Kennung 5-06: Hörbeispiel – Auswertungssitzung zur Reflektierenden Interpretation – Aufnahme (para-) sprachlicher Aspekte des Diskursverlaufs, Z. 12 - 16
In der Reflektierenden Interpretation zu den Zeilen 12/13 entzündet sich eine Diskussion über die angemessene Perspektive: ein Teil der Interpretierenden begreift den sprachlichen Einwurf von W1 als Evaluation des vorher Gesagten, ein anderer interpretiert ihn in seinem ersten Teil ("Kostet …unbezahlbar.") als Konklusion. Als Kompromisslösung wird vorläufig die Formulierung einer evaluierenden Konklusion festgehalten. Anhand sprachlicher Merkmale und zum Teil im Rückgriff auf inhaltliche Aspekte wird die Darstellung eines gruppeninternen Gegenhorizonts eingeleitet, ohne dass W1 ihre Sichtweise zur Disposition stellt. Mit der Frage nach der Funktion der Rede von W1 findet eine andere Perspektive Eingang in die Debatte der Interpretierenden: es handele sich um eine Aushandlung des Gruppenzusammenhalts vor den Augen und Ohren des Interviewers. Anhand parasprachlicher Laute (Lachen) findet eine Rückversicherung dreier Personen gegenüber dem letzten Gruppenmitglied statt. W2 hat ein differenziertes Bild und hält an ihrer Kritik fest. Implizit wird das Vorhandensein einer Gefahr anerkannt, aber auf deren Beherrschung verwiesen.