Hinweise zur Lösung der Aufgabe 7.10
  1. Gib die magnetische Feldstärke   des Solenoids ohne Metallzylinder in komplexer Form an.
  2. Beschreibe die generelle Form der Wirbelstromdichte   nach Einführen des Metallzylinders. Notiere die benötigten Ableitungen dieser Größe.
  3. Gib die hier gültige Differentialgleichung   für die Wirbelstromdichte und deren Lösung an.
  4. Berechne die modifizierte Feldstärke.  
  5. Gib eine Randbedingung   für die magnetische Feldstärke an, die es erlaubt die Wirbelstromdichte vollständig festzulegen.
  6. Analysiere die Konstante   im Detail. Diskutiere die Konsequenzen.
  7. Schreibe die hier auftretende asymptotische Form der Besselfunktionen   zwecks Trennung von Real- und Imaginärteil um.
  8. Notiere das Endresultat   und diskutiere.
  9. Was ist die explizite (reelle) Zeitabhängigkeit   der Wirbelstromdichte und der magnetischen Feldstärke?



Werkzeuge




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7.10 Antwort zu H1



In einem Solenoid (Abb. 0.1), in dem ein Wechselstrom fließt, ist das Magnetfeld gleich (Kap. 5.2.3 (5.22))




Abbildung 0.1: Ein Schnitt durch das Solenoid


Im Folgenden ist es nützlich die komplexe Schreibweise


zu benutzen, so dass


ist.

   Beschreibe die generelle Form der Wirbelstromdichte   nach Einführen des Metallzylinders. Notiere die benötigten Ableitungen dieser Größe.


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7.10 Antwort zu H2



Der Strom, der das Magnetfeld erzeugt, fließt in der -Richtung. Die Wirbelstromdichte, die das Magnetfeld umschließt, hat ebenfalls nur eine -Komponente


die infolge der Symmetrie nur von der radialen Zylinderkoordinate abhängt. Infolge dieser Symmetrie gilt (siehe Werkzeuge)


und



   Gib die hier gültige Differentialgleichung   für die Wirbelstromdichte und deren Lösung an.


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7.10 Antwort zu H3



Die Differentialgleichung zur Bestimmung des Ortsanteils der Stromdichte


mit


ist eine Differentialgleichung für die Besselfunktion mit dem Index 1. Die für reguläre Lösung ist


wobei der Faktor der infolge der Homogenität der Differentialgleichung auftritt, noch zu bestimmen ist.

   Berechne die modifizierte Feldstärke.  


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7.10 Antwort zu H4



Für die Angabe des zugehörigen Magnetfeldes benötigt man die Formeln für eine Ableitung der Besselfunktion mit dem Index 1


Man erhält damit aus





   Gib eine Randbedingung   für die magnetische Feldstärke an, die es erlaubt die Wirbelstromdichte vollständig festzulegen.


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7.10 Antwort zu H5



Zur Bestimmung der Konstanten benutzt man die Aussage, dass für also an der `Berührungsstelle` von Metallkern und Solenoidwindung, sein muss. Diese Bedingung liefert



   Analysiere die Konstante   im Detail. Diskutiere die Konsequenzen.


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7.10 Antwort zu H6



Zur weiteren Diskussion der Lösungen und benötigt man eine explizite Aussage über die komplexe Größe Mit dem Ansatz (, reell) erhält man


und die Auflösung


(Die Wahl des Vorzeichens erweist sich im Endeffekt (siehe unten) als nicht relevant, so dass man sich auf das Pluszeichen beschränken kann.) Der reelle Vorfaktor ist groß genug, so dass man für fast alle Werte von die asymptotische Form der Besselfunktionen benutzen kann



   Schreibe die hier auftretende asymptotische Form der Besselfunktionen   zwecks Trennung von Real- und Imaginärteil um.


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7.10 Antwort zu H7



Zur Anwendung der Formel


ist eine Umschreibung notwendig. Mit


und der Darstellung der Kosinusfunktion durch komplexe Exponentialfunktionen findet man für den Fall




Für große Werte von dominiert der erste Term, so dass man


erhält. Entsprechend findet man für



   Notiere das Endresultat   und diskutiere.


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7.10 Antwort zu H8



Mit diesen Ausdrücken lauten die Ortsanteile der Wirbelstromdichte und des Feldes (in der oben angegebenen Näherung)




Betrachtet man die Funktion


so stellt man fest, dass die Wirbelströme vorwiegend an der Oberfläche des Metallkerns fließen und dass das Magnetfeld, das in einem nichtgefüllten Solenoid homogen ist, durch den Induktionseffekt aus dem Inneren des Metallkerns verdrängt wird (Abb. 0.2).

Abbildung 0.2: Pauschale Variation von und mit ( , )

   Was ist die explizite (reelle) Zeitabhängigkeit   der Wirbelstromdichte und der magnetischen Feldstärke?


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7.10 Antwort zu H9



Die Zeitabhängigkeit der beiden Größen hat wegen




die Form von phasenverschobenen Wellen, die mit der Geschwindigkeit


in das Innere des Zylinders eindringen.

















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