Hinweise zur Lösung der Aufgabe 8.11
  1. Gewinne die Entwicklung für das elektrische Potential.  
  2. Biete einen Kommentar   zu dem Ergebnis an.
  3. Gib die entsprechende Entwicklung für das Vektorpotential   an.
  4. Betrachte die Wechselwirkungsenergie   einer Punktladung , die sich an der Stelle befindet und die (geringe) Geschwindigkeit hat, im Feld einer Punktladung die sich gemäß der Vorgabe bewegt, in niedrigster Ordnung in .
  5. Vereinfache die Potentiale   durch eine geeignete Eichtransformation derart, dass das skalare Potential die Form eines Coulombpotentials hat.
  6. Gib die Wechselwirkung   mit der Ersetzung von durch an. Kommentiere.
  7. Wie lautet die kinetische Energie   des Zweiladungssystems in niedrigster Ordnung in ?



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<Elektrodynamik und spezielle Relativitätstheorie, Aufgabensammlung>  R. Dreizler C. Lüdde     2005






















































8.11 Antwort zu H1



Das retardierte elektrische Potential hat die Form


wobei der Vektor von dem Aufpunkt zu dem Feldpunkt ist. Gesucht ist eine Entwicklung nach Potenzen von . Um diese zu gewinnen, entwickelt man zunächst die Ladungsdichte


Die Ableitung der Ladungsdichte berechnet man mit Substitution und der Kettenregel


Da


ist, erhält man dann




In die allgemeine Entwicklung des Potentials


setzt man die Ladungsdichte für eine Punktladung an der Stelle


ein. Nach Integration über die Raumkoordinaten erhält man


wobei


ist.

   Biete einen Kommentar   zu dem Ergebnis an.


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8.11 Antwort zu H2



Man erkennt, dass durch die Entwicklung das retardierte Potential formal momentan (d.h. Term für Term der Entwicklung) dargestellt wird. Die vollständige Summe reproduziert die volle Retardierung. Auf der anderen Seite kann man, wenn die Bewegung langsam genug () und gleichförmig genug (höhere Ableitungen von können vernachlässigt werden) ist, die Betrachtung auf die ersten Terme der Entwicklung beschränken.

   Gib die entsprechende Entwicklung für das Vektorpotential   an.


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8.11 Antwort zu H3



Für das Vektorpotential


erhält man mit der Stromdichte


durch eine analoge Entwicklung das Resultat





   Betrachte die Wechselwirkungsenergie   einer Punktladung , die sich an der Stelle befindet und die (geringe) Geschwindigkeit hat, im Feld einer Punktladung die sich gemäß der Vorgabe bewegt, in niedrigster Ordnung in .


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8.11 Antwort zu H4



Die gesuchte Wechselwirkung der zwei Punktladungen entspricht der potentiellen Energie


Die (quasi stationäre Punktladung) befindet sich im elektromagnetischen Potential der (bewegten) Punktladung . Der Feldpunkt ist , der Aufpunkt . Zur Abkürzung wird


gesetzt. Benutzt man die Entwicklungen von und bis zur niedrigsten Ordnung in , so findet man


und



   Vereinfache die Potentiale   durch eine geeignete Eichtransformation derart, dass das skalare Potential die Form eines Coulombpotentials hat.


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8.11 Antwort zu H5



Man kann die Form der Potentiale vereinfachen, wenn man die Tatsache benutzt, dass die Potentiale nur bis auf eine Eichtransformation bestimmt sind




Damit das skalare Potential die Form eines Coulombpotentials


hat, wählt man für die Eichfunktion


Um das Vektorpotential anzugeben, benötigt man die Divergenz der Eichfunktion. Zu diesem Zweck differenziert man die Abstandsfunktion


zuerst nach der Zeit




und bildet dann die Divergenz




Für das eichtransformierte Vektorpotential erhält man





   Gib die Wechselwirkung   mit der Ersetzung von durch an. Kommentiere.


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8.11 Antwort zu H6



Die Wechselwirkung


die man mit den Potentialen in niedrigster Ordnung erhält, ist die Coulomb- und die Breitwechselwirkung


Die Wechselwirkung wird durch den Abstand der beiden Punktladungen und deren Bewegungszustand bestimmt. Eine Interpretation des Ergebnisses könnte sein: Eine der Ladungen gibt Impuls und Energie zum Aufbau des Feldes ab. In der Zeit wird der Impuls und die Energie auf die andere Ladung übertragen. Diese Vorstellung wird in der Quantenfeldtheorie bestätigt (und korrekt behandelt). Zu beachten ist, dass trotz der unsymmetrischen Behandlung der zwei Ladungen zu guter Letzt eine symmetrische Wechselwirkung gewonnen wurde. Die Inkonsequenz der klassischen Herleitung besteht darin, dass der Ausgangspunkt keine symmetrische Wechselwirkung (in den Koordinaten der zwei Punktladungen) ist und somit die Eichtransformation der Wechselwirkung unsymmetrisch angesetzt wird. Diese zwei `Fehler` kompensieren sich derart, dass das Endresultat, wie für eine Wechselwirkung zwischen zwei Ladungen zu erwarten, symmetrisch wird.

   Wie lautet die kinetische Energie   des Zweiladungssystems in niedrigster Ordnung in ?


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8.11 Antwort zu H7



Zur Angabe der Lagrangefunktion fehlt noch die Entwicklung der kinetischen Energie nach Potenzen von






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Cora Luedde
2005-01-23