Lösung der Aufgabe 7.8
Die ebene Wellenlösung der Maxwellgleichungen im Vakuum
und im Metall
(vergleiche Kap. 7.2.2)
können durch ein Vektorpotential
dargestellt werden. Die Wellenzahl im Vakuum ist
, die
Wellenzahl in dem Metall ist komplex. Man erhält sie
über das Induktionsgesetz
und das Ampèresche Gesetz, das zu der Differentialgleichung
führt. Hier erkennt man die komplexe Wellenzahl
bzw. den komplexen Brechungsindex
Mit der in Abbildung (Abb. 0.1)
Abbildung 0.1:
Reflexion und Brechung
 |
angedeuteten Wahl des Koordinatensystems lautet der Ansatz für das
Vektorpotential der einfallenden, reflektierten und der eindringenden
Welle:
- Einfallende Welle:
mit
- Reflektierte Welle:
mit
- Eindringende Welle:
mit
Die Forderung nach der Übereinstimmung der Phasen in der Grenzfläche
ergibt
Dies entspricht dem Reflexionsgesetz
und dem Brechungsgesetz
Man kann das letzte Resultat benutzen, um eine Aussage zu
zu
gewinnen: Es ist
Für
ist, ist es für viele Zwecke ausreichend, den
Brechungsindex
durch
zu nähern und wegen
den Einfluss der
Einfallsrichtung zu vernachlässigen. Man erhält dann für
Die eindringende Welle wird also durch das Vektorpotential
dargestellt. Offensichtlich ist die Lösung mit dem positiven Vorzeichen
zuständig. Das Vektorpotential, und damit die
elektromagnetische Welle klingt dann gemäß
ab. Diese Aussage entspricht dem Resultat für die in Kap. 7.2.2 diskutierte Eindringtiefe.
Um den Reflexionskoeffizienten zu bestimmen, benutzt man die
Transversalitätsbedingung des Vektorpotentials (das Coulombgesetz)
und die Stetigkeit der elektromagnetischen Felder bei
.
Für die gewählte Geometrie reicht die Forderung nach
der Stetigkeit der Normalkomponente der dielektrischen Verschiebung
(
) und der Tangentialkomponente(n) des
elektrischen Feldes aus.
Aus der Stetigkeit von
und
folgt
die Stetigkeit von
und
in der Form
Aus der Transversalitätsbedingung folgt bei Benutzung von
die Relation
Benutzt man auf der linken Seite der Gleichung
die Aussage, das die
- und die
-Komponente der zwei Wellen durch
verknüpft sind, so kann man diese Gleichung mit Hilfe von
in der Form
sortieren. Zusammen mit der Gleichung für die Summe der zwei Amplituden
im Medium 1 gewinnt man daraus die Relationen
die mit
durch
genähert werden können.
DerReflexionskoeffizient ist durch
definiert. Zur Auswertung benötigt man die Relationen
Damit erhält man (in der Näherung)
Da
eine komplexe Größe ist
findet man für
Eine etwas durchsichtigere Form erhaält man durch Addition und
Subtraktion von geeigneten Termen
Der dominante Term im Nenner ist
so dass
man letztlich in konsistenter Näherung
schreiben kann. Der Transmissionskoeffizient ist dann
Da
ist, wird der Hauptteil der einfallenden
elektromagnetischen Welle reflektiert. Der Anteil, der nicht reflektiert
wird, dient letzlich der Erwärmung des Metallblocks.
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<Elektrodynamik und spezielle Relativitätstheorie, Aufgabensammlung> R. Dreizler C. Lüdde
2005