Lösung der Aufgabe 7.5
Bezeichnet man den Drehwinkel der Spule bezüglich der
-Achse mit
(Abb. 0.1)
Abbildung 0.1:
Der Drehwinkel
 |
so lautet die Bewegungsgleichung
Das Feld
greift an dem magnetischen Moment der Spule
das von dem Strom
erzeugt wird, an.
Dabei stellt
die einfache Spulenfläche und
die Normalenrichtung dar.
Das entsprechende Drehmoment ist (Abb. 0.1)
Durch die Drehung in dem Magnetfeld wird ein zusätzlicher Strom
induziert. Das Drehmoment, das der induzierte Strom erzeugt, ist
entsprechend
wobei das magnetische Moment des Induktionsstromes
die gleiche Form hat wie das Moment des primären Stroms.
Der induzierte Strom kann über das Faradaygesetz zu
bestimmt werden, wobei
der gesamte Widerstand in dem Spulenstromkreis
ist. Für das Drehmoment durch den induzierten Strom findet man also
Die Bewegungsgleichung
zeigt, das der anfängliche Strom die Auslenkung, der Torsionsfaden eine
(harmonische) Rückstellung und die Induktion eine Dämpfung bewirkt.
Für kleine Auslenkungen kann man
durch
nähern und erhält
eine inhomogene harmonische Schwingungsgleichung mit den Parametern
der die elektromagnetische Dämpfung beschreibt,
der Eigenfrequenz des Systems und dem `treibenden Term`
mit dem Proportionalitätsfaktor (des stationären Stromes)
Die allgemeine Lösung der Schwingungsgleichung hat die Form
wobei als Lösung der inhomogenen Differentialgleichung die konstante
Lösung
dienen kann.
Die Lösung der homogenen Differentialgleichung stellt eine gedämpfte
Schwingung (siehe Band 1, Kap. 4.2.2) dar. Da diese mit der Zeit
ausklingt, gilt
Es wird sich eine Torsion der Spule einstellen, die proportional zu dem
Strom in der Spule ist. Damit sich diese Lösung möglichst schnell
einstellt, sollte der aperiodische Grenzfall der Lösung der
Schwingungsgleichung vorliegen.
Der Ansatz
führt auf die Aussage
In dem aperiodischen Grenzfall ist
Löst man diese
Bedingung nach dem Widerstand
auf, so erhält man
Diese Bedingung kann durch Anpassung des Widerstandes
erfüllt
werden.
Zur Messung des Ausschlages bringt man auf der Spule einen Spiegel an
(der das Trägheitsmoment
mit bestimmt) und misst den Ausschlag
eines an dem Spiegel reflektierten Lichtstrahls auf einem Schirm, der sich
in der Entfernung
von dem Spiegel befindet (Abb. 0.2).
Abbildung 0.2:
Spiegelanordnung
 |
Es ist dann
bzw.
Bei vorgegebenen Galvanometergrößen und
ist der Ausschlag
proportional zu der Stromstärke. Das Galvanometer kann anhand der
Proportionalität
geeicht werden.
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<Elektrodynamik und spezielle Relativitätstheorie, Aufgabensammlung> R. Dreizler C. Lüdde
2005