4 Lineare Räume mit nichteuklidischer Metrik
Euklidische (und unitäre) Vektorräume sind dadurch ausgezeichnet,
dass das Skalarprodukt eines Vektors, insbesondere eines Basisvektors,
mit sich selbst positiv definit ist. Besteht man nicht auf dieser Eigenschaft,
sondern lässt eine allgemeinere Metrik des Raumes
zu, so ist es möglich, dass das Skalarprodukt eines Vektors mit sich
selbst, negativ oder gleich Null sein kann
Man spricht dann von einer nichteuklidischen Metrik. In einem
solchen Raum muss man zwischen einer kovarianten und einer
kontravarianten Zerlegung eines Vektors bzw. Basis unterscheiden.
So definiert man z.B. den Satz von Basisvektoren
mit dem (per Definition symmetrischen) metrischen Tensor
als die Basis der kontravarianten Zerlegung eines Vektors
Entsprechend setzt man für die kovariante Zerlegung mit der Basis
und dem metrischen Tensor
die Darstellung
an. Die Basisvektoren der beiden Zerlegungen sind durch
bzw.
verknüpft. Der Tensor
ist der zu
inverse metrische Tensor, denn es gilt dann
wobei das Kroneckersymbol trotz der Hochstellung eines der Indizes die
übliche Bedeutung hat. Die Konsistenz der Transformationen der
Basisvektoren wird z.B. durch die Gleichungskette
bestätigt. Man findet auch
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für das Skalarprodukt der kovarianten Basisvektoren mit den
kontravarianten und
für die Transformation zwischen den Sätzen von Koeffizienten.
Das Skalarprodukt von zwei Vektoren kann entweder in der kontra- oder der
kovarianten Basis ausgewertet werden
In beiden Fällen erhält man im Endeffekt das gleiche Ergebnis in
der Form einer speziellen Kontraktion, einer Summe über
Produkte von gleich indizierten kovarianten mit kontravarianten
Komponenten. (Das allgemeine Konzept der Kontraktion wird im
nächsten Abschnitt vorgestellt).
Ein direktes Beispiel, dessen Metrik auch als pseudoeuklidisch bezeichnet
wird, ist ein vierdimensionaler Minkowskiraum mit
Es ist jedoch zu bemerken, dass weder die Durchzählung der Koordinaten
des Minkowskiraumes
noch die Vorgabe der Metrik in der Literatur eindeutig gehandhabt wird.
Man findet z.B. eine Durchzählung von
bis
, wobei die Zeitkoordinate
meist mit
indiziert wird, und die Sequenz
anstatt
für die Metrik.
Die formale Fassung des Minkowskiraumes ist der Inhalt des nächsten
Abschnitts. Das Kapitel wird durch eine kurze Zusammenfassung der
Grundaussagen der relativistischen Mechanik und der Elektrodynamik
in der formalen (ko- und kontravarianten) Schreibweise abgerundet.
Unterabschnitte
< Elektrodynamik Mathematische Ergänzungen > R. Dreizler C. Lüdde 2005