Sind zwei Punkte auf einer Kugelfläche durch die Winkel
und
gegeben, so gilt für den Kosinus des
eingeschlossenen Winkels
(Abb. 4.3)
Abbildung 4.3:
Der Winkel
zwischen zwei Raumrichtungen
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Das Legendrepolynom
erfüllt dann das Additionstheorem
Der Beweis dieses Theorems beinhaltet die Schritte: Man wertet das
Greensche Theorem (1)
mit den Funktionen
aus, wobei
ist. Das Gebiet
ist eine Kugel mit dem
Radius
und dem Oberflächenelement
. Da
eine Lösung der Laplacegleichung und
das Potential einer Punktladung ist, gilt
Außerdem berechnet man die benötigte Komponente des Gradienten
auf der Kugeloberfläche zu
Setzt man diese Ausdrücke in das Greensche Theorem ein und sortiert,
so erhält man
Mit dem Argument, dass die Koeffizienten der Potenzreihe
alle verschwinden müssen, folgt die Aussage
Entwickelt man nun das Legendrepolynom
nach
Kugelflächenfunktionen
wobei die Koeffizienten Funktionen der Winkel
und
sein
müssen, so erhält man mit der Orthogonalitätsrelation der
Kugelflächenfunktionen
bzw. mit dem bereitgestellten Integral
Nach einfacher Umbenennung folgt dann aus der Zerlegung von
das Additionstheorem.
Das Legendrepolynom ist eine reelle Funktion des Kosinus des
eingeschlossenen Winkels. Die rechte Seite des Additionstheorems ist somit
auch reell. Dies bedeutet einerseits, dass es keine Rolle spielt, welche
der zwei Kugelflächenfunktionen komplex konjugiert ist
Man kann, andererseits, die rechte Seite in einer etwas umständlicheren,
doch manchmal benötigten, reellen Form schreiben