Hinweise zur Lösung der Aufgabe 7.1
  1. Betrachte die Spannung und Ladung an dem Kondensator und den Stromfluss durch den Widerstand. Stelle auf dieser Basis die Differentialgleichung   auf.
  2. Löse die gewonnene inhomogene Differentialgleichung erster Ordnung.  
  3. Was stellt die Lösung   dar? Diskutiere.
  4. Extrahiere in dem Stromkreis für große Zeiten und gib den effektiven Widerstand   an.
  5. Benutze den komplexen Ansatz   zur Diskussion der speziellen Lösung der Differentialgleichung.
  6. Bestimme anhand der Lösung und der Definition den komplexen Wechselstromwiderstand des Schwingkreises.  
  7. Veranschauliche die Beiträge zu der Spannung   in der komplexen Zahlenebene. Kommentiere.


Zurück zur Aufgabenstellung
<Elektrodynamik und spezielle Relativitätstheorie, Aufgabensammlung>  R. Dreizler C. Lüdde     2005






















































7.1 Antwort zu H1



Abbildung 0.1: Der RC-Stromkreis


Für die an dem Kondensator anliegende Spannung und Ladung (Abb. 0.1) gilt die Relation


wobei und den Potentialwerten auf den Kondensatorplatten entsprechen. Der (als Verschiebungsstrom) durch den Kondensator fließende Strom ist somit


An dem Widerstand liegt die Spannung an. Es fließt also nach dem Ohmschen Gesetz der Strom


da der Stromkreis keine weiteren Abzweigungen enthält. Kombination der beiden Aussagen, liefert die Differentialgleichung für die Spannung an dem Widerstand (bzw. das Potential in dem Stromkreis zwischen Kondensator und Widerstand)



   Löse die gewonnene inhomogene Differentialgleichung erster Ordnung.  


Zurück zu den Hinweisen


<Elektrodynamik und spezielle Relativitätstheorie, Aufgabensammlung>  R. Dreizler C. Lüdde     2005






















































7.1 Antwort zu H2



Die Lösung der inhomogenen Differentialgleichung erster Ordnung


setzt sich aus der allgemeinen Lösung der homogenen Differentialgleichung


und einer speziellen Lösung der inhomogenen Differentialgleichung zusammen. Diese wird über den Ansatz


zu


bestimmt.

Nebenrechnung

   Was stellt die Lösung   dar? Diskutiere.


Zurück zu den Hinweisen


<Elektrodynamik und spezielle Relativitätstheorie, Aufgabensammlung>  R. Dreizler C. Lüdde     2005






















































7.1 Antwort zu H3



Die gesamte Lösung


beschreibt in dem abklingenden Term den Einschaltvorgang sowie in dem zweiten Term die Respons des Stromkreises auf die anregende Spannung. Die Langzeitrespons ist gegenüber der anregenden Spannung phasenverschoben. Definiert man


so findet man




Die Amplitude von ist gegenüber der anregenden Spannung um den Faktor


reduziert (Abb. 0.2).

Abbildung 0.2: Die Lösung der inhomogenen Differentialgleichung des RC-Stromkreises


Die Integrationskonstante wird durch die Anfangsbedingung festgelegt, z.B. wie in der Aufgabenstellung gefordert durch Daraus würde folgen



   Extrahiere in dem Stromkreis für große Zeiten und gib den effektiven Widerstand   an.


Zurück zu den Hinweisen


<Elektrodynamik und spezielle Relativitätstheorie, Aufgabensammlung>  R. Dreizler C. Lüdde     2005






















































7.1 Antwort zu H4



Betrachtet man die Stromstärke, nachdem der Einschaltprozess abgeklungen ist ( ), so kann man die Gleichung




in der Form


schreiben. Die Größe


kann als effektiver Widerstand interpretiert werden. Der Kondensator bedingt einen zusätzlichen Widerstand (einen Wechselstromwiderstand), der in dem Grenzfall unendlich groß wird: Durch den Kondensator kann kein Gleichstrom fließen.

   Benutze den komplexen Ansatz   zur Diskussion der speziellen Lösung der Differentialgleichung.


Zurück zu den Hinweisen


<Elektrodynamik und spezielle Relativitätstheorie, Aufgabensammlung>  R. Dreizler C. Lüdde     2005






















































7.1 Antwort zu H5



Setzt man die anfängliche Wechselspannung in der Form


an, wobei der Realteil dieser Funktion den eigentlichen Zeitablauf beschreibt, so kann man die Differentialgleichung


mit dem naheliegenden Ansatz


bearbeiten. Ist , wie angegeben, reell, so erfasst man mit diesem Ansatz nur die spezielle Lösung. Mit dem Ansatz wird die Differentialgleichung in eine algebraische Gleichung übergeführt


Sortierung ergibt


Definiert man wie zuvor die Phasenverschiebung gegenüber der anregenden Spannung durch


und schreibt die komplexe Amplitude in der Form


so findet man für die Restamplitude



Nebenrechnung
Die spezielle Lösung kann also in der Form


notiert werden.

   Bestimme anhand der Lösung und der Definition den komplexen Wechselstromwiderstand des Schwingkreises.  


Zurück zu den Hinweisen


<Elektrodynamik und spezielle Relativitätstheorie, Aufgabensammlung>  R. Dreizler C. Lüdde     2005






















































7.1 Antwort zu H6



Definiert man durch


einen Wechselstromwiderstand so ist wegen dieser Widerstand


Der Betrag dieses Widerstandes ist die oben definierte Größe .

   Veranschauliche die Beiträge zu der Spannung   in der komplexen Zahlenebene. Kommentiere.


Zurück zu den Hinweisen


<Elektrodynamik und spezielle Relativitätstheorie, Aufgabensammlung>  R. Dreizler C. Lüdde     2005






















































7.1 Antwort zu H7



Es ist


Zur Veranschaulichung benutzt man eine Darstellung in der komplexen Zahlenebene, in der die komplexe Spannung durch den Ohmschen Widerstand und die komplexe Spannung durch den kapazitiven Widerstand aufgetragen wird. Die beiden Spannungen stehen infolge des Faktors senkrecht aufeinander (Abb. 0.3).


Abbildung 0.3: Der zeitliche Verlauf der komplexen Spannungswerte
 
 


Die Ausgangsspannung ist gegenüber um den Winkel phasenverschoben. Sie entspricht der Summe der beiden komplexen Spannungswerte. Die Zeitentwicklung der Lösung entspricht einer Drehung des Diagramms mit der Winkelgeschwindigkeit um den Nullpunkt (Der rote Vektor entspricht ).


Zurück zu den Hinweisen              Zurück zur Aufgabenstellung              Zurück zum Inhaltsverzeichnis


<Elektrodynamik und spezielle Relativitätstheorie, Aufgabensammlung>  R. Dreizler C. Lüdde     2005