zur Auswertung an . Gesucht ist das Integral über die
reelle Achse. Um dieses zu bestimmen, ist die Kontur so zu wählen,
dass der große Halbkreis keinen Beitrag liefert.
Diese Wahl wird durch die in enthaltene Exponentialfunktion
bestimmt. Hat man die Kontur festgelegt, so ist der Beitrag des kleinen
Halbkreises und das Integral über die Kontur zu berechnen.
Berechne die Spannung an dem Widerstand in dem aktiven, dem
zweiten Zeitintervall
().
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<Elektrodynamik und spezielle Relativitätstheorie, Aufgabensammlung> R. Dreizler C. Lüdde
2005
Ist , so strebt gegen Null, falls
mit
ist und
geht.
Das Integral entlang der reellen Achse ist also durch einen großen
Halbkreis in der oberen Halbebene zu schließen (siehe
Abb. 0.1). Das Integral über den großen Halbkreis
trägt nicht bei.
Abbildung 0.1:
Kontur für die Integration von im Intervall
Das Integral über die in der Abbildung 0.1 angedeutete Kontur
die den Pol bei umgeht, ergibt nach der Integralformel von Cauchy
Das Integral über den kleinen Halbkreis kann mit dem Ansatz
explizit ausgerechnet werden. Es ist dann
und man erhält
Der Integrand ist eine stetige Funktion von , so dass man den
Grenzübergang und die Integration vertauschen kann
Es bleibt die Aussage (RA=reelle Achse)
In dem zweiten Integral mit
strebt
gegen Null, falls
mit
und
ist. Spart man hier den Pol bei wie in der Abb. 0.2
Abbildung 0.2:
Kontur für die Integration von im Intervall
gezeigt, aus, so folgt nach dem Cauchyschen Hauptsatz
da die zweite Polstelle in der oberen Halbebene liegt.
Die explizite Berechnung des Beitrages des Halbkreises ergibt,
da nun die Integrationsgrenzen und sind,
Für muss man die Integration entlang der reellen Achse sowohl
für als auch für durch einen Halbkreis in der unteren
Halbebene ergänzen (Abb. 0.3). Das Integral über die Kontur
enthält keine Polstellen, ergibt also den Wert Null.
Abbildung 0.3:
Kontur für die Integration von und im Intervall
Die Beiträge über den kleinen Halbkreis kompensieren sich,
da im der Term und in der Term auftritt und für
beide Funktionen der Ursprung in der gleichen Weise umgangen wird. Insgesamt
erhält man also (wie eigentlich zu erwarten)
Die Funktion in den drei Intervallen ist in den Abbildungen 0.5
bis 0.8 dargestellt.
Aufgetragen ist (in beliebigen Einheiten) als Funktion von
Das Zeitintervall wurde zu gewählt.
Das Verhalten der Funktion für
und
in den ersten zwei Abbildungen ähnelt dem Resultat der
Aufg. 7.2, wobei jedoch die jeweiligen Sprünge durch die Größe
der jeweiligen Potentialwerte bestimmt sind.
Abbildung 0.5:
Der Fall
(
)
Abbildung 0.6:
Der Fall
(
)
Für erhält
man noch einmal das Resultat der Aufg. 7.2.
Ist , so
unterbleibt der erste Sprung (Abb. 0.7), man findet einen
stetigen Anstieg des Potentials mit dem Sägezahn
bis zu dem Zeitpunkt . Es folgt dann der Sprung.
Ist , so findet
nach dem Sprung bei kein weiterer Sprung statt,
Abbildung 0.7:
Der Fall und
es schließt sich die
Abklingphase stetig an (Abb. 0.8). In jedem der Fälle bedingt ein positiver/
negativer Sprung der Eingangsspannung einen positiven/negativen Sprung
der Spannung an dem Widerstand.
Abbildung 0.8:
Der Fall und
Eine Kombination von drei Zeitintervallen mit den Potentialwerten
würde die Simulation eines stetigen Ein/Ausschaltvorgangs erlauben.
Weitere Kombinationen sind natürlich möglich.