1 Heuristischer Zugang
Da sich die
-Funktion in drei Raumdimensionen als eine einfache
Erweiterung des Falles von einer Raumdimension herausstellt, ist es
ausreichend, die
-Funktion in einer Variablen zu betrachten.
Übertragen auf diesen Fall lauten die zwei Forderungen (für eine
Punktladung an der Stelle
)
bzw. etwas allgemeiner (für eine Punktladung an der Stelle
)
Es ist möglich, zu zeigen, dass die Grenzwertfunktion
die geforderten Eigenschaften besitzt. Dies ist nur eine von mehreren
Möglichkeiten. Andere Grenzwertfunktionen, die die Forderung ebenfalls
erfüllen, sind z.B.
Der Beweis der obigen Behauptung sieht folgendermaßen aus. Für die
Funktion von zwei Variablen
gilt für alle Werte von
der Grenzwert
Auf der anderen Seite notiert man jedoch
Zur Berechnung des uneigentlichen Integrals über die Funktion
benötigt man die Schritte
Es folgt also
Es gilt auch
vorausgesetzt man wertet das eigentliche Integral aus, bevor die
Grenzprozesse durchgeführt werden. In diesem Sinn können die
Grenzprozesse
und
vertauscht werden.
Man kann explizit verfolgen, wie sich die Funktion
in dem
Grenzfall
verhält.
Abbildung 1.1:
Heuristische Definition der
-Funktion
 |
Die Funktion schrumpft für abnehmendes
auf eine immer kleinere
Umgebung des Punktes
zusammen. Auf der anderen Seite wächst der
Wert der Funktion in einer Weise, dass die Fläche unter der
Kurve konstant bleibt. Die Darstellung des Grenzfalles ist natürlich
nicht möglich.
Anhand dieser Betrachtungen würde man die folgende Charakterisierung der
-Funktion geben:
Die `Funktion`
kann als Grenzwertfunktion von
mit
dargestellt werden. Dabei existiert
der Grenzwert in dem üblichen Sinn nicht. Der Grenzwert des uneigentlichen
Integrals mit dieser Funktion ist jedoch definiert.
Sitzt die Punktladung (
) in der eindimensionalen Welt nicht an der
Stelle
, sondern an einer beliebigen Stelle
, so lautet
die entsprechende Definition
Anhand dieser `Definition` kann man nun versuchen, die
Eigenschaften der
-Funktion zu diskutieren.
< Elektrodynamik Mathematische Ergänzungen > R. Dreizler C. Lüdde 2005