Detail 1.3
Elektrisches Feld einer Kreisscheibe und
einer Kugel (homogen geladenen)
Das elektrische Feld einer homogen geladenen Kugel kann man in verschiedener
Weise mit elementaren Mitteln bestimmen. Hier wird die Kugel in infinitesimale
Scheiben zerlegt, das Feld auf der Achse durch den Mittelpunkt einer solchen
Scheibe berechnet und die Beiträge aller Scheibchen aufsummiert.
(a) Rechnung für die Kreisscheibe
Um das Feld einer Kreisscheibe (Radius
)
mit einer uniformen Flächenladungsdichte
für Punkte auf der Achse durch das Zentrum der Scheibe zu berechnen,
zerlegt man die Scheibe in infinitesimale Ringe (Abb. 1.1)
mit dem Radius
und der Dicke
.
Abbildung 1.1:
Zerlegung der homogen geladenen Kreisscheibe
 |
 |
| Frontansicht |
Seitenansicht |
Da die Fläche dieser Ringe
ist, trägt jeder dieser Ringe die Ladung
Der Beitrag eines jeden Ringes zu dem Achsenfeld ist (siehe Kap. 1.3 und Abb. 1.1)
Das Gesamtfeld erhält man durch Integration über die Beiträge aller
infinitesimaler Ringe
(b) Rechnung für die Kugel
Um das elektrische Feld einer homogen geladenen Kugel mit
dem Radius
und der Raumladungsdichte
zu berechnen, kann man folgendermaßen vorgehen:
Die Kugel wird in infinitesimale
Kreisscheiben der Dicke
zerlegt. Die Beiträge aller Scheiben, die
man dem vorherigen Beispiel entnehmen kann, werden dann aufsummiert. Bezeichnet
man die Position einer Scheibe mit
(
, Abb. 1.3),
so ist deren Radius
durch
bestimmt und deren Ladung
ist
Abbildung 1.3:
Zerlegung der Kugel in Kreisscheiben
> |
Die Achsenlage spielt infolge der Kugelsymmetrie im Endeffekt
keine Rolle. Das Feld zeigt in jedem Punkt in Radialrichtung.
Das Feld einer Kreisscheibe (mit Radius
) mit einer uniformen Flächenladungsdichte
in einem Achsenpunkt im Abstand
von dem Zentrum der Scheibe wurde zu
berechnet. Um dieses Ergebnis in dem vorliegenden Problem zu nutzen,
muss man den Abstand
durch den Abstand von dem Mittelpunkt der Kugel
ausdrücken. Mit
und der Ersetzung
erhält man für den Feldbeitrag der infinitesimalen Kreisscheibe auf der Achse
(
)
Bei der weiteren Auswertung muss man die Fälle
und
(Punkte innerhalb
und außerhalb der Kugel) unterscheiden.
1. Fall: Ist
, so kann man die Integration direkt durchführen
Das erste Integral ist trivial (
), das zweite
Integral lässt sich durch die Substitution
vereinfachen. Die zur Durchführung der Substitution benötigten Größen
sind
Die Grenzen des Integrals müssen wie folgt ersetzt werden
Das verbleibende Integral
ergibt direkt
Das elektrische Feld auf einer Achse durch den Kugelmittelpunkt für den Fall
lautet
demnach
2. Fall: Ist
, so muss man unterscheiden, ob sich der Aufpunkt
rechts
oder links von der Stelle
befindet. Ist der Aufpunkt rechts von den
Kreisscheibe an der Stelle
, gilt also
, so zeigt der
Feldvektor
in die Richtung der `positiven` Achse. Ist
hingegen
, so zeigt
in die entgegengesetzte Richtung
(Abb.1.4).
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Abbildung 1.4:
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Abbildung 1.5:
 |
Diese Fallunterscheidungen werden durch das Vorzeichen der verschiedenen Beiträge zu
geregelt
Das Integral
ist wieder trivial
für das zweite Integral bietet sich wieder die Substitution
mit
an. Das Integral kann dann wie folgt ausgewertet werden
Das elektrische Feld auf einer Achse durch den Kugelmittelpunkt beträgt
für den Fall
Infolge der Symmetrie ergibt die Rechnung für den Betrag des Feldes
für jede Gerade durch den Kugelmittelpunkt den Wert
 |
(1) |
Die Richtung ist für eine positve Ladung radial nach außen. Das
Feld verschwindet in dem Mittelpunkt der Kugel, wächst linear an,
ist an der Stelle
stetig und fällt im Außenbereich wie
ab.
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<Elektrodynamik und Spezielle Relativitätstheorie, Details> R. Dreizler C. Lüdde
2005