3 Die zugeordneten Legendreschen Funktionen
Ist die Separationskonstante
des Winkelanteils in der Variablen
nicht gleich Null, so erhält man die Differentialgleichung
die die zugeordneten Legendreschen Funktionen definiert. Anstelle
der eigentlichen Separationskonstanten
kann man von vorne
herein
benutzen, da die Lösungen dieser Differentialgleichung
für
in die Legendreschen Polynome übergehen und nur diese
an den Stellen
endlich sind.
Um die zugeordneten Legendreschen Funktionen zu bestimmen, macht man den
Ansatz
und wählt
so, dass die Singularität in dem zusätzlichen Term
der Differentialgleichung aufgefangen wird. Man findet auf diese Weise
. Setzt man den so gewonnen Ansatz
in die Differentialgleichung für diese Funktion ein, so findet man als Bestimmungsgleichung
für die Restfunktionen
Man stellt eine gewisse Ähnlichkeit mit der einfachen Legendreschen
Differentialgleichung
fest. In der Tat führt
-malige Differentiation der Legendreschen
Differentialgleichung auf die Gleichung
der man die Aussage
entnimmt. Die Lösung der vollständigen Legendreschen
Differentialgleichung lautet somit
Die drei linken Einträge deuten Varianten in der Notation an, die in
der Literatur anzutreffen sind. Das zusätzliche Vorzeichen, das
infolge der Homogenität der Differentialgleichung möglich ist,
entspricht der am meisten benutzten Konvention, doch ist es bei der
Übernahme von Formeln aus der Literatur angebracht, die jeweilige
Definition zu überprüfen. Die Funktionen sind an den Stellen
endlich, wenn
eine positive ganze Zahl ist
Für jeden Wert von
sind ganzzahlige
-Werte
mit
zulässig. Die Ganzzahligkeit entspricht der Lösung
der Differentialgleichung in der Variablen
, die Beschränkung auf
positive
-Werte folgt aus der Methode mit der diese Funktionen
gewonnen wurden, die obere Grenze
tritt auf, da
die Legendrepolynome
Polynome vom Grad
sind, deren
-te
Ableitung verschwindet.
Zu jeder regulären Lösung mit
existiert ein linear unabhängiger
Partner
der an den Grenzen des Grundintervalls logarithmisch divergiert.
Auch für die zugeordneten Legendreschen Funktionen, die aus einer
Wurzel und einem Polynomanteil bestehen und in der Literatur
auch als zugeordnete Legendresche Polynome bezeichnet werden,
existiert ein umfangreicher Katalog von Eigenschaften. Die einfachsten
Funktionen kann man direkt anhand der Definition
berechnen.
Neben
notiert man
Unterabschnitte
< Elektrodynamik Mathematische Ergänzungen > R. Dreizler C. Lüdde 2005