Detail 7.5
Der Hertzsche Dipol
Die korrekte Berechnung der Abstrahlung von elektromagnetischen Wellen ist
recht kompliziert. Zum einen wirkt
die ausgesandte Strahlung auf die Stromverteilung in der Antenne zurück.
Auch wenn man diesen Effekt nicht einbezieht, ist die Berechnung des
exakten Strahlungsmusters selbst für idealisierte Antennen nicht einfach.
Da man davon ausgehen kann, dass der Empfänger nicht in der Nähe des
Senders anzutreffen ist, spielt die Diskussion des Fernfeldes, der
abgestrahlten elektromagnetischen Wellen in größerer Entfernung
von dem Sender, eine besondere Rolle. Das Fernfeld wird durch den Dipolanteil,
den Hertzschen Dipol, dominiert (vorausgesetzt die in der Antenne
oszillierende Ladungsverteilung ist insgesamt neutral, so dass keine
Monopolstrahlung auftritt). Bei der Diskussion des Hertzschen Dipols
in Kap.7.3.2 sind zwei Punkte offen geblieben:
- (a)
- Die Herleitung der Relation
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(1) |
- (b)
- Die zusätzliche Berechnung des Skalarpotentials und somit die Berechnung
des elektrischen Feldes anhand der Formel
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(2) |
(a) Ein Integral über die Stromdichte
Der Nachweis der Formel (1) beginnt mit der Diskussion der
Terme
Da die Rechnung für jeden dieser Ausdrücke analog verläuft, ist es
ausreichend, einen davon zu betrachten.
Es folgt bei Integration über den gesamten Raum
Das Integral auf der linken Seite kann mit dem Divergenztheorem in ein
Oberflächenintegral über eine unendlich große Kugel umgewandelt werden
Da jedoch vorausgesetzt ist, dass die Quelle der Strahlung auf eine
Umgebung des Koordinatenursprungs beschränkt ist, hat dieses Integral
den Wert Null.
Das Argument für die Terme in
und
verläuft
entsprechend, so dass man zusammenfassend
schreiben kann.
(b) Alternative Berechnung des Dipolfeldes
Für das skalare Potential
gilt (analog zu der Diskussion des Vektorpotentials, (7.57/7.58) in Kap. 7.3.1 )
die Näherung
in der Strahlungszone (SZ). Die Entwicklung der Exponentialfunktion
liefert hier
Für eine Dipolantenne setzt man voraus, dass
ist. Die Gesamtladung auf der Antenne ist Null, doch ändert sich
die Ladungsverteilung lokal mit der Zeit.
In dem zweiten Term der Entwicklung erkennt man wieder das Dipolmoment
der Ladungsverteilung. Man findet somit in niedrigster Ordnung für das
Skalarpotential
Für den Gradienten des Gesamtpotentials in dieser Ordnung
erhält man in der Ordnung
mit der Definition
Man notiert also für die Langwellennäherung in der
Strahlungszone
Für das Vektorpotential (Kap. 7.3.2, (7.60))
findet man wegen
die Zeitableitung
so dass man für das elektrische Feld mit (2) in der Dipolnäherung
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(3) |
schreiben kann. Der Faktor in der Wellenzahl kann mit der Formel
in
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(4) |
umgeschrieben werden. Das Resultat (3) stimmt also
mit (7.62) in Kap. 7.3.2 überein.
(c) Animationen:
In den Abbildungen wird das Abstrahlungsmuster des Hertzschen Dipols
illustriert. Gezeigt werden die Feldlinien des elektrischen Feldes.
Abbildung 7.1:
Ausschnitt einer räumlichen Momentaufnahme des Fernfeldes aus verschiedenen Perspektiven
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Abbildung 7.2:
Ebener Schnitt entlang der Dipolachse: Nah- und Zwischenzone
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Abbildung 7.3:
Ebener Schnitt entlang der Dipolachse: Fernzone
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<Elektrodynamik und Spezielle Relativitätstheorie, Details> R. Dreizler C. Lüdde
2005