Lösung der Aufgabe 8.4
Die Bezugssysteme werden folgendermaßen gewählt: Das
Zentrum der homogen
geladenen Kugel markiert den Ursprung des Systems
Dieses bewegt
sich mit der Geschwindigkeit
in der gemeinsamen
-Richtung
gegenüber dem System
dem System des `stationären
Beobachters` .
Die Minkowskikoordinaten aus der Sicht von
und der Sicht von
werden durch die Lorentztransformation
verknüpft
Das elektromagnetische Feld aus der Sicht von
wird durch die
Transformation des Feldtensors
berechnet
In dem resultierenden Feldtensor liest man die Feldkomponenten aus der
Sicht von
ab. Dabei ist eine Umschreibung der Koordinaten mit
vorzunehmen. Das elektrische Feld ist
mit
Für die magnetische Induktion folgt
Sie hat keine Komponente in der Bewegungsrichtung.
Zur Überprüfung der Maxwellgleichungen im Vakuum
benötigt man die Viererstromdichte aus der Sicht von
In dem System
gilt
Für den transformierten Vierervektor findet man mit
die Viererstromdichte aus der Sicht des stationären Beobachters
Hier liest man ab, dass die Dichte in dem System
durch
und die Stromdichte (jeweils innerhalb der Kugel)
durch
charakterisiert wird. Der Faktor
beschreibt die
Längenkontraktion der bewegten Kugel in der
-Richtung .
Bei der weiteren Betrachtung muss man die Punkte im Innern der Kugel und
Punkte außerhalb der Kugel unterscheiden. Im Innern
gilt für das elektrische Feld
mit
Der Faktor
beschreibt in der Form
die
Längenkontraktion der bewegten Kugel.
Die magnetische Induktion ist
Die Maxwellgleichungen
sind sozusagen trivialerweise erfüllt. Für die
Quellgleichung des elektrischen Feldes findet man
Die Gesamtladung
ist aus der Sicht der zwei Bezugssysteme gleich groß.
Das erweiterte Ampèresche Gesetz
entspricht
Auch diese Maxwellgleichung ist erfüllt.
Im Außenbereich sind die Komponenten der elektromagnetischen Felder
Damit findet man, dass alle Maxwellgleichungen erfüllt sind
Um die Frage zu beantworten, inwieweit die Aussagen sich verändern, wenn
man die Galilei anstelle der Lorentztransformation benutzt, ist die Grenzwertbetrachtung
mit
nicht der korrekte Weg. Man würde nur feststellen, dass alle vier Maxwellgleichungen
(natürlich!) auch in diesem Grenzfall gültig sind. Benutzt man die Galileitransformation,
so wird die Transformationsmatrix unsymmetrisch. Behält man die
Minkowskischreibweise bei, so lautet die Matrix der Galileitransformation
Benutzt man diese Transformationsmatrix in
so erhält man kein magnetisches Feld in dem stationären System
Diese Aussage ist offensichtlich nicht korrekt.
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<Elektrodynamik und spezielle Relativitätstheorie, Aufgabensammlung> R. Dreizler C. Lüdde
2005