Hinweise zur Lösung der Aufgabe 8.1
  1. Was folgt aus der Lorentztransformation   für die Phase der ebene Welle?
  2. Setze die Erkenntnis zur Diskussion des Vierervektors   um.
  3. Gib die Transformation des Wellenzahlvierervektors   für die einfache Lorentztransformation an.
  4. Diskutiere die Dopplerverschiebung   als Funktion der (verschiedenen) Ausbreitungsrichtungen in den beiden Inertialsystemen.
  5. Diskutiere die Aberration,   vergleiche das Resultat mit dem nichtrelativistischen Resultat.



Werkzeuge




Zurück zur Aufgabenstellung
<Elektrodynamik und spezielle Relativitätstheorie, Aufgabensammlung>  R. Dreizler C. Lüdde     2005






















































8.1 Antwort zu H1



Für die elektromagnetischen Felder einer ebenen Welle




gelten die Aussagen




Unter einer Lorentztransformation transformieren sich die sechs Feldkomponenten (siehe Kap. 8.5.2)


wie (benutze imaginäre Zeitkoordinate)


Die Lorentztransformation greift nur an den Amplituden an. Dies bedeutet, dass in allen Inertialsystemen die gleiche Phase vorliegen muss.

   Setze die Erkenntnis zur Diskussion des Vierervektors   um.


Zurück zu den Hinweisen


<Elektrodynamik und spezielle Relativitätstheorie, Aufgabensammlung>  R. Dreizler C. Lüdde     2005






















































8.1 Antwort zu H2



Betrachtet man neben dem Vierervektor für die Koordinaten


den Vierervektor für die Wellenzahl


so kann man die Invarianz der Phase in der Form


zum Ausdruck bringen. Da sich die Koordinaten wie


transformieren, gilt für die Phase




Der Wellenzahlvierervektor muss sich wie


transformieren. Für das Skalarprodukt gilt




beziehungsweise, da ist


Der Wellenzahlvierervektor ist ein Nullvektor des Minkowskiraumes.

   Gib die Transformation des Wellenzahlvierervektors   für die einfache Lorentztransformation an.


Zurück zu den Hinweisen


<Elektrodynamik und spezielle Relativitätstheorie, Aufgabensammlung>  R. Dreizler C. Lüdde     2005






















































8.1 Antwort zu H3



Ein Wellenzahlvektor (Abb. 0.1) mit

Abbildung 0.1: Andeutung einer ebenen Welle aus der Sicht von




aus der Sicht von transformiert sich mit einer Lorentztransformation, die eine Relativbewegung in der -Richtung beschreibt, in


aus der Sicht von . Die ebene Welle breitet sich aus der Sicht des Systems mit einer Dreierwellenzahl parallel zu der - Ebene aus. Die Wellenzahl selbst, die Frequenz und der Winkel in Bezug auf die (gemeisame) -Richtung sind jedoch verschieden. Aus der Vorgabe


entnimmt man die Aussagen





   Diskutiere die Dopplerverschiebung   als Funktion der (verschiedenen) Ausbreitungsrichtungen in den beiden Inertialsystemen.


Zurück zu den Hinweisen


<Elektrodynamik und spezielle Relativitätstheorie, Aufgabensammlung>  R. Dreizler C. Lüdde     2005






















































8.1 Antwort zu H4



Die Differenz (bzw. für die eigentlichen Frequenzen) ist die Frequenzänderung, die man aufgrund der Relativbewegung wahrnimmt. Um diese Dopplerverschiebung durch den Winkel im System auszudrücken, benutzt man die Relationen


Mit den berechneten Komponenten von findet man


Auflösung dieser Relation nach der Funktion liefert die Aussage


Die Nullkomponente des Vektors


geht damit in


über. Die Dopplerverschiebung kann somit in der Form




dargestellt werden. In der ersten Gleichung ist die Dopplerverschiebung durch die Frequenz und die Ausbreitungrichtung in dem System dargestellt, in der zweiten durch die entsprechenden Größen in dem System . Die relative Dopplerverschiebung ist in Abb. 0.2 als Funktion des Winkels dargestellt (für ). Man erkennt, dass für diesen Wert der Relativgeschwindigkeit für eine Ausbreitungsrichtung mit eine Rotverschiebung auftritt. Die Welle läuft gleichsam hinter dem bewegten System her. Für Winkel beobachtet man eine Blauverschiebung (die Welle und das System bewegen sich in `Gegenrichtung`). Abbildung 0.3 zeigt (für ) die Transformation zwischen den Winkeln, die die Ausbreitungsrichtung aus der jeweiligen Sicht beschreiben. Winkel mit in dem System ergeben aus der Sicht von eine Welle in der Rückwärtsrichtung


Abbildung 0.2: mit
Abbildung 0.3: mit



   Animation der Kurven


(siehe auch Animation).

   Diskutiere die Aberration,   vergleiche das Resultat mit dem nichtrelativistischen Resultat.


Zurück zu den Hinweisen


<Elektrodynamik und spezielle Relativitätstheorie, Aufgabensammlung>  R. Dreizler C. Lüdde     2005






















































8.1 Antwort zu H5



Die Relation zwischen den Winkeln für die Ausbreitungsrichtungen der ebenen Wellen aus der Sicht der beiden Systeme


beschreibt die Aberration des Lichtes (Abb. 0.4).

Abbildung 0.4: Wellenausbreitung aus der Sicht der zwei Inertialsysteme


Eine alternative Form gewinnt man durch Elimination von aus den Transformationsgleichungen für die Komponenten der Wellenzahl


Das in D.tail 8.1 angegebene Resultat lautet


Der Winkel ist der Winkel, um den die Position eines Sterns verschoben erscheint, wenn sich der Beobachter mit der Geschwindigkeit bewegt. Um dieses Ergebnis mit dem vorliegenden zu vergleichen, muss man die folgenden Punkte beachten: Für kleine Werte der Relativgeschwindigkeit ist der Unterschied vernachlässigbar klein.


Zurück zu den Hinweisen              Zurück zur Aufgabenstellung              Zurück zum Inhaltsverzeichnis


<Elektrodynamik und spezielle Relativitätstheorie, Aufgabensammlung>  R. Dreizler C. Lüdde     2005