Wie im Reellen bedeutet der Begriff des Grenzwertes nur, dass man diesem
Wert beliebig nahe kommen kann, wobei der Unterschied zwischen zwei
komplexen Zahlen durch den Betrag
charakterisiert wird.
Der Grenzwert macht keine Aussage über den Funktionswert an der Stelle
. Die Definition unterscheidet sich formal nicht von der entsprechenden
Definition im Reellen, so dass im Komplexen die gleichen Regeln für das
Rechnen mit Grenzwerten gelten wie im Reellen.
Die Ableitung in dem Punkt
ist nur definiert, falls man den
gleichen Grenzwert in diesem
Punkt erhält, unabhängig von der Richtung in der komplexen
-Ebene, mit der man sich dem Punkt annähert. So findet man z.B.
für die Funktion
unterschiedliche Grenzwerte für
eine Annäherung an einen Punkt parallel zur reellen bzw. zur
imaginären Achse. Diese Funktion ist nicht differenzierbar. In diesem
Sinn ähnelt die Funktion
einer Funktion von zwei reellen
Variablen
, obschon anderweitig deutliche Unterschiede bestehen.
Wieder kann man infolge der formalen Ähnlichkeit der Definitionen alle Rechenregeln mit Ableitungen wie die Kettenregel, die Definition von höheren Ableitungen, etc. ins Komplexe übertragen.
Eine Standardmethode zur Definition von elementaren (und nicht so
elementaren) Funktionen benutzt die Darstellung durch Potenzreihen
In Band 1 Math.Kap. 7.3 wurde gezeigt, dass eine komplexe
Funktion
die Abbildung eines Bereiches
der
-Ebene
auf einen Bereich
der
-Ebene vermittelt. Eine Abbildung
durch eine analytische Funktion, also einer beliebig oft differenzierbaren
Funktion, die durch eine Potenzreihe dargestellt werden kann, hat unter
der Voraussetzung, dass die Ableitung in einem Punkt
von Null
verschieden ist, die Eigenschaften:
der Winkeltreue folgt direkt aus der Definition der ersten Ableitung in dem Punkt