8.11 Die Breitwechselwirkung
Die zuerst von G. Breit angegebene, schwach relativistische Wechselwirkung
zwischen zwei Punktladungen hat weite Anwendung in der Atomphysik und
der Kernphysik gefunden. Die Wechselwirkung beinhaltet erste relativistische
Korrekturen zu der Coulombwechselwirkung. Bei der Herleitung der Breitwechselwirkung
auf klassischer Basis gerät man in ein Dilemma, das bei der Diskussion
von relativistischen Vielteilchenproblemen auftritt: Jedes bewegte Teilchen
verfügt über seine eigene Zeit, man möchte aber im Endeffekt nur
eine Zeitkoordinate benutzen. Als Folge ist auch die hier geforderte
Herleitung nicht vollständig konsistent.
Aufgabenstellung
Zeige, dass die Wechselwirkungsenergie von zwei Punktladungen
und
, deren Bahnen durch
und
beschrieben
werden, bis zur Ordnung
durch
gegeben ist. Die Größe
ist der Abstand der beiden Teilchen zum
Zeitpunkt
Um dieses Ergebnis, die Coulombwechselwirkung plus die klassische
Breitwechselwirkung, zu gewinnen, sind die Schritte notwendig:
- Entwickle die retardierten Potentiale (Kap. 6.6) einer Punktladung,
die sich auf einer Bahn
bewegt, nach Potenzen von
.
- Betrachte die Wechselwirkung einer Punktladung
mit der Koordinate
und einer (geringen) Geschwindigkeit
im Feld einer Punktladung
mit
und
in niedrigster Ordnung
von
.
- Finde eine Eichtransformation der Potentiale in
, so dass
der skalare Anteil der Wechselwirkung die Form einer Coulombwechselwirkung annimmt.
- Notiere die so gewonnene Wechselwirkung für die Ersetzung
- Kommentiere die Herleitung und das Ergebnis.
- Notiere die kinetische Energie
der wechselwirkenden Teilchen (mit den Ruhemassen
) bis zur Ordnung
Rechne im CGS System.
Fragen
zur schrittweisen Gewinnung der Lösung
Aufruf
der Lösung
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<Elektrodynamik und spezielle Relativitätstheorie, Aufgabensammlung> R. Dreizler C. Lüdde
2005