Kennung 5-10: Hörbeispiel – Vergleich thematisch unterschiedlicher Interviewpassagen |
Im Vergleich der institutionalisierten Freizeitaktivitäten und des Lernens sei auffällig, dass beides geplant geschehe, sogar bisweilen zukunftsorientiert sein und Spaß sich einstellen könne, der aber nicht Bedingung für das Handeln ist. Dagegen entspreche das riskante Fahren diesen Werten nicht: Zukunftsorientierung und schnelles Fahren schließen sich ob der damit verbundenen Gefahren geradezu aus. Ergänzt wird, dass hinsichtlich der schulischen Ausbildung eine Leistungsorientierung vorhanden sei, die Disziplin und Effizienz einschließt und in der eine Zukunftsorientierung zum Ausdruck kommt. Sowohl in institutionalisierten Freizeitaktivitäten, in dem Verhalten in der Schule als auch bei den riskanten Autofahrten spielt die Grundorientierung 'Erfolg' eine anscheinend durchschlagende Rolle. Effizienz wäre insoweit vorhanden, als Kosten und Ertrag kalkuliert würden und das Ansinnen W2 gegenüber durchaus Disziplin einfordert. Eine weitere Gemeinsamkeit sei, dass in allen Feldern Ressourcen genutzt werden könnten, mit denen dann aber auch Erwartungen verknüpft seien (Schulnoten: guter Lebensstart; Theater: Bühnenerfolg; Autofahrten: Erlebnis). In allen Bereichen wird damit das sozialisatorisch eingeübte 'Du bist selbst verantwortlich' praktisch gelebt. Dass dies einer Kontrolle (durch die Eltern) bedarf, wird nach kurzer Debatte verworfen, da von einer internalisierten Selbstkontrolle auszugehen sei: Das Leistungsprinzip sei zur Selbstverständlichkeit geworden. |