Detail 4.6

Potential eines geraden Drahtes mit dielektrischem Zylinder

(a) Potential des geraden Drahtes parallel zu der -Achse durch den Punkt

Man berechnet zuerst das elektrische Feld eines langen, geraden Drahtes (Abb. 4.1) entlang der -Achse mit dem Gaußtheorem. Ist die lineare Ladungsdichte , so erhält man für einen Gaußzylinder mit der

Abbildung 4.1: Potential eines langen, geraden Drahtes: Gaußfläche


Höhe und dem Radius um die -Achse infolge der Symmetrie


bzw.


Das zugehörige elektrische Potential ist


Für einen Draht, der im Abstand parallel zur -Achse verläuft (und die -Achse schneidet), kann man den Abstand eines Feldpunktes in der Ebene von dem Schnittpunkt mit dem Kosinussatz


darstellen (Abb. 4.2).

Abbildung 4.2: Potential eines langen, geraden Drahtes: Geometrie des verschobenen Drahtes


Hier ist der Abstand des Feldpunktes von dem Koordinatenursprung und der Azimutalwinkel. Um


in der gewünschten Form einer Fourierreihe (siehe Math.Kap. 1.3.4) anzugeben, benötigt man die Reihentwicklung
(1)

Die ersten Terme dieser Reihe kann man explizit anhand der Taylorformel gewinnen. Der allgemeine Nachweis der Gültigkeit dieser Entwicklung ist jedoch aufwendiger. Er kann in zwei Schritten vollzogen werden Zur Berechnung der Entwicklung des logarithmischen Potentials muss man die Abstandsfunktion in der Form


bzw.


aufbereiten und findet mit


und (1) für die Entwicklungen

 
    (3)
 

(b) Draht und dielektrischer Zylinder: Auswertung der Anschlussbedingungen

Die Ansätze für die Potentiale in den drei Raumgebieten sind




Die Anschlussbedingungen auf der Oberfläche des dielektrischen Zylinders mit Radius sind die Stetigkeit des Potentials


und die Stetigkeit der Normalenableitung der dielektrischen Verschiebung, in der Umsetzung für das Potential also


Diese Bedingungen führen, infolge der Orthogonalitätsrelationen für die auftretenden Kosinusfunktionen, zu dem Gleichungssystem ()




mit der Lösung


Die Konstanten und sind nicht festgelegt, können aber infolge der Eichfreiheit des Potentials gleich Null gesetzt werden. Bei dem Anschluss der Lösungen bei ist nur die Bedingung


möglich. Die Normalenkomponente der dielektrischen Verschiebung ist nicht stetig, da auf der Randkurve eine wahre Ladung vorhanden ist. Die Bedingung liefert direkt die Aussagen


(c) Die Abbildung

Die konforme Abbildung


mit der Umkehrung


wird hier im Detail analysiert. Zu diesem Zweck gibt man Kurven in der -Ebene vor und betrachtet deren Bilder in der -Ebene. Die Zusammensetzung dieser Einzelabbildungen sollte einen Eindruck von der gesamten Abbildung vermitteln. Setzt man


so ist


Anwendung des Additionstheorems ergibt


Zur Umrechnung der trigonometrischen Funktionen mit imaginärem Argument benutzt man




Man erhält somit in der -Ebene


In den folgenden Abbildungen sind die Kurven in der -Ebene und die entsprechenden Bildkurven in der -Ebene auf einem `Blatt` gezeichnet. Je eine der Kurven ist farblich hervorgehoben (blau: -Ebene, grün: -Ebene). Insbesondere werden die folgenden Kurven der -Ebene und ihrer Abbilder betrachtet:




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<Elektrodynamik und Spezielle Relativitätstheorie, Details>  R. Dreizler C. Lüdde     2005