für die Felder. Kommentiere.
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<Elektrodynamik und spezielle Relativitätstheorie, Aufgabensammlung> R. Dreizler C. Lüdde
2005
5.6 Antwort zu H1
Die Magnetostatik wird bei Anwesenheit von magnetisierter Materie durch
die Gleichungen
charakterisiert. Die magnetische Induktion
und die
magnetische Feldstärke
sind durch die Magnetisierung des
vorhandenen Materials verknüpft
Welche Konsequenzen ergeben sich aus der
mikroskopischen Materialgleichung
für das Sprungverhalten der Feldstärke an Grenzflächen.
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5.6 Antwort zu H2
Aus der mikroskopischen Materialgleichung folgt die Relation
die Quellen der Feldstärke sind durch die Quellen der Magnetisierung
bestimmt. Mit der Hilfe des Gaußtheorems ergibt sich aus dieser Relation
z.B. die Aussage, dass die Normalkomponente der Feldstärke an
Grenzflächen von magnetisiertem Material (1) und unmagnetisierter
Materie (2) einen Sprung macht
Zeige, dass die
magnetische Feldstärke
durch ein Skalarpotential dargestellt werden kann, falls keine wahren
Ströme vorhanden sind.
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5.6 Antwort zu H3
Sind keine wahren Ströme in dem Raumgebiet von Interesse vorhanden, so
gilt die Aussage
anhand derer man die Feldstärke durch ein magnetisches Skalarpotential
darstellen kann
Durch welche Gleichung wird das
magnetische Skalarpotential
bestimmt? Gib die Lösung dieser Gleichung für einfache
Randbedingungen an.
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5.6 Antwort zu H4
Geht man mit dem Ansatz
in die Gleichung für die Divergenz der
Feldstärke ein, so erhält man
eine Poissongleichung zur Bestimmung des magnetischen Skalarpotentials.
Eine formale Lösung für den Fall von einfachen Randbedingungen
(siehe Kap. 3.1)
ist
Stelle für den Eisenstab die vorgegebene
Magnetisierung
mittels einer Gleichung dar.
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5.6 Antwort zu H5
In der Aufgabe ist eine konstante Magnetisierung vorgegeben, bei
geeigneter Wahl des Koordinatensystems
innerhalb des Zylinders (s. Abb. 0.1).
Abbildung 0.1:
Koordinatensystem
 |
Ansonsten treten weder wahre Ströme noch zeitlich veränderliche
elektrische Felder auf. Die Magnetisierung kann in ebenen
Polarkoordinaten in der Form
Welcher Form?
angegeben werden, so dass man für die Divergenz der Magnetisierung
Berechne die Divergenz
erhält.
ist nur auf der Oberfläche des
Zylinders von Null verschieden. Aus diesem Grund kann man in den
Gebieten
und
die Lösungen der Laplacegleichung
betrachten, die für
in geeigneter Weise zu verknüpfen sind.
Bestimme die allgemeine Lösung der
Differentialgleichung
für das Skalarpotential, die die Randbedingungen erfüllt.
Nutze die Geometrie.
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5.6 Antwort zu H6
Die Translationssymmetrie in Richtung der Zylinderachse
bedingt ein zweidimensionales Problem. Infolge der Zylinderymmetrie
des Problems wird eine Lösung der Laplacegleichung in ebenen
Polarkoordinaten gesucht. Die partielle Differentialgleichung
separiert mit dem Ansatz
in die gewöhnlichen Differentialgleichungen
Die Periodizitätsbedingung an die Winkelfunktion lässt nur
ganzzahlige Werte der Separationskonstanten
zu.
Die Fundamentallösungen der Winkelgleichung sind
(siehe Kap. 3.3 (3.25))
Wählt man wie oben angegeben als Richtung der vorgegebenen
Magnetisierung die
-Richtung, so liegt Spiegelsymmetrie bezüglich
dieser Achse vor (Abb. 0.2).
Abbildung 0.2:
Symmetrie des Problems
 |
Für das vorliegende Problem ist nur die Lösungsschar
von Interesse.
Die Lösungen der Radialgleichung, die man für
mit dem Ansatz
bestimmt, sind
Die Lösung mit
ist
Um die Randbedingungen
zu erfüllen, muss man als Lösung der partiellen Differentialgleichung
ansetzen.
Welche Bedingungen erlauben die Bestimmung der
speziellen Lösung
für das Skalarpotential in dem vorgegebenen Problem?
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5.6 Antwort zu H7
Zur Bestimmung der Entwicklungskoeffizienten der allgemeinen Lösung
dienen die Anschlussbedingungen für
:
Welche?
- Stetigkeit der Tangentialkomponente der Feldstärke
- Stetigkeit der Normalkomponente der magnetischen Induktion
Die magnetische Induktion
ist mit
und der Magnetisierung
durch
verknüpft.
Setze die Bedingungen für
das
- und das
-Feld
um.
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5.6 Antwort zu H8
Zur Angabe von
ist die Berechnung der folgenden Ableitungen notwendig
Stetigkeit der Tangentialkomponente (
-Komponente) erfordert
bzw.
Diese Bedingung folgt auch aus der Forderung der Stetigkeit des skalaren
Magnetpotentials für
(mit
da die ansonsten frei wählbare Konstante durch
festgelegt wurde.
Die Komponenten der magnetischen Induktion sind
(
)
Die Forderung nach der Stetigkeit der Normalkomponente (der
-Komponente)
ergibt für
Zusammen mit der Relation
folgt
Für
gilt
Es folgt somit wegen der vorherigen Bedingung
Notiere das
Endergebnis
für die Felder. Kommentiere.
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5.6 Antwort zu H9
Damit kann man als Endergebnis notieren
Für Stellen mit
springt die Normalkomponente von
um den
Betrag
Das Außenfeld fällt mit
ab.
Hier springt die Tangentialkomponente an den Stellen mit
um den
Betrag
Die Variation der Feldkomponenten (ohne die trigonometrischen Funktionen)
wird in Abb. 0.3 und 0.4) gezeigt.
Abbildung 0.3:
Variation von
und
(Radialkomponente) mit
 |
 |
Abbildung 0.4:
Variation von
und
(Winkelkomponente) mit
 |
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2005