Detail 8.6

Der relativistische Lagrange/Hamilton Formalismus

Die Bewegung eines geladenen Massenpunktes in einem elektromagnetischen Feld kann man entweder durch die Lorentzkraftgleichung oder durch eine entsprechende Lagrangefunktion charakterisieren. Der Zusammenhang (die Lagrangegleichung entspricht der Lorentzkraftgleichung) wird hier für den relativistischen und den nichtrelativistischen Fall hergestellt. Von besonderem Interesse in verschiedenen Bereichen der theoretischen Physik ist auch die Hamiltonfunktion einer relativistischen Punktladung in einem elektromagnetischen Feld. Diese Funktion wird in dem Abschnitt b. bereitgestellt.

(a) Die Lagrangegleichungen

Die nichtrelativistische Lagrangefunktion eines geladenen Massenpunktes () in einem elektromagnetischen Feld ist Kap. 8.5.4


Die generalisierten (kartesischen) Impulse sind


Als Zutaten für die Aufstellung der Lagrangegleichungen benötigt man


und


Die Auswertung von


ergibt z.B. für




mit den Definitionen (6.63) und (6.64) aus Kap. 6.5 somit




Entsprechendes gilt für die 2 und 3 Komponenten.

Die vektorielle Zusammenfassung lautet somit


wobei der klassische Impuls


ist.

Die relativistische Lagrangefunktion unterscheidet sich von der nichtrelativistischen nur in dem kinetischen Energieterm


Man erhält aus diesem Grund für den kinetischen Anteil des generalisierten Impulses


den relativistischen anstelle des klassischen Impulses.

(b) Die Hamiltonfunktion

Um die relativistische Hamiltonfunktion (Kap. 8.5.4) gemäß der Definition


zu bestimmen, muss man zunächst den Ausdruck für die Komponenten des generalisierten Dreierimpules (8.82)
(1)
     
 

nach den Geschwindigkeitskomponenten auflösen. Man löst dazu zunächst die Relation


über




nach auf




und berechnet damit


Geht man damit in die Ausgangsgleichung (8.6.1) ein, so findet man für die Komponenten der Dreiergeschwindigkeit


Es sind dann noch die freie Lagrangefunktion und der magnetische Wechselwirkungsterm (8.79)


umzuschreiben, im Detail




Fasst man nun alle Terme in


zusammen, so findet man




das zu




und schließlich zu dem kompakten Resultat




zusammengefasst werden kann.


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<Elektrodynamik und Spezielle Relativitätstheorie, Details>  R. Dreizler C. Lüdde     2005