Detail 1.2
Berechnung des Fernfeldes eines elektrischen Dipols für beliebige Raumpunkte
Aus der allgemeinen Formel für das elektrische Feld eines Dipols, die in
Kap. 1.3, angegeben wurde, kann man eine oft benutzte Formel für den
Betrag des Fernfeldes gewinnen.
Ein elektrischer Dipol ist durch die Angaben:
Die Ladung

befindet sich an der Stelle

, die Ladung
an der Stelle

, siehe Abb.
1.1
charakterisiert.
Es soll gezeigt werden, dass der Betrag des Dipolfeldes in einem genügend
großen Abstand
von der Dipolmitte durch
gegeben ist, wobei
der Polarwinkel zwischen der
-Achse
und der Richtung des Feldpunktes ist.
Abbildung 1.1:
Dipol: Geometrie
 |
Man könnte von der Gleichung (Kap. 1.3)
 |
(1) |
mit
ausgehen und
für Punkte mit
berechnen.
Wegen der Rotationssymmetrie genügt es jedoch, das Feld in der
-
Ebene
(
)
zu berechnen. Zur Betrachtung von Punkten mit
entwickelt
man die Abstandsfunktionen
und
nach Potenzen von
. Zur
Aufbereitung sind die Schritte
und entsprechend
notwendig. Mit der binomischen Formel für
mit
gewinnt man somit die Näherungen
Damit erhält man für die
-Komponente des
-Feldes in
der entsprechenden Näherung
bzw. für die
-Komponente
Das Betragsquadrat des Feldes in dieser Näherung ist
Mit
folgt
Das Resultat
zeigt die Winkelabhängigkeit des Dipolfernfeldes und die Tatsache, dass dieses
Feld schneller abklingt als das Feld einer Punktladung (
). Dieses Resultat
ist auch für Punkte mit
gültig (warum?).
Weiter
Die Gleichung (1) zeigt, dass
mit
gleich
mit
ist. Außerdem ist
. Dahinter steht natürlich die Rotationssymmetrie bezüglich
der
-Achse.
Die Abbildung 1.2
zeigt die Funktion
(für festen Wert von
) in der
Standarddarstellung
Abbildung 1.2:
Standarddarstellung
 |
und in der Form eines
Polardiagramms (Abb. 1.3). In dem Letzteren ist
als Länge eines Strahls in Richtung von
abgetragen und zwar für
(blau) und
(rot).
Abbildung 1.3:
Polardiagramm
 |
An beiden Darstellungen erkennt man, das der Betrag des Fernfeldes für
einen gegebenen Abstand
minimal in der
-Richtung (der
-
Ebene,
) und maximal in der
-Richtung
(
) ist.
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<Elektrodynamik und Spezielle Relativitätstheorie, Details> R. Dreizler C. Lüdde
2005