2 Die Funktionen
Die Funktionen
sind die Koeffizienten in der Entwicklung der erzeugenden Funktion
Zum Nachweis dieser Aussage entwickelt man
und sammelt die Potenzen von
mit der Ersetzung
. Mit der
erzeugenden Funktion kann man die Grundrelationen für
noch einmal herleiten. Außerdem ist man in der Lage, eine große
Anzahl von Eigenschaften der Besselfunktionen
bereit zu stellen.
Einige Beispiele folgen.
- Ersetzt man in der erzeugenden Funktion
durch
so folgt aus
durch Entwicklung nach
und Vergleich der Koeffizienten von t auf
beiden Seiten der Gleichung das Additionstheorem
Dieses Ergebnis kann man durch Aufspaltung der Summe in die Teilsummen
den Umbenennungen der Summationsindizes
und der Nutzung der Symmetrierelation in eine Form gebracht
werden, die nur Besselfunktionen mit positiver Ordnung enthält
- In der erzeugenden Funktion benutzt man
Aus der Aussage
erhält man (benutze wiederum die Symmetrierelation z.B. für
den Realteil
Mit
ergibt die erzeugende Funktion
woraus man die Werte
ablesen kann. Alle Besselfunktionen
außer
haben am Ursprung den Wert Null.
- Mit der Ersetzung
entspricht die erzeugende Funktion
bzw. bei Trennung von Real- und Imaginärteil
Derartige Relationen dienten 1824 F.W. Bessel zur Beschreibung der Differenz
zwischen mittlerer und exzentrischer Anomalie von Planeten.
Multipliziert man diese Relationen mit
bzw. mit
und integriert unter Benutzung der Orthogonalitätsrelationen
so gewinnt man die Integraldarstellungen (
in beiden Fällen,
die Formel mit
gewinnt man explizit)
Betrachtet man anstelle der ersten Gleichung ein entsprechendes Integral mit
, in der zweiten mit
, so findet man infolge
der Periodizität der trigonometrischen Funktionen jeweils den Wert Null. Man
kann somit für alle Werte von
das Resultat zu
zusammenfassen.
Im Gegensatz zu den kompakten Ausdrücken für die Winkelfunktionen
in Math.Kap. 4.3 sind die Besselfunktionen essentiell nur über die
Reihendarstellung oder daraus abgeleiteten Relationen gegeben. Eine
derartige Relation ist z.B.
die man aus den Rekursionsformeln für die Ableitung der Besselfunktionen
herleiten kann. Insbesondere findet man
eine Relation, die es erlaubt
aus
zu gewinnen.
Die Schaubilder von
in Abb. 4.4 sind aus diesem Grund
numerisch erzeugt.
Abbildung 4.4:
Die Besselfunktionen
und
 |
Man kann erahnen, dass diese Funktionen eine unendliche Anzahl von
Nullstellen besitzen. Die Bestimmung einzelner Nullstellen ist
letztendlich auch nur numerisch möglich.
< Elektrodynamik Mathematische Ergänzungen > R. Dreizler C. Lüdde 2005