1 Euklidische und unitäre Vektorräume endlicher Dimension

Die formale Definition eines abstrakten, linearen Vektorraumes lautet:


Eine Menge von Elementen (Vektoren) wird als linearer Vektorraum bezeichnet, wenn

gelten. Zusätzlich muss eine Basis des Raumes existieren, die durch axiomatisch festgelegt ist. Anhand dieser Definitionen kann man die Differenz zweier Vektoren und den Nullvektor ( ) einführen.

Ein zentraler Begriff ist der Begriff der linearen Abhängigkeit bzw. der linearen Unabhängigkeit. Diese Begriffe werden folgendermaßen definiert:


Die Vektoren sind linear unabhängig, falls die Linearkombination


nur mit erfüllt werden kann. Sie sind linear abhängig, wenn in der Linearkombination wenigstens eine der Zahlen von Null verschieden ist. Die Tatsache, dass die erste Definition nicht unbedingt einen praktischen Weg zur Überprüfung der linearen Unabhängigkeit eines Satzes von Vektoren darstellt, tut der Präzission dieser Definition keinen Abbruch.

An den benannten Satz von Basisvektoren wurden keinerlei Voraussetzungen bezüglich linearer Abhängigkeit gemacht. Stellt man nun fest, dass die Maximalzahl von linear unabhängigen Vektoren in diesem Satz ist, so bezeichnet man einen solchen Satz von linear unabhängigen Vektoren (in der Mathematik formal) als Minimalbasis und als die Dimension des Vektorraumes. Im folgenden wird vorausgesetzt, dass die vorgegebene Basis eine Minimalbasis ist. Die Zahlen in (9) sind dann die (eindeutigen) Koordinaten oder Komponenten des Vektors (vergleiche Band 1 Math.Kap. 3).

Durch die Definition eines Skalarproduktes von zwei Vektoren


wird in dem Vektorraum eine Metrik eingeführt. Bei der Klassifizierung von metrischen Vektorräumen unterscheidet man euklidische und unitäre Vektorräume:

Der folgende Abschnitt über orthogonale krummlinige Koordinaten in drei Raumdimensionen stellt eine Variation der obigen Diskussion im Euklidischen Raum dar. Da die Betrachtung von Differentialformen erforderlich ist, betrachtet man den vektoriellen Abstand von zwei infinitesimal benachbarten Punkten und bildet daraus das Wegelement


im Fall einer orthonormalen Basis ist


Orthogonale krummlinige Koordinaten werden dadurch charakterisiert, dass der metrischen Tensor in Bezug auf die zugehörigen Basisvektoren positiv definit ist, nur diagonale Elemente besitzt, die diagonalen Elemente jedoch von den Koordinaten abhängen


Diese Koordinatenabhängigkeit hat natürlich weitreichende Konsequenzen.


< Elektrodynamik     Mathematische Ergänzungen >       R. Dreizler   C. Lüdde     2005