Detail 4.2
Das Potential von zwei Punktladungen vor einer geerdeten Metallkugel
Auch dieses Problem kann durch Superposition gelöst werden: Man betrachtet
zwei Punktladungen an den Stellen
und
deren
Potentiale
und
zu einem Gesamtpotential
addiert werden. Zu beachten ist, dass die Randbedingung
auf der Kugeloberfläche
von dem Gesamtpotential
erfüllt werden soll. Dies bedingt die folgende Betrachtung.
Die Aufbereitung der Einzelpotentiale
(
) erfolgt
analog zu den Betrachtung in Kapitel 4.2 mit dem Unterschied, dass die
Punktladungen nun nicht mehr auf der
-Achse liegen. Man könnte
das Koordinatensystem so wählen, dass die Vektoren
und
in der
-
Ebene liegen (Abb. 4.1), doch ist die
allgemeinere Diskussion nicht aufwendiger.
Abbildung 4.1:
Anordnung der Ladungen und Spiegelladungen
 |
Mit den Vorgaben
muss man die allgemeine Form (3.34) der Multipolentwicklung ansetzen. Es ist
in der Standardnotation
so dass man für den Spiegelladungsansatz
die folgenden Details notieren kann:
- Mit der Erwartung (die zu überprüfen ist), dass die Positionen der
Spiegelladungen innerhalb der Kugel zu finden sind, kann man für
die Spiegelladungsanteile (in einfacher Erweiterung von (4.6), Kap. 4.2)
schreiben.
- Für die Punktladungspotentiale auf der Kugelfläche gilt
Die Koeffizienten
werden über die Randwertvorgabe
bestimmt. Diese Bedingung lautet
Wegen der linearen Unabhängigkeit der Kugelflächenfuktionen
muss der Ausdruck in der geschweiften Klammer gleich Null sein. Da
diese Aussage jedoch für jede Ladung
und zugehörige Position
gelten soll, ist dies nur möglich falls die Ausdrücke
in den eckigen Klammern einzeln verschwinden. Daraus folgt
Das Ergebnis für die Spiegelladungsbeiträge
kann mit der Definition der Spiegelladungen
und deren Position (mit
!)
resummiert werden
Die Einzelpotentiale, aus denen sich das Gesamtpotential additiv zusammensetzt,
sind somit:
Das gesamte Potential, das durch Addition von zwei realen und zwei fiktiven
Punktladungsbeiträgen erzeugt wird, erfüllt die Randbedingung
Da die Einzelpotentiale die Bedingung
erfüllen, hätte man
die Koeffizienten
auch über diesen Satz von Bedingungen bestimmen
können. Der springende Punkt ist jedoch, dass die Bedingungen
ebenfalls auf
führen, gegebenenfalls von Null verschiedene
Einzelpotentiale liefern, deren Summe jedoch wegen der Eindeutigkeit der
Lösung des Dirichletproblems wieder das gleiche Ergebnis wie zuvor liefert.
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<Elektrodynamik und Spezielle Relativitätstheorie, Details> R. Dreizler C. Lüdde
2005