Lösung der Aufgabe 6.2



Der Wechselstromkoeffizient zwischen zwei Stromkreisen ist durch das Integral


definiert. Mit der vorgegebenen Leitergeometrie (Abb. 0.1)

Abbildung 0.1: Koordinatenwahl


lautet das Integral, das zur Auswertung ansteht,




Die Transformation (periodische Funktionen!)


führt auf




Die Integration über ist trivial. Für die verbleibende -Integration zeigt man zunächst, dass, infolge der Periodizität der trigonometrischen Funktionen, das Integral über das Intervall zweimal dem Integral über das Intervall entspricht. Für die weitere Diskussion des Integrals bietet sich die Transformation




an, die zu dem Integral




führt. Durch Umschreibung von Zähler und Nenner stellt man fest, dass der Wechselinduktionskoeffizient durch zwei vollständige elliptische Integrale dargestellt werden kann:




bzw. in Standardnotation




Falls man sich auf die Entwicklung der elliptischen Integrale in den niedrigsten Ordnungen beschränken kann, so ist


Zwei Spezialfälle können explizit betrachtet werden: Der Abstand ist groß gegen den Radius der Stromkreise. Es ist dann


Ist der Radius groß gegen den Abstand, so folgt


In diesem Fall ist es günstiger, das exakte Resultat oder eine der Parametertransformationen der elliptischen Integrale zu benutzen. Die Abbildung Abb. 0.2 zeigt einen Vergleich der Entwicklung für die Wechselinduktion (bis zur Ordnung , grün) mit dem exakten Ergebnis (blau) über den Bereich der möglichen -Werte.

Abbildung 0.2: Exaktes Resultat (blau) versus Entwicklung (grün)


Für -Werte bis ca. 0.6 ist die Entwicklung ausreichend.


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<Elektrodynamik und spezielle Relativitätstheorie, Aufgabensammlung>  R. Dreizler C. Lüdde     2005