Lösung der Aufgabe 8.9



Die Bahngleichung


zeigt, dass die Bahnform im Wesentlichen durch die Parameter und bestimmt wird. Diese wiederum hängen von der Energie und dem Drehimpuls ab. Der Parameter bestimmt hingegen die `Skalierung` der Bahn. In die Definition von geht eine Integrationskonstante ein. Legt man diese durch die Betrachtung eines Minimalabstandes fest, so kann man (essentiell durch Elimination des Drehimpulses) als Funktion von und Energiegrößen darstellen. Je nachdem ob der Drehimpuls größer, kleiner oder gleich ist, nimmt Werte aus einem bestimmten Bereich an. Die erste Aufgabe ist somit die Bestimmung der Funktion


Ist der Drehimpuls groß, das heißt ist


so nimmt der Parameter


Werte zwischen und an. Setzt man für die Diskussion voraus, dass ist (für gelten entsprechende Aussagen, siehe klassisches Keplerproblem der Mechanik Band 1, Kap. 4.1.2.3), so findet man einen minimalen Abstand


für den Maximalwert des Kosinus bei Durch Elimination von und des Drehimpulses zugunsten der Energieparameter gewinnt man die Relation


die es erlaubt, für vorgegebene -Werte (bestimmt durch den Drehimpuls) und Energiewerte den Bereich des Parameters anzugeben. Um die Energieverhältnisse in geeigneter Weise darzustellen (Abb. 0.1),

Abbildung 0.1: Die Energiesituation im relativistischen Coulombproblem


schreibt man die Gesamtenergie


in der folgenden Form um


wobei das klassische Zentralpotential ist


Der Grund für diese Darstellung ist die Tatsache, dass man die relativistische Energie


nicht in einfacher Weise in einen Radial- und Winkelanteil trennen kann. In der Abbildung 0.1 sieht man, dass im Wesentlichen das Bild des Keplerproblems um die Ruheenergie verschoben ist.


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<Elektrodynamik und spezielle Relativitätstheorie, Aufgabensammlung>  R. Dreizler C. Lüdde     2005