Detail 6.2
Illustration der Dispersion von Wellenpaketen
Ein Wellenpaket, das oft zur Illustration der Dispersion herangezogen
wird, ist das Gaußpaket. Zur Anfangszeit
wird es durch die
Funktion
beschrieben. Diese Funktion stellt eine Kurve dar, die als Glockenkurve
bezeichnet wird (Abb. 6.1).
Abbildung 6.1:
Die Glockenkurve
für verschiedene Parameter
 |
Sie ist symmetrisch in Bezug auf den Punkt
und nimmt dort einen
Maximalwert an. Die Glocke ist umso schmaler (breiter) je größer
(kleiner) der Parameter
ist. Der Vorfaktor ist so gewählt, dass die
Fläche unter der Glockenkurve den Wert 1 hat.
Um diese Aussage nachzuweisen, benötigt man das Integral
Dieses kann man auswerten, indem man das Integral quadriert, das
Produkt in ein Doppelintegral umschreibt
und zu ebenen Polarkoordinaten übergeht
Das Radialintegral kann mit der Substitution
elementar
gewonnen werden
Im Endeffekt ist also
Eine oft benutzte Erweiterung ist
wobei vorausgesetzt wird, dass der Realteil von
größer
als Null ist (Re
) und
beliebige komplexe Zahlen sind.
Dieses Resultat gewinnt man durch quadratische Ergänzung des Exponenten
und die Substitution
Es folgt dann
und somit das zitierte Resultat.
Das anfängliche Gaußpaket kann durch ein Fourierintegral dargestellt
werden
 |
(1) |
Zur Berechnung der Fourierkoeffizienten
bildet man
Auf der rechten Seite erhält man nach Vertauschung der Reihenfolge der
Integration mit den Eigenschaften der
-Funktion (Math.Kap. 1.4)
Auf der linken Seite ergibt die Anwendung der bereitgestellten Formel
Setzt man alle Faktoren zusammen, so findet man für die Fourieramplitude
des Gaußpaketes
Die Fourieramplitude ist ebenfalls eine Glockenkurve, deren Breite durch
charakterisiert wird. Ist das räumliche Gaußpaket breit, so
ist die Fourieramplitude scharf und umgekehrt (siehe Abb. 6.2-6.4).
Abbildung 6.2:
Die Fourieramplitude
für verschiedene Parameter
 |
Abbildung 6.3:
Die Fourieramplitude
(blau) im Vergleich mit
(pink) für
 |
Abbildung 6.4:
Die Fourieramplitude
(blau) im Vergleich mit
(pink) für
 |
Zur Diskussion der Zeitentwicklung des Gaußpaketes betrachtet man die
Entwicklung nach ebenen Wellen
wobei die Frequenz
für ein Paket im Vakuum (freies Paket) durch
oder für ein einfaches, dispersives Paket in der Form
vorgegeben wird. Damit berechnet man die zeitabhängigen Wellenpakete
wobei
dem anfänglichen Wellenpaket entspricht (siehe (1)).
Im Fall
ist das Integral
auszuwerten. Dies entspricht dem oben bereitgestellten Integral mit
so dass man
bzw.
schreiben kann.
Man erhält ein Gaußpaket, das sich ohne Dispersion uniform nach
`rechts` bewegt.
Abbildung 6.5:
Wellenpaket im Vakuum
|
Im Fall der Vorgabe
ist das Integral
zu berechnen. Hier ist
und somit
Anstatt den Realteil dieser Funktion zu bestimmen, ist es einfacher die
quadratische Form
die bei der Diskussion der Wellenfunktion der Quantenmechanik eine
zentrale Rolle spielt, zu betrachten. Auch diese Funktion vermittelt
einen Eindruck von der Zeitentwicklung des Wellenpaketes. Man findet
bzw. für das Betragsquadrat der Wellenfunktion nach Sortieren aller Faktoren
Der Schwerpunkt des Wellenpaketes 2 bewegt sich ebenfalls mit der
Geschwindigkeit
nach rechts, doch bedingen sowohl der Vorfaktor als auch
der zusätzliche Faktor im Exponenten das Auseinanderfließen des
Wellenpaketes aufgrund der Dispersion.
Abbildung 6.6:
Wellenpaket im Medium
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Diese Funktion ist zu vergleichen mit der Zeitentwicklung des freien Wellenpaketes
(Abb. 6.7)
Abbildung 6.7:
Vergleich: Vakuum (grün), Medium (blau)
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<Elektrodynamik und Spezielle Relativitätstheorie, Details> R. Dreizler C. Lüdde
2005