Im Rahmen der Diskussion von Potenzreihen ist noch die Frage offen, unter
welchen Bedingungen eine Taylorreihe die zugehörige Funktion wirklich
darstellt. Die Antwort auf diese Frage ergibt sich über die Betrachtung der
Konvergenz von Potenzreihen. Die Grundaussage zu der Konvergenz von Potenzreihen
lautet:
Damit ist die Betrachtung der Konvergenz von Potenzreihen auf die
Betrachtung der Konvergenz von numerischen Reihen (für jeden
-Wert
aus dem Intervall) zurückgeführt.
Das größte Intervall um die Stelle
, in dem die Potenzreihe noch
konvergiert, sei durch
gegeben. Die Zahl
bezeichnet man als
den Konvergenzradius (siehe Abb. 1.14).
Abbildung 1.14:
Illustration des Konvergenzradius
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Zur Bestimmung des Konvergenzradius von
Potenzreihen kann man sich entweder auf
das Wurzel- oder das Quotientenkriterium stützen. Im Fall des
Wurzelkriteriums folgt aus der Bedingung
die Aussage
Im Fall des Quotientenkriterium ergibt
Es gelten also, unter Einbeziehung der komplementären Divergenzkriterien,
die Aussagen:
Für die Potenzreihen aus Math.Kap. 1.3.1 kann man die folgenden
Konvergenzaussagen festhalten:
Für die Exponentialreihe
Die Reihe ergibt für jeden (noch so großen)
-Wert mit
einen endlichen Summenwert. Dies mag etwas erstaunlich
erscheinen, wenn man z.B. die Exponentialreihe mit
betrachtet.
Die Reihe beginnt mit
Trotz allem Anschein nehmen die einzelnen Beiträge wieder ab. Der
größte Beitrag ist von der Größenordnung
und der Summenwert ist
.
Für die Sinusreihe
während sich für die binomische Reihe
ergibt (vergleiche die Diskussion der Konvergenz der geometrischen
Reihe).
< Mechanik Mathematische Ergänzungen > R. Dreizler C. Lüdde 2003